Die demografische Entwicklung stellt Pflege und Gesundheitsversorgung weltweit vor ähnliche Aufgaben. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Technologien, die unterstützen, ohne den Alltag der Menschen zu beeinträchtigen. Genau an dieser Schnittstelle setzt TH International mit einem konsequent berührungslosen Ansatz an.
TH International wird von Thomas Hinrichsen geführt und versteht sich als Innovationspartner an der Schnittstelle zwischen Medizintechnik, Pflege und industriellen Anwendungen. Ein zentraler Fokus liegt auf der Verbindung des deutschen Marktes mit Asien, insbesondere mit Japan und Korea. Dort ist der sogenannte Silbermarkt – also eine stark alternde Gesellschaft – bereits weiter ausgeprägt, Entwicklungen und Lösungen sind entsprechend praxisnah erprobt. Die Grundannahme ist klar: Deutschland und viele asiatische Länder stehen vor vergleichbaren strukturellen Herausforderungen. Alternde Bevölkerungen, steigender Pflegebedarf und gleichzeitig ein zunehmender Mangel an Fachpersonal erfordern neue Konzepte, die über klassische Pflegehilfsmittel hinausgehen.
Im Mittelpunkt der Entwicklung steht eine vollständig berührungslose Technologie zur Erfassung von Vitalwerten und Bewegungsmustern. Ziel war es von Anfang an, auf alles zu verzichten, was als störend empfunden werden könnte. Keine Kabel, keine Uhren, keine Ketten und auch keine druckempfindlichen Matten, die verschleißen oder regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Der Sensor arbeitet unsichtbar im Hintergrund und beeinträchtigt weder Bewegungsfreiheit noch Lebensqualität. Für die betreuten Personen entsteht keine zusätzliche Barriere, keine Erinnerung daran, überwacht zu werden. Gerade in sensiblen Pflegeumgebungen ist dieser Aspekt entscheidend für Akzeptanz und Alltagstauglichkeit.
Neben der unmittelbaren Erfassung von Ist-Zuständen liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Analyse von Verläufen. Die gemessenen Daten werden nicht isoliert betrachtet, sondern über längere Zeiträume ausgewertet. Veränderungen in Atmung, Puls oder Bewegungsverhalten lassen sich so frühzeitig erkennen. Dieser Ansatz erlaubt es, nicht nur auf akute Situationen zu reagieren, sondern auch prophylaktisch Hinweise auf mögliche gesundheitliche Entwicklungen zu erhalten. Dazu zählen unter anderem Hinweise auf zunehmende Sturzgefahr oder auffällige Veränderungen der Vitalwerte, die eine genauere Beobachtung erforderlich machen.
Ein wesentliches Einsatzfeld der Technologie ist die zuverlässige Erkennung von Stürzen. Diese werden berührungslos registriert und in Echtzeit weitergeleitet. Darüber hinaus erkennt das System auch Abwesenheiten, etwa wenn Personen mit Demenz über einen längeren Zeitraum nicht in ihren Wohnbereich zurückkehren. Gerade in der ambulanten Pflege eröffnet dies neue Möglichkeiten. Pflegekräfte müssen Touren nicht mehr starr nach festen Reihenfolgen abarbeiten, sondern können Prioritäten dynamisch anpassen. Wenn kritische Werte vorliegen, lässt sich gezielt zuerst der entsprechende Einsatzort anfahren.
Ein zentraler Punkt ist der Schutz der Privatsphäre. Das System arbeitet ohne Kamera und ohne Mikrofon. Stattdessen kommen Infrarot- und Radartechnologien zum Einsatz, die keine Bilder oder Tonaufnahmen erzeugen. Es findet keinerlei visuelle oder akustische Überwachung statt. Der Sensor selbst ist unauffällig gestaltet und ähnelt in seiner Erscheinung einem herkömmlichen Rauchmelder. Er fügt sich damit in bestehende Umgebungen ein, ohne Aufmerksamkeit zu erzeugen oder das Sicherheitsgefühl der Bewohner zu beeinträchtigen.
Die technologische Basis wurde über mehrere Jahre gemeinsam mit einem Team von Ingenieuren in Korea entwickelt. Dort ist die Lösung bereits in großem Umfang im Einsatz, unter anderem in einem staatlich unterstützten Projekt mit mehreren tausend Betten und einem zentralen Kontrollzentrum. Insgesamt sind dort bereits zehntausende Sensoren aktiv im Markt. Diese praktische Erprobung bildet die Grundlage für den Transfer der Technologie nach Europa. Ziel ist es, Pflegepersonal zu entlasten, Abläufe zu optimieren und gleichzeitig die Sicherheit und Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen nachhaltig zu verbessern.