Die stationäre Pflege steht vor der Herausforderung, Sicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig den Alltag für Pflegekräfte überschaubar zu halten. Genau an diesem Punkt setzt Senvis Medical mit seinem System AnnaCare an. Ziel ist es, Bewegungen von Bewohnern zuverlässig zu erkennen, ohne Abläufe zu verkomplizieren oder zusätzliche Belastungen zu schaffen.
Senvis Medical ist ein Start-up mit Ursprüngen in Aachen und heutigem Sitz in Wuppertal. Seit rund zwei Jahren ist das Unternehmen aktiv in stationären Pflegeeinrichtungen tätig. Trotz pandemiebedingter Verzögerungen konnte sich Senvis Medical mit seinem System AnnaCare in über 100 Einrichtungen etablieren. Der Fokus liegt dabei klar auf Altenheimen und vergleichbaren stationären Versorgungsformen. Die Entwicklung von AnnaCare folgt einem pragmatischen Ansatz: Pflegekräfte benötigen Lösungen, die sich flexibel einsetzen lassen und ohne technische Hürden funktionieren. Genau darauf ist das System ausgelegt.
Das Herzstück von AnnaCare ist ein Sensor-Pad, das direkt auf den Boden gelegt wird. Anschließend wird beispielsweise ein Pflegebett auf diesem Pad positioniert. Auf diese Weise erkennt das System zuverlässig, ob sich eine Person im Bett befindet oder ob das Bett verlassen wurde. Das gleiche Prinzip lässt sich auch unter Stühlen oder anderen Möbeln anwenden. Der entscheidende Vorteil liegt in der einfachen Handhabung. Das Sensor-Pad wird nicht fest installiert, sondern kann von Pflegekräften selbst dort eingesetzt werden, wo es gerade benötigt wird. Damit unterscheidet sich AnnaCare deutlich von vielen Lösungen am Markt, die entweder fest verbaut, sperrig oder im Alltag schwer zu handhaben sind.
AnnaCare funktioniert nicht als isoliertes Inselsystem, sondern wird direkt in die vorhandene Rufanlage der Einrichtung eingebunden. Das Sensor-Pad wird einfach eingesteckt – danach ist das System sofort einsatzbereit. Die Alarmierung erfolgt über die gewohnten Kanäle, sodass keine zusätzlichen Geräte oder neuen Bedienoberflächen notwendig sind. Auch bei der Stromversorgung zeigt sich die Praxisnähe des Systems. AnnaCare kann entweder direkt angeschlossen oder alternativ über eine Powerbank betrieben werden. Dadurch bleibt das System auch dann flexibel, wenn Steckdosen ungünstig platziert sind oder das Sensor-Pad kurzfristig in einem anderen Zimmer genutzt werden soll.
Ein zentraler Gedanke hinter AnnaCare ist die Anpassung an unterschiedliche Pflegesituationen. Nicht jeder Bewohner benötigt die gleiche Art der Überwachung. Bei Personen, die das Bett nicht verlassen dürfen, ist eine sofortige Alarmierung sinnvoll, sobald Bewegung erkannt wird. Bei demenziell veränderten Bewohnern mit Hinlauftendenz kann hingegen eine zeitverzögerte Alarmierung sinnvoller sein. Hier soll nicht jede Bewegung sofort einen Eingriff auslösen, sondern erst dann, wenn der Eindruck entsteht, dass der Bewohner das Zimmer verlassen hat. Für sehr aktive Bewohner mit erhöhter Sturzgefahr bietet AnnaCare ebenfalls einen angepassten Ansatz. Hier geht es darum, Selbstständigkeit zu ermöglichen – etwa den selbstständigen Gang zur Toilette – ohne permanent einzugreifen. Erst wenn das Bett über einen längeren Zeitraum leer bleibt, wird eine Alarmmeldung ausgelöst. Diese Flexibilität macht AnnaCare zu einem Werkzeug, das sich an den Pflegealltag anpasst und nicht umgekehrt.
Aktuell wird AnnaCare überwiegend direkt von den Pflegeeinrichtungen finanziert. Förderprogramme im Bereich Digitalisierung spielen bislang nur eine untergeordnete Rolle und werden vor allem dann genutzt, wenn entsprechende Mittel noch verfügbar sind. Viele Einrichtungen entscheiden sich bewusst für die Anschaffung, weil das System im Alltag spürbar entlastet und zusätzliche Sicherheit bietet. Damit positioniert sich AnnaCare weniger als Förderprojekt, sondern als praxisorientierte Lösung, die sich im laufenden Betrieb bewähren muss. Genau dieser Anspruch an Alltagstauglichkeit und Flexibilität ist es, mit dem Senvis Medical sein System in der stationären Pflege etabliert.