Zwei-Wellenbrecher für Bauschutt, Holz und Recyclingmaterial

von Andreas Bergmeier - 2026-06-11

Die Anforderungen an moderne Recyclinganlagen steigen kontinuierlich. Materialien sollen möglichst effizient aufbereitet, Wertstoffe zurückgewonnen und Transportwege reduziert werden.

Gleichzeitig erwarten Betreiber robuste Maschinen, die unterschiedlichste Stoffströme verarbeiten können und dabei wirtschaftlich bleiben. Auf der Ifat Munich präsentiert sich mit dem Simba ein neuer Zwei-Wellenbrecher, der genau für diese Anforderungen entwickelt wurde. Die Maschine richtet sich an Unternehmen aus der Recyclingwirtschaft, dem Abbruchbereich sowie der Aufbereitung von Bau- und Gewerbeabfällen. Ihr Einsatzspektrum reicht von Holz und Bauschutt bis hin zu gemischten Abfallfraktionen mit Metallanteilen.

Simba Zwei Wellenbrecher Recycling und Bauschutt
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Komplet Simba verarbeitet unterschiedlichste Materialien

Im Mittelpunkt des Konzepts steht der neue Zwei-Wellenbrecher Simba. Die Maschine arbeitet mit zwei jeweils rund zwei Meter langen Wellen, die das aufgegebene Material zerkleinern. Zum Einsatz kommen dabei ein asynchrones Getriebe und speziell abgestimmte Wellengeometrien, die eine kontinuierliche Materialaufnahme ermöglichen. Beschickt wird die Anlage typischerweise mit Radladern oder Baggern. Das Material gelangt über einen Kipptrichter in den Aufgabebunker und wird anschließend zwischen den beiden Wellen zerkleinert. Das System ist für unterschiedlichste Einsatzstoffe ausgelegt:

  • Bauschutt und Betonreste
  • Holz und Altholz
  • Haus- und Gewerbeabfälle
  • Mischabfälle aus Rückbauprojekten
  • Materialien mit Stahl- oder Metallanteilen
Gerade bei Abbruchmaterialien spielt die Fähigkeit zur Verarbeitung von bewehrtem Beton eine wichtige Rolle. Betonfundamente mit eingebautem Stahl können direkt aufgegeben und anschließend weiterverarbeitet werden.

Komplet Simba Magnetabscheider trennt Stahl und Bewehrung
Komplet Simba verarbeitet unterschiedlichste Materialien

Korbsystem erzeugt definierte Materialgrößen

Ein wesentliches Merkmal der Anlage ist die Kombination aus Zerkleinerungswellen und austauschbaren Körben. Diese bestimmen gemeinsam die spätere Korngröße des Endmaterials. Während die Wellen das Material aufbrechen und zerkleinern, sorgen die darunterliegenden Körbe dafür, dass nur ausreichend kleine Fraktionen weitertransportiert werden. Auf diese Weise entstehen definierte Korngrößen, die beispielsweise für den Wiedereinbau oder weitere Aufbereitungsschritte genutzt werden können. Nach Angaben des Herstellers lassen sich Körnungen wie 0–65 oder 0–80 Millimeter erzeugen. Das aufbereitete Material kann anschließend erneut im Bauwesen eingesetzt oder weiteren Recyclingprozessen zugeführt werden. Für Betreiber bedeutet dies eine höhere Flexibilität, da unterschiedliche Anforderungen über den Austausch der Körbe abgebildet werden können.

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Recycling Korbsystem erzeugt definierte Materialgrößen

Magnetabscheider trennt Stahl und Bewehrung

Besonders im Baustoffrecycling spielt die Trennung von Metallen eine zentrale Rolle. Deshalb verfügt der Simba über einen integrierten Magnetabscheider am Austragsband. Während das zerkleinerte Material über das Förderband transportiert wird, werden Stahlteile, Nägel, Armierungen und andere ferromagnetische Bestandteile automatisch separiert. Dadurch entstehen sauberere Materialfraktionen, die leichter weiterverarbeitet oder vermarktet werden können. Gerade bei der Aufbereitung von Betonabbruch ist diese Funktion von großer Bedeutung. Bewehrungsstahl wird zuverlässig entfernt, während das mineralische Material als Recyclingbaustoff genutzt werden kann.

Zwei Wellenbrecher für Bauschutt Holz und Recyclingmaterial

Kompakte Bauweise trotz hoher Leistung

Mit einem 420 PS starken Sechszylinder von Volvo Penta gehört die Anlage zu den leistungsstarken Vertretern ihrer Klasse. Gleichzeitig verfolgt der Hersteller das Ziel, die Mobilität der Maschine zu erhalten. Das Grundgewicht liegt bei knapp 26 Tonnen. Je nach Ausstattung kann die Anlage auf bis zu 28 Tonnen kommen. Trotz dieser Leistungsdaten bleibt der Transport vergleichsweise unkompliziert. Das Austragsband lässt sich einklappen, wodurch in vielen Fällen kein Schwertransport erforderlich wird. Diese Kombination aus hoher Motorleistung und kompakter Transportfähigkeit macht die Anlage insbesondere für Unternehmen interessant, die ihre Maschinen regelmäßig zwischen verschiedenen Einsatzorten bewegen.

Komplet setzt auf Bedienkomfort und Wartungsfreundlichkeit

Neben der eigentlichen Zerkleinerung wurde auch auf die Bedienung geachtet. Die Steuerung erfolgt über eine Funkfernbedienung. Zusätzlich steht ein Touchdisplay direkt an der Maschine zur Verfügung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Wartungsfreundlichkeit. Die Siebkörbe können hydraulisch ein- und ausgefahren werden. Dadurch lassen sich Wechselarbeiten deutlich schneller durchführen als bei konventionellen Lösungen. Auch die Möglichkeit einer Fernwartung ist vorgesehen. Zwar spielen Systeme mit künstlicher Intelligenz in dieser Maschinenklasse derzeit noch keine zentrale Rolle, digitale Diagnosemöglichkeiten gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung. Für Betreiber bedeutet dies kürzere Stillstandszeiten und eine schnellere Unterstützung im Servicefall.

Elektrische Antriebe als nächste Entwicklungsstufe

Derzeit setzt die Anlage auf einen klassischen Dieselmotor. Gleichzeitig beschäftigt sich die Branche intensiv mit alternativen Antriebskonzepten. Elektrische Maschinen gewinnen zunehmend an Bedeutung, insbesondere dort, wo Emissionsvorgaben strenger werden oder eine direkte Stromversorgung verfügbar ist. Bei leistungsstarken mobilen Brechanlagen stellt die Elektrifizierung jedoch weiterhin eine technische Herausforderung dar. Große Energiemengen müssen bereitgestellt werden, ohne die Mobilität der Maschine einzuschränken. Dennoch wird erwartet, dass elektrische Lösungen in den kommenden Jahren auch im Bereich der mobilen Recyclingtechnik stärker an Bedeutung gewinnen werden. Der Simba zeigt bereits heute, in welche Richtung sich moderne Aufbereitungsanlagen entwickeln: hohe Leistung, flexible Materialverarbeitung, effiziente Wertstofftrennung und möglichst wirtschaftliche Betriebsabläufe.