Minibagger wird zum vielseitigen Gerät für enge Baustellen

von Andreas Bergmeier - 2026-09-17

Auf engem Raum entscheidet bei einem Minibagger nicht allein die Grabkraft. Im Garten- und Landschaftsbau muss die Maschine durch schmale Zufahrten kommen, auf kleinen Grundstücken sicher arbeiten und möglichst unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Fahrer verbringen zudem viele Stunden in der Kabine, weshalb Sicht und Bedienkomfort im Arbeitsalltag eine erhebliche Rolle spielen. Hinzu kommt die wachsende Zahl von Anbaugeräten, mit denen sich ein kompakter Bagger weit über klassische Erdarbeiten hinaus einsetzen lässt. Auf der GaLaBau in Nürnberg präsentierte Wacker Neuson eine vollständig überarbeitete Minibagger-Serie. Sie umfasst den ET18 in der 1,8-Tonnen-Klasse, den ET20 mit zwei Tonnen sowie den ET25 mit 2,5 Tonnen. Beim größten der drei Modelle gehören ein teleskopierbares Fahrwerk, die neu konstruierte Kabine und eine umfangreiche Hydraulikausstattung zu den wesentlichen Neuerungen.

Minibagger wird zum vielseitigen Gerät für enge Baustellen
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Wacker Neuson ET25 verändert seine Breite nach Bedarf

Eine wesentliche Neuerung des ET25 ist das teleskopierbare Fahrwerk. Für die Durchfahrt durch schmale Passagen lässt sich die Spurbreite reduzieren. Das kann beispielsweise den Zugang zu einem Garten hinter einem Wohnhaus ermöglichen, wenn Tore, Mauern oder bestehende Bepflanzungen den verfügbaren Raum begrenzen. Am Einsatzort lässt sich das Fahrwerk wieder verbreitern. Die größere Spur verbessert die Standfestigkeit, sobald schwerere Arbeiten anstehen. Die Konstruktion verbindet somit zwei Anforderungen, die bei kompakten Baumaschinen häufig miteinander konkurrieren: geringe Abmessungen auf dem Weg zur Baustelle und eine möglichst stabile Arbeitsposition. Auch Oberwagen und Antriebsstrang wurden überarbeitet. Der ET25 ist daher keine lediglich ergänzte Variante der bisherigen Baureihe, sondern Teil einer umfassenderen Neuentwicklung der kleinen Baggerklassen.

Wacker Neuson ET25 verändert seine Breite nach Bedarf
Wacker Neuson ET25 im Garten- und Landschaftsbau

ET25-Kabine verbessert Sicht und Arbeitssicherheit

Auch der Fahrerplatz wurde neu gestaltet. Große Sichtflächen geben dem Maschinenführer einen möglichst freien Blick auf Arbeitsbereich und unmittelbare Umgebung. Auf kleinen Baustellen ist das besonders wichtig, weil Beschäftigte, Material, Fahrzeuge und Hindernisse häufig nur wenige Meter voneinander entfernt sind. Beibehalten wurde ein variables Scheibensystem. Die Frontscheibe kann verschiedene Positionen einnehmen. So lässt sich etwa der untere Bereich öffnen, um mit Kollegen außerhalb der Kabine zu sprechen, während der obere Teil weiterhin Schutz bietet. Bei niedrigen Temperaturen kann der Fahrer die Kabine vollständig schließen. Für warme Tage steht beim neuen Modell optional eine Klimaanlage zur Verfügung. Bei einer kompakten Maschine mit großflächiger Verglasung ist sie keineswegs nur ein Ausstattungsdetail. Wer über Stunden in der Kabine arbeitet, bekommt hohe Außentemperaturen unmittelbar zu spüren.

