Mähroboter ohne Begrenzungskabel für steile Gärten

von Bastian Velonavy - 2026-09-22

Das Verlegen eines Begrenzungskabels gehört zu den Arbeiten, die bei der Installation eines Mähroboters bislang häufig unvermeidbar waren. Der Draht definiert die Fläche, auf der sich das Gerät bewegen darf, erschwert aber spätere Veränderungen.

Werden Beete vergrößert, Wege neu angelegt oder Bereiche des Gartens anders genutzt, kann die einmal geschaffene Grenze zum Hindernis werden. Neue Navigationssysteme versuchen deshalb, die Orientierung vollständig in Software zu verlagern. Solo by Al-Ko zeigte auf der GaLaBau in Nürnberg erstmals einen Mähroboter im eigenen Sortiment, der ohne Begrenzungskabel arbeitet. Das Modell kombiniert Allradantrieb mit LiDAR, Kameras und einer Kartierung per App. Ausgelegt ist die gezeigte Maschine für Rasenflächen bis 2.000 Quadratmeter. Auffällig ist vor allem ihre Geländegängigkeit: Steigungen von bis zu 84 Prozent und Hindernisse mit sechs Zentimetern Höhe sollen bewältigt werden können.

Mähroboter mit Allradantrieb für schwierige Rasenflächen
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Solo by Al-Ko kartiert die Mähfläche per App

Statt einen Draht entlang der Grundstücksgrenze zu verlegen, wird der vorgesehene Arbeitsbereich digital erfasst. Über eine App erhält der Roboter seine Mähfläche und orientiert sich anschließend innerhalb dieser virtuellen Grenzen. Änderungen an der Gartengestaltung lassen sich damit grundsätzlich auf der digitalen Karte berücksichtigen, ohne zunächst ein Kabel im Boden suchen und neu verlegen zu müssen. Für die Navigation nutzt das Gerät LiDAR-Technik sowie Kameras an Vorder- und Rückseite. LiDAR erfasst die Umgebung über ausgesendete und reflektierte Lichtimpulse und liefert räumliche Informationen über Objekte und Abstände. Die Kameras ergänzen diese Daten um visuelle Informationen. Auf der Rasenfläche soll der Roboter dadurch nicht nur seine Position bestimmen, sondern auch Gegenstände erkennen. Genannt werden unter anderem Bälle, Spielgeräte sowie Menschen und Tiere. Gerade in tatsächlich genutzten Gärten ist die Hinderniserkennung relevant, weil sich die Umgebung anders als auf einer abgeschlossenen Arbeitsfläche ständig verändert.

Solo by Al-Ko kartiert die Mähflaeche per App
Allradantrieb bewältigt Steigungen bis 84 Prozent

Allradantrieb bewältigt Steigungen bis 84 Prozent

Ebene Rasenflächen stellen fahrtechnisch geringe Anforderungen. Schwieriger wird die Arbeit an Böschungen, Übergängen oder bei feuchtem Untergrund. Hier soll der Allradantrieb seine Vorteile ausspielen. Für den neuen Mähroboter nennt der Anbieter eine maximale Steigfähigkeit von 84 Prozent, was einer Steigung von rund 40 Grad entspricht. Damit richtet sich das Gerät auch an Grundstücke, deren Rasenflächen deutliche Höhenunterschiede aufweisen. Solche Herstellerwerte beschreiben allerdings die technisch mögliche Grenze. Wie sicher ein Roboter eine Steigung im Alltag bewältigt, hängt ebenso von Bodenbeschaffenheit, Feuchtigkeit und Grasnarbe ab. Eine zweite Kenngröße betrifft Hindernisse am Boden. Kanten beziehungsweise Sockel mit bis zu sechs Zentimetern Höhe kann die Maschine nach Herstellerangaben überfahren. Das kann bei Übergängen innerhalb der Mähfläche hilfreich sein, sofern diese nicht vollständig niveaugleich ausgeführt sind.

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Mähroboter arbeitet rund zwei Stunden pro Akkuladung

Die Flächenleistung ergibt sich nicht allein aus Geschwindigkeit und Schnittbreite. Bei einem autonomen Gerät entscheidet der Rhythmus aus Mähen und Laden darüber, wie viel Rasen innerhalb eines Tages bearbeitet werden kann. Für das Modell mit einer Flächenkapazität von 2.000 Quadratmetern werden rund zwei Stunden Mähdauer pro Akkuladung genannt. Anschließend benötigt der Akku etwa 75 Minuten zum Laden. Im fortlaufenden Wechsel zwischen Arbeit und Ladestation soll der Roboter seine maximal vorgesehene Fläche innerhalb von 24 Stunden bearbeiten können. Damit unterscheidet sich sein Arbeitsprinzip grundsätzlich vom klassischen Rasenmäher. Der Roboter muss eine große Fläche nicht in einem einzigen Durchgang bewältigen. Er kann über längere Zeiträume regelmäßig kurze Abschnitte mähen und zwischendurch selbstständig zur Ladestation zurückkehren.

Mähroboter arbeitet rund zwei Stunden pro Akkuladung und Kameras erkennen Hindernisse

Kameras erkennen Hindernisse auf der Rasenfläche

Mit zunehmender Selbstständigkeit der Geräte gewinnt die Objekterkennung an Bedeutung. Eine virtuelle Grundstücksgrenze verhindert schließlich nicht, dass während des Betriebs etwas auf dem Rasen liegt oder sich dort bewegt. Die Frontkamera soll beispielsweise Spielzeug, Kinder und Tiere erkennen. Eine rückwärtige Kamera erweitert die Überwachung der unmittelbaren Umgebung. Die technische Ausstattung kann Risiken reduzieren, entbindet den Betreiber jedoch nicht davon, geeignete Betriebszeiten zu wählen. Besonders nachts können kleine Wildtiere wie Igel auf Rasenflächen unterwegs sein. Mähzeiten am Tag verringern dieses Konfliktpotenzial unabhängig davon, welche Sensoren ein Gerät besitzt. Für private Nutzer kommt noch ein praktischer Aspekt hinzu: Je zuverlässiger die Erkennung funktioniert, desto seltener muss eine Fläche vor jedem Mähvorgang vollständig kontrolliert und freigeräumt werden.

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Mähroboter reichen von 2.000 bis 48.000 Quadratmeter

Das gezeigte Modell markiert nicht das obere Ende der Flächenleistung. Innerhalb des privaten Bereichs reicht das Programm laut Anbieter bis zu Maschinen für 6.000 Quadratmeter. Darüber beginnt eine andere Geräteklasse. Für gewerbliche Anwendungen sind Systeme vorgesehen, die Flächen von bis zu 48.000 Quadratmetern bearbeiten können. Damit verschiebt sich auch das Einsatzgebiet: von privaten Gärten hin zu größeren Grünanlagen und professionell gepflegten Arealen. Anforderungen an Navigation, Betriebsdauer und Flächenmanagement steigen dort entsprechend. Der kabellose Roboter für bis zu 2.000 Quadratmeter soll zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 2.500 Euro angeboten werden. Entwicklung und Produktion erfolgen in China bei der Muttergesellschaft Daye. Für Solo by Al-Ko bedeutet das Modell vor allem einen technischen Wechsel im eigenen Sortiment: Erstmals wird die Grenze des Mähbereichs nicht mehr durch einen verlegten Draht bestimmt. LiDAR, Kameras und die digitale Karte übernehmen diese Aufgabe – während Allradantrieb und hohe Steigfähigkeit dafür sorgen sollen, dass die virtuelle Freiheit nicht an der nächsten Böschung endet.