Funktionale Sicherheit für Hydraulik in Baumaschinen

von Andreas Bergmeier - 2024-02-13

Hydraulische Systeme gehören weiterhin zu den zentralen technischen Grundlagen moderner Baumaschinen. Ob Kran, Bagger oder mobile Arbeitsplattform – Bewegungen großer Lasten werden nach wie vor überwiegend hydraulisch gesteuert.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Diagnosefähigkeit und digitale Überwachung. Auf der bauma in München zeigt Hawe Hydraulik deshalb Lösungen, die klassische Hydrauliktechnik mit Sensorik, Elektronik und datenbasierter Zustandsüberwachung verbinden. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur einzelne Hardware, sondern die zunehmende Integration kompletter Sicherheitssysteme. Hersteller mobiler Arbeitsmaschinen müssen heute nicht mehr allein mechanische Funktionen absichern, sondern umfangreiche regulatorische Anforderungen erfüllen. Genau dort positioniert sich Hawe Hydraulik mit einem Ansatz, der Ventile, Pumpen, Sensorik und Steuerungstechnik gemeinsam betrachtet.

HAWE Hydraulik funktionale Sicherheit
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Hawe Hydraulik setzt auf funktionale Sicherheit

Nach Angaben des Unternehmens liegt ein Schwerpunkt der Messepräsentation auf sogenannter funktionaler Sicherheit. Gemeint ist damit die Fähigkeit technischer Systeme, Fehler zu erkennen und kontrolliert darauf zu reagieren, bevor gefährliche Situationen entstehen. Gerade bei mobilen Arbeitsmaschinen spielt das eine zentrale Rolle. Krane, Hebesysteme oder große Hydraulikanlagen bewegen hohe Lasten und arbeiten häufig in sensiblen Bereichen mit Personenverkehr. Bereits kleine Fehlfunktionen können dort erhebliche Folgen haben.

Messeauftritt HAWE bauma 2019 München
HAWE funktionale Sicherheit PSL Wegeschieber

Hawe Hydraulik beschreibt deshalb ausdrücklich die Bedeutung einer vollständigen Systembetrachtung. Neben der eigentlichen Hydraulik gehören dazu Berechnungen von Sicherheitsfunktionen, die passende Sensorik und die notwendige Dokumentation für gesetzliche Vorgaben. Der Aufwand in diesem Bereich wächst seit Jahren. Maschinenhersteller müssen heute detailliert nachweisen können, wie Sicherheitsfunktionen ausgelegt sind und welche Maßnahmen im Fehlerfall greifen. Die eigentliche Hydraulikkomponente wird damit zunehmend Teil komplexer digitaler Sicherheitsarchitekturen.

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HAWE Hydraulik STW Modul für Cloudnutzung Predictive Maintenance

Wegeschieber PSL verbindet Hydraulik und Sensorik

Ein zentrales Beispiel auf der bauma ist der Wegeschieber PSL. Das System eignet sich laut Hersteller für unterschiedlichste mobile Arbeitsmaschinen – vom kleineren Arbeitsgerät bis hin zu großen Krananlagen. Entscheidend ist dabei die Kombination aus Hydraulikventil und Sensorik. Das System erfasst kontinuierlich die Position der jeweiligen Schieber und überprüft, ob sich diese tatsächlich an der vorgesehenen Stelle befinden. Weicht die gemessene Position von der Sollstellung ab, erkennt die Steuerung einen möglichen Defekt oder eine Fehlfunktion.

HAWE Hydraulik Steuerung für Auswertung
Ralf Mebert HAWE Hydraulik bauma 2019

Diese permanente Rückmeldung gilt als wichtiger Bestandteil funktionaler Sicherheit. Denn moderne Maschinen verlassen sich längst nicht mehr ausschließlich auf mechanische Begrenzungen oder Notabschaltungen. Stattdessen überwachen Sensoren kontinuierlich Betriebszustände und ermöglichen frühzeitige Reaktionen. Wichtige Eigenschaften des vorgestellten Systems:

  • Wegeschieber PSL für mobile Arbeitsmaschinen
  • integrierte Sensorik zur Positionsrückmeldung
  • Überwachung sicherheitsrelevanter Funktionen
  • Verknüpfung mit elektronischer Steuerungstechnik
  • Cloud-Anbindung für Predictive Maintenance
Interessant ist dabei die Skalierbarkeit des Systems. Nach Angaben des Unternehmens kann die Technik selbst in großen Kränen eingesetzt werden. Gerade dort steigen die Anforderungen an Präzision und Sicherheitsüberwachung erheblich.

Predictive Maintenance verändert die Hydrauliktechnik

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Auswertung von Betriebsdaten. Die Signale aus Ventilen und Sensoren werden nicht nur lokal verarbeitet, sondern können über zusätzliche Module in Cloud-Systeme übertragen werden. Gemeinsam mit STW zeigt Hawe Hydraulik eine Lösung, die Zustandsdaten kontinuierlich analysiert. Ziel ist es, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und Wartungen planbarer zu machen. Dieses Prinzip wird unter dem Begriff Predictive Maintenance zusammengefasst. Dabei geht es nicht nur um den Ausfall einzelner Komponenten. Die Systeme sollen auch erkennen, wie sich Ventile unter realen Einsatzbedingungen verhalten, ob Verschleiß entsteht oder sich Betriebsparameter verändern. Gerade bei schweren Arbeitsmaschinen gewinnt dieser Ansatz zunehmend an Bedeutung. Ungeplante Stillstände verursachen hohe Kosten, insbesondere bei Großgeräten oder Infrastrukturprojekten mit engen Zeitplänen. Datenbasierte Wartung könnte helfen, Reparaturen besser vorhersehbar zu machen und Ausfallzeiten zu reduzieren. Die Hydraulik entwickelt sich dadurch zunehmend von einem rein mechanischen System hin zu einer datengetriebenen Technologieplattform.

HAWE Hydraulik bauma 2019 München

Baumaschinen werden zu vernetzten Systemen

Der Messeauftritt im Rahmen der bauma zeigt auf der Messe München einen grundlegenden Wandel innerhalb des Maschinenbaus. Hydraulik, Elektronik und Software wachsen immer stärker zusammen. Moderne Arbeitsmaschinen bestehen längst nicht mehr nur aus mechanischen Komponenten, sondern aus vernetzten Systemen mit permanenter Zustandsüberwachung. Besonders deutlich wird das bei sicherheitskritischen Anwendungen. Früher standen vor allem Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit hydraulischer Komponenten im Mittelpunkt. Heute kommen Anforderungen wie funktionale Sicherheit, digitale Diagnose oder Cloud-Kommunikation hinzu. Hawe Hydraulik positioniert sich damit in einem Bereich, der für die Branche zunehmend strategische Bedeutung erhält. Denn je stärker Maschinen automatisiert und digitalisiert werden, desto wichtiger wird die Fähigkeit, Betriebszustände präzise zu erfassen und sicher auszuwerten. Die Entwicklung macht zugleich deutlich, dass sich auch klassische Zulieferer verändern. Unternehmen liefern heute nicht mehr nur einzelne Ventile oder Pumpen, sondern komplette Systemlösungen inklusive Elektronik, Sensorik und digitaler Auswertung. Genau diese Verbindung dürfte in Zukunft entscheidend dafür sein, wie sicher, effizient und vernetzt mobile Arbeitsmaschinen arbeiten können.

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