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ET25 Kabine verbessert Sicht und Arbeitssicherheit

Fünf Zusatzhydraulikkreise machen den ET25 vielseitiger

Der klassische Tieflöffel bleibt wichtig, doch das Aufgabenspektrum moderner Minibagger reicht erheblich weiter. Wacker Neuson hat den ET25 daher für eine breite Auswahl hydraulisch betriebener Anbaugeräte vorbereitet. Ab Werk können bis zu fünf Zusatzhydraulikkreise konfiguriert werden. Je nach Ausstattung lassen sich unterschiedliche Werkzeuge einsetzen. Neben verschiedenen Löffeln kommen beispielsweise Greifer, Verdichter und komplexere hydraulische Anbaugeräte infrage. Für einen Betrieb erhöht sich dadurch die Chance, dieselbe Maschine für mehrere Arbeitsschritte einzusetzen, anstatt für jede Aufgabe ein zusätzliches Trägergerät vorzuhalten. Im Garten- und Landschaftsbau ist dieser Ansatz naheliegend. Innerhalb eines Projekts wechseln Aushub, Materialbewegung, Modellierung und weitere Arbeiten häufig auf engem Raum. Aus dem spezialisierten Grabgerät wird so zunehmend eine kompakte Arbeitsmaschine für unterschiedliche Tätigkeiten.

Vertical Digging System richtet den ET25 am Hang aus

Vertical Digging System richtet den ET25 am Hang aus

Eine weitere Option ist das Vertical Digging System, kurz VDS. Dabei kann der Oberwagen gegenüber dem Fahrwerk seitlich geneigt werden. Steht der Bagger an einem Hang, lässt sich der Oberwagen in Richtung einer waagerechten Arbeitsposition bringen. Das erleichtert bestimmte Grabbewegungen und verändert zugleich die Sitzposition des Fahrers bei längeren Einsätzen auf abschüssigem Untergrund. Unebenes Gelände gehört im Landschaftsbau schließlich zum normalen Arbeitsumfeld. Zusammen mit dem teleskopierbaren Fahrwerk erweitert VDS die Möglichkeiten, die Maschine an die jeweilige Baustelle anzupassen. Für die Zufahrt lässt sich der Bagger schmal stellen, beim Arbeiten verbreitert sich seine Standfläche und am Hang kann zusätzlich die Neigung des Oberwagens korrigiert werden.

Wacker Neuson Baumaschinen für Garten- und Landschaftsbau
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ET18, ET20 und ET25 decken unterschiedliche Einsätze ab

Mit drei Gewichtsklassen richtet sich die neue Baureihe an Betriebe mit unterschiedlichen Anforderungen. Den Einstieg bildet der ET18 mit 1,8 Tonnen, gefolgt vom ET20 und dem ET25. Die 2,5-Tonnen-Klasse nimmt eine interessante Position ein: Sie bleibt kompakt genug für zahlreiche Arbeiten auf privaten Grundstücken, besitzt aber bereits Reserven für anspruchsvollere gewerbliche Einsätze. Zum Nutzerkreis gehören neben Garten- und Landschaftsbaubetrieben auch Baumaschinenvermieter und Unternehmen aus anderen Bereichen des Tief- und Straßenbaus. Über die Optionsliste können Hydraulik und Ausstattung an das vorgesehene Einsatzprofil angepasst werden. Bei größeren Maschinen setzt der Hersteller bereits auf die herstellerübergreifende MiC-4.0-Schnittstelle für Anbaugeräte. In der neuen Minibagger-Serie liegt der Schwerpunkt zunächst auf bewährter Technik und einer großen Auswahl konfigurierbarer Funktionen. Der ET25 zeigt, wie sich das Anforderungsprofil kompakter Baumaschinen verändert. Begrenzter Platz auf der Baustelle verlangt nach kleinen Abmessungen, soll aber die Zahl möglicher Arbeiten möglichst wenig einschränken. Teleskopierbares Fahrwerk, mehrere Hydraulikkreise, VDS und die überarbeitete Kabine verfolgen deshalb dasselbe Ziel aus unterschiedlichen Richtungen: Der Minibagger soll schnell den Einsatzort erreichen und dort möglichst viele Aufgaben übernehmen können.