Kompakter Mobilbagger für enge Baustellen in der Stadt

von Andreas Bergmeier - 2026-09-28

Auf innerstädtischen Baustellen entscheidet nicht allein die Leistung darüber, welche Maschine eingesetzt werden kann. Zwischen Gebäuden, parkenden Fahrzeugen, schmalen Zufahrten und laufendem Verkehr wird Bewegungsraum schnell zur entscheidenden Größe.

Ein Mobilbagger muss dort nicht nur arbeiten, sondern rangieren und Anbaugeräte nutzen können, ohne dafür unnötig viel Fläche zu beanspruchen. Mit dem PW75 bringt Komatsu einen Mobilbagger auf den Markt, der gezielt für solche Bedingungen entwickelt wurde. Auf der GaLaBau in Nürnberg wurde die 7,5-Tonnen-Maschine erstmals serienmäßig und verkaufsbereit präsentiert. Zuvor war sie auf der Bauma noch als Prototyp zu sehen. Mit 2,08 Metern Gesamtbreite, serienmäßiger Allradlenkung und Kurzheckbauweise konzentriert sich das Konzept auf Wendigkeit und vielseitige Nutzung unter beengten Bedingungen.

Kompakter Mobilbagger für enge Baustellen in der Stadt von Komatsu
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Komatsu PW75 wendet mit Allradlenkung auf 3,3 Metern

Der PW75 ist der kleinste Mobilbagger im Programm des Herstellers. Seine Abmessungen sind auf Baustellen zugeschnitten, auf denen größere Maschinen schnell an räumliche Grenzen stoßen. Die Gesamtbreite beträgt lediglich 2,08 Meter. Hinzu kommt die serienmäßige Allradlenkung, mit der ein Wenderadius von 3,3 Metern erreicht wird. Nach Herstellerangaben ist dies der kleinste Wert am Markt. Anders als ein Kettenbagger kann ein Mobilbagger seinen Einsatzort auf befestigten Flächen selbstständig wechseln. Gerade bei Arbeiten entlang von Straßen, auf Betriebsgeländen oder innerhalb größerer Anlagen ist diese Mobilität ein wesentlicher Vorteil. Gleichzeitig benötigen klassische Mobilbagger beim Rangieren vergleichsweise viel Raum. Die Kombination aus kompakten Abmessungen und Allradlenkung setzt genau an diesem Punkt an. Auch beim Schwenken soll der Platzbedarf gering bleiben. Der PW75 ist als Kurzheckmaschine ausgelegt und besitzt entsprechend geringe Überstände. Das reduziert den Raum, den das Heck bei Drehbewegungen beansprucht.

Komatsu PW75 Mobilbagger wendet mit Allradlenkung auf rund 3 Metern
Tool Control macht den PW75 zum Anbaugeräteträger

Tool Control macht den PW75 zum Anbaugeräteträger

Der Mobilbagger ist nicht ausschließlich für klassische Erdarbeiten konzipiert. Ein Schwerpunkt liegt auf seiner Funktion als Träger unterschiedlicher Anbauwerkzeuge. Dafür können Geräte eingesetzt werden, die jeweils eigene Anforderungen an Hydraulikdruck und Ölmenge stellen. Das optionale Tool Control-System speichert die benötigten Einstellungen verschiedener Anbaugeräte in der Maschine. Nach einem Werkzeugwechsel lassen sich die hinterlegten Werte per Knopfdruck abrufen. Der Fahrer muss Hydraulikdruck und Literleistung damit nicht bei jedem Wechsel erneut manuell konfigurieren. Auf der GaLaBau wurde der PW75 mit einem Mulcher von Seppi gezeigt. Gerade ein solches Werkzeug verdeutlicht die Anforderungen an die Hydraulik: Der Mulcher benötigt während der Arbeit kontinuierlich eine entsprechende Ölversorgung, während sich die Maschine gleichzeitig bewegt.

