CareTable Digitalisierung Pflege Aktivität Organisation im Alltag

Digitale Lösungen halten zunehmend Einzug in Pflegeeinrichtungen, doch ihr Nutzen entscheidet sich nicht an technischen Schlagworten, sondern an der Alltagstauglichkeit. Pflege, Betreuung und Beschäftigung stehen unter hohem Zeitdruck, gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Dokumentation, Orientierung und Teilhabe. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich der CareTable, ein digitaler Aktivitätstisch, der Digitalisierung nicht als Selbstzweck versteht, sondern als Werkzeug für Aktivität, Organisation und soziale Interaktion im Pflegealltag.

Digitalisierung als Unterstützung, nicht als Störfaktor

In vielen Einrichtungen wird Digitalisierung noch immer mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Systeme gelten als kompliziert, wartungsintensiv oder personalbindend. Der Ansatz hinter dem CareTable zielt bewusst in eine andere Richtung. Digitale Technik soll Abläufe vereinfachen, Beschäftigung erleichtern und Pflegekräfte entlasten, statt neue Abhängigkeiten zu schaffen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Personal, sondern die Aktivität der Bewohner. Inhalte werden so gestaltet, dass sie intuitiv nutzbar sind und ohne lange Erklärungen funktionieren. Pflege wird dadurch nicht technischer, sondern strukturierter und planbarer.

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Aktivität als Teil ganzheitlicher Pflege

Aktivität ist kein Zusatzangebot, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Pflege. Gerade in der Betreuung von Menschen mit Demenz oder nach einem Schlaganfall spielt gezielte Beschäftigung eine wichtige Rolle. Der CareTable setzt hier an und verbindet spielerische Elemente mit therapeutischem Anspruch. Ein Beispiel sind Übungen zur Hand-Augen-Koordination. Durch einfache, visuell ansprechende Aufgaben werden Fähigkeiten aktiviert, die im Alltag häufig verloren gehen oder sich verschlechtern. Das Aufdecken von Bildern, das Erkennen von Tieren oder das gezielte Antippen beweglicher Objekte fördert Motorik, Konzentration und Wahrnehmung gleichermaßen. Entscheidend ist dabei die Niedrigschwelligkeit: Die Bedienung erfolgt direkt über den Tisch, ohne zusätzliche Geräte oder komplexe Menüs.

Gruppenangebote und soziale Interaktion

Pflege findet nicht isoliert statt. Gerade Gruppenspiele haben einen hohen sozialen Wert, da sie Kommunikation fördern und Angehörige aktiv einbinden. Der CareTable wird deshalb bewusst als gemeinschaftliches Medium eingesetzt. Übungen sind so konzipiert, dass mehrere Personen gleichzeitig teilnehmen können, unabhängig vom individuellen Leistungsniveau. Besonders in Anwesenheit von Angehörigen entstehen Situationen, in denen Pflege nicht als Defizit erlebt wird, sondern als gemeinsames Tun. Aktivität wird zum verbindenden Element zwischen Bewohnern, Besuchern und Betreuungspersonal.

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Konkreter Nutzen im Alltag

Der Mehrwert digitaler Aktivität zeigt sich oft erst im zeitlichen Verlauf. In einem Praxisbeispiel aus einer Pflegeeinrichtung wurde berichtet, dass eine Bewohnerin über mehrere Wochen regelmäßig Koordinationsübungen nutzte. In der Folge konnte sie alltägliche Handlungen wie das Führen von Messer und Gabel wieder sicherer ausführen. Solche Effekte sind keine spektakulären Durchbrüche, aber sie bedeuten Selbstständigkeit im Kleinen – ein zentraler Aspekt würdevoller Pflege. Gerade diese unspektakulären Fortschritte machen den Unterschied im Alltag. Pflege wird dadurch nicht schneller, aber wirksamer.

Organisation als ergänzender Baustein

Neben der Aktivität übernimmt der CareTable eine zweite Rolle: Organisation. Pflegeeinrichtungen sind komplexe Systeme, in denen Bewohner, Angehörige und Mitarbeitende Orientierung benötigen. Informationen wie Speisepläne, Ansprechpartner, Aktivitäten oder Neuigkeiten müssen sichtbar sein, ohne den Betrieb zu stören. Aus diesem Bedarf heraus wurde das digitale schwarze Brett entwickelt, ergänzt durch ein separates Organisationsboard. Dieses System ist bewusst vom Aktivitätstisch getrennt, da Beschäftigungsangebote nicht durch organisatorische Inhalte unterbrochen werden sollen. Während der CareTable oft viele Stunden täglich im Einsatz ist, übernimmt das Board im Foyer oder auf den Fluren die Informationsfunktion. Dargestellt werden unter anderem:

  • tagesaktuelle Aktivitäten und Veranstaltungen
  • Öffnungszeiten und organisatorische Hinweise
  • Zugehörigkeit zu Wohnbereichen
  • Orientierung innerhalb der Einrichtung
Diese Form der Organisation reduziert Rückfragen an das Personal und stärkt die Selbstständigkeit von Bewohnern und Besuchern.

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Pflege zwischen Demenz und Rehabilitation

Der thematische Schwerpunkt der Anwendungen liegt klar im Bereich Demenz. Viele Inhalte sind darauf ausgelegt, Erinnerungen zu aktivieren, Wahrnehmung zu schulen und einfache Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Gleichzeitig eignet sich der CareTable auch für andere Zielgruppen, etwa Menschen nach einem Schlaganfall oder mit motorischen Einschränkungen. Die Kombination aus Aktivität und Organisation schafft dabei einen Rahmen, in dem Pflege strukturiert stattfinden kann, ohne starr zu wirken. Digitalisierung wird nicht als Kontrollinstrument eingesetzt, sondern als unterstützende Infrastruktur.

Wirtschaftlichkeit und langfristige Nutzung

Ein wesentlicher Aspekt digitaler Systeme ist ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit. Der CareTable wird als einmalige Investition angeboten, inklusive Software, Updates und Service. Bewusst wurde auf Abo-Modelle verzichtet, um Planungssicherheit zu schaffen. Einrichtungen erhalten ein System, das sich kontinuierlich weiterentwickelt, ohne laufende Zusatzkosten zu verursachen. Diese Entscheidung ist besonders im Pflegebereich relevant, da Budgets langfristig kalkuliert werden müssen. Organisation und Digitalisierung dürfen nicht zu finanziellen Risiken werden, sondern sollen Stabilität unterstützen.

Pflege, Aktivität und Organisation zusammengedacht

Der CareTable zeigt, dass Digitalisierung in der Pflege dann sinnvoll ist, wenn sie mehrere Ebenen verbindet. Aktivität, Organisation und Pflege lassen sich nicht getrennt betrachten. Erst im Zusammenspiel entsteht ein Nutzen, der im Alltag spürbar wird. Digitale Lösungen ersetzen keine menschliche Zuwendung. Sie können jedoch Strukturen schaffen, die Zeit freimachen, Orientierung bieten und Aktivität ermöglichen. In diesem Sinne steht der CareTable für eine Form der Digitalisierung, die sich dem Alltag anpasst – nicht umgekehrt.