Kompakter Radlader mit mehr Platz und starker Hydraulik

von Bastian Velonavy - 2026-10-13

Auf Baustellen im Garten- und Landschaftsbau ist Bewegungsfreiheit häufig Mangelware. Schmale Zufahrten, begrenzte Lagerflächen und Arbeiten zwischen bestehenden Gebäuden verlangen nach kompakten Maschinen.

Gleichzeitig müssen Radlader längst mehr leisten, als Erde, Kies oder Pflastersteine zu transportieren. Mit hydraulischen Anbaugeräten übernehmen sie zunehmend Aufgaben, für die früher separate Maschinen benötigt wurden. Auf der GaLaBau in Nürnberg präsentierte Schäffer die zweite Generation des Radladers 2445. Das Modell ist im Garten- und Landschaftsbau bereits etabliert, wurde nun jedoch in mehreren Bereichen überarbeitet. Besonders auffällig sind die deutlich größere Fahrerkabine, die verbesserte Rundumsicht und eine leistungsfähige Arbeitshydraulik. Mit einer angebauten Grabenfräse demonstrierte der Hersteller, welche Arbeiten sich mit dem kompakten Radlader zusätzlich erledigen lassen.

Kompakter Radlader mit mehr Platz und starker Hydraulik
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Schäffer 2445 erhält eine um 30 Prozent größere Kabine

Die äußeren Abmessungen eines Kompaktladers lassen nur begrenzten Spielraum für eine geräumige Fahrerkabine. Beim überarbeiteten 2445 ist es dennoch gelungen, das Kabinenvolumen um 30 Prozent zu vergrößern. Für den Fahrer bedeutet das mehr Bewegungsfreiheit und eine weniger beengte Sitzposition während längerer Arbeitseinsätze. Eine wesentliche konstruktive Änderung betrifft die rechte Fahrzeugseite. Dort wurde die bisherige Tür geschlossen, wodurch sich der Innenraum anders gestalten ließ. Zugleich wurden einzelne technische Komponenten aus dem Motorraum nach vorne verlagert. Die Motorhaube konnte dadurch flacher ausgeführt werden, was insbesondere die Sicht nach hinten verbessert. Bei Arbeiten auf engen Grundstücken ist diese Übersicht ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Der Fahrer muss Personen, Hindernisse und andere Maschinen möglichst früh erkennen können. Ergänzend wurden die Außenspiegel größer dimensioniert, um auch den unmittelbaren Nahbereich besser einsehen zu können. Für heiße Arbeitstage lässt sich die Kabine optional mit einer Klimaanlage ausstatten. Gerade bei sommerlichen Erdarbeiten oder längeren Einsätzen auf unbeschatteten Baustellen kann dies die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern.

Schäffer 2445 erhält eine um 30 Prozent größere Kabine
Grabenfräse am 2445 arbeitet mit 81 Litern Hydraulikleistung

Grabenfräse am 2445 arbeitet mit 81 Litern Hydraulikleistung

Ein wesentliches Merkmal des Radladers ist seine hydraulische Leistungsfähigkeit. Der verbaute Dieselmotor leistet 50 PS und ermöglicht einen Hydraulikvolumenstrom von 81 Litern pro Minute. Für eine Maschine dieser Größenklasse eröffnet das den Einsatz anspruchsvoller hydraulischer Anbaugeräte. Auf der GaLaBau war der 2445 mit einer Grabenfräse ausgestattet. Sie wird über die Arbeitshydraulik angetrieben und kann in der gezeigten Konfiguration Gräben bis zu einer Tiefe von 90 Zentimetern herstellen. Eine seitlich angeordnete Auswurfschnecke transportiert das gelöste Erdmaterial aus dem Arbeitsbereich. Zu den typischen Anwendungen gehören die Verlegung von Versorgungsleitungen und der Ausbau von Glasfasernetzen. Gerade bei solchen Arbeiten müssen häufig lange, vergleichsweise schmale Gräben hergestellt werden. Eine Grabenfräse kann dafür eine Alternative zum klassischen Aushub mit dem Bagger sein. Der Nutzen hängt allerdings von den jeweiligen Bodenverhältnissen und der erforderlichen Grabenbreite ab. Bei geeigneten Bedingungen lässt sich mit einer Fräse ein gleichmäßiger Grabenverlauf herstellen, während das ausgehobene Material seitlich abgelegt wird. Für Garten- und Landschaftsbaubetriebe erweitert das die Einsatzmöglichkeiten einer Maschine, die ansonsten vor allem für Lade- und Transportarbeiten genutzt wird.