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Mobilbagger PW75 trennt Fahrantrieb und Arbeitshydraulik

PW75 trennt Fahrantrieb und Arbeitshydraulik

Technisch interessant ist deshalb das neue Antriebssystem. Die Hydraulik für den Fahrantrieb wurde von der Hydraulik der Arbeitsausrüstung getrennt. Dadurch soll die für ein Anbaugerät benötigte Leistung auch während der Fahrt vollständig zur Verfügung stehen. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten insbesondere bei Arbeiten, die kontinuierlich entlang einer Strecke ausgeführt werden. Ein Beispiel ist das Mulchen an Straßenrändern. Der Mobilbagger fährt dabei vorwärts, während das Anbaugerät gleichzeitig mit hoher hydraulischer Leistung arbeitet. Bei einem System, in dem Fahrantrieb und Arbeitsgerät um dieselbe hydraulische Leistung konkurrieren, können solche parallelen Anforderungen zu Einschränkungen führen. Die getrennten Kreisläufe sollen verhindern, dass die Leistung des Anbaugeräts sinkt, sobald der Bagger fährt.

Kabine des PW75 bleibt trotz Kurzheck auf Bedienkomfort ausgelegt

Kabine des PW75 bleibt trotz Kurzheck auf Bedienkomfort ausgelegt

Kompakte Außenmaße führen bei Baumaschinen häufig zu Einschränkungen am Fahrerplatz. Beim PW75 wurde versucht, den verfügbaren Raum dennoch möglichst nutzbar zu gestalten. Die Kabine bietet Platz im Fußbereich und eine auf die Bedienung des Mobilbaggers abgestimmte Pedalanordnung. Rechts von der Lenksäule befinden sich Gas und Bremse, links sitzt das Pedal für den Verstellausleger. Zentrale Einstellungen werden über einen 7-Zoll-LCD-Touchscreen vorgenommen. Dort lassen sich unter anderem die gespeicherten Konfigurationen des Tool Control-Systems aufrufen. Für Arbeiten auf engem Raum ist außerdem die Sicht aus der Kabine relevant. Neben den Sichtflächen nach vorne und zu den Seiten gehört eine im Heckgewicht integrierte Rückfahrkamera zur Serienausstattung. Ihr Bild wird auf dem Monitor angezeigt.

3DMG bringt digitale Maschinensteuerung in kompakte Bagger
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3DMG bringt digitale Maschinensteuerung in kompakte Bagger

Neben dem neuen Mobilbagger zeigte Komatsu in Nürnberg einen 3DMG-Nachrüstsatz für Kompaktmaschinen, konkret am PC88 mit neun Tonnen Einsatzgewicht. Damit rücken digitale Assistenz- und Steuerungssysteme zunehmend auch in Maschinenklassen vor, bei denen solche Technik bislang weniger selbstverständlich war. Parallel arbeitet der Hersteller an unterschiedlichen Antriebskonzepten. Elektrische Maschinen sind bereits erhältlich, während unter anderem kabelgebundene Systeme, Wasserstofftechnik und Brennstoffzellen weiter untersucht werden. Die Entwicklungsarbeit reicht laut Unternehmen sogar bis zu Unterwassertechnik und einem Konzept für einen theoretischen Baggersinsatz auf dem Mond. Beim PW75 geht es dagegen um eine sehr gegenwärtige Herausforderung. Baustellen in Städten werden nicht größer, nur weil Maschinen leistungsfähiger werden. Mit 2,08 Metern Breite, 3,3 Metern Wenderadius und einer Hydraulik, die leistungsintensive Anbaugeräte auch während der Fahrt versorgen kann, setzt der Mobilbagger deshalb nicht auf maximale Dimensionen. Seine Stärke soll gerade darin liegen, möglichst viele Aufgaben dort übernehmen zu können, wo für größere Maschinen schlicht der Platz fehlt.