Hängende Pedale und Touchpad verbessern die Bedienung

Neben dem größeren Platzangebot wurde auch die Ergonomie des Fahrerarbeitsplatzes verändert. Die Pedale sind beim neuen 2445 hängend gelagert. Diese Anordnung soll eine angenehmere Fußstellung ermöglichen und die Bedienung über längere Zeit erleichtern. Ein praktischer Nebeneffekt betrifft die Reinigung. Weil die Pedale nicht mehr direkt aus dem Kabinenboden herausragen, lässt sich der Fußraum leichter von Erde, Staub und anderem Schmutz befreien. Im Baustellenalltag, in dem regelmäßig Material über die Schuhe in die Kabine gelangt, ist das keine unwesentliche Verbesserung. Ein gut erreichbares Touchpad ermöglicht außerdem den schnellen Zugriff auf verschiedene Maschinenfunktionen. Der Fahrer muss dafür nicht zwischen mehreren weit auseinanderliegenden Bedienelementen wechseln. Zusammen mit der verbesserten Sicht und der optionalen Klimatisierung zeigt sich, dass die Überarbeitung nicht ausschließlich auf höhere technische Leistung abzielt. Auch die Bedingungen am Arbeitsplatz wurden berücksichtigt.

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Hydraulikoptimierung soll den Dieselverbrauch begrenzen

Hydraulikoptimierung soll den Dieselverbrauch begrenzen

Der 2445 der zweiten Generation bleibt eine dieselbetriebene Maschine. Bei seiner Weiterentwicklung wurde deshalb auch an der Effizienz des bestehenden Antriebskonzepts gearbeitet. Nach Angaben von Schäffer kommen hydraulisch optimierte Systeme und zusätzliche Assistenzfunktionen zum Einsatz. Sie sollen dazu beitragen, die verfügbare Motorleistung möglichst wirkungsvoll für Fahr- und Arbeitsbewegungen einzusetzen. Das ist insbesondere bei hydraulisch angetriebenen Anbaugeräten relevant. Eine leistungsfähige Hydraulik allein garantiert noch keinen wirtschaftlichen Betrieb. Entscheidend ist ebenso, wie gut Motor, Hydraulikpumpe und Verbraucher aufeinander abgestimmt sind. Konkrete Verbrauchswerte oder Einsparungen gegenüber der vorherigen Generation wurden bei der Präsentation nicht genannt. Der Hersteller stellt jedoch die Gesamteffizienz der Maschine als einen Schwerpunkt der technischen Überarbeitung heraus.

Schäffer Neuheiten auf der GaLaBau in Nürnberg
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Elektrischer Radlader 24E ergänzt die Dieselmodelle

Parallel zur Weiterentwicklung konventioneller Maschinen baut das Unternehmen sein Angebot elektrisch angetriebener Radlader aus. In einer vergleichbaren Größenklasse steht mit dem 24E bereits ein batterieelektrisches Modell zur Verfügung. Die Maschine arbeitet mit einer Lithium-Ionen-Batterie und bietet die Möglichkeit zur Schnellladung. Besonders interessant ist der elektrische Antrieb dort, wo lokale Abgasemissionen vermieden und Arbeitsgeräusche reduziert werden sollen. Darüber hinaus bietet der Hersteller einen besonders kompakten elektrischen Lader mit einem Einsatzgewicht von etwa einer Tonne an. Solche Maschinen kommen beispielsweise für Arbeiten innerhalb von Gebäuden infrage, wo dieselbetriebene Geräte wegen ihrer Abgase nur eingeschränkt eingesetzt werden können. Ein vollständiger Ersatz des Dieselantriebs ist nach Einschätzung des Unternehmens derzeit nicht vorgesehen. Vielmehr sollen beide Antriebsarten parallel angeboten werden, weil Einsatzdauer, Arbeitsumgebung und Leistungsanforderungen unterschiedlich ausfallen.

Radlader für Gartenbau Bauwirtschaft und Landwirtschaft

Radlader für Gartenbau, Bauwirtschaft und Landwirtschaft

Die Entwicklung des 2445 steht auch im Zusammenhang mit der breiten Aufstellung des Herstellers. Schäffer ist sowohl in der Baumaschinen- als auch in der Landmaschinentechnik tätig. Historisch liegen die Wurzeln des Unternehmens in der Landwirtschaft, während kompakte Lader inzwischen ebenso auf Baustellen und im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt werden. Rund die Hälfte der Produktion geht nach Unternehmensangaben in den Export. Die internationale Nachfrage umfasst damit unterschiedliche Einsatzbedingungen, vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zur städtischen Baustelle. Beim neuen 2445 bleibt das Grundkonzept eines kompakten, vielseitig einsetzbaren Radladers erhalten. Die größere Kabine und die bessere Sicht erleichtern die tägliche Arbeit, während die leistungsfähige Hydraulik zusätzliche Anwendungen ermöglicht. Die gezeigte Grabenfräse verdeutlicht dabei, dass die Bedeutung solcher Maschinen zunehmend über klassische Ladeaufgaben hinausgeht.