Mehrweg und Recycling: Etikettenlösungen für moderne Getränkeflaschen

Die aktuellen Entwicklungen im Verpackungsmarkt stellen Mehrweg, Recyclingfähigkeit und effiziente Rückführung von Materialien klar in den Mittelpunkt. Im Fokus stehen technische Etikettenlösungen, die auf neue gesetzliche Rahmenbedingungen reagieren und gleichzeitig praktische Vorteile für Abfüllbetriebe, Marken und Recycler bieten. Anhand konkreter Anwendungen wird deutlich, wie sich Etiketten heute nahtlos in Mehrweg- und Recyclingprozesse integrieren lassen, ohne bestehende Abläufe zu stören.

Mehrweg als Treiber für neue Etikettenkonzepte

Mit der fortschreitenden Gesetzgebung in Europa rückt Mehrweg immer stärker in den Vordergrund. Klassisch ist Mehrweg vor allem mit Glasflaschen verbunden, zunehmend spielen jedoch auch rigide PET-Flaschen eine Rolle. Beide Systeme stellen hohe Anforderungen an Etiketten, da diese im Wasch- und Recyclingprozess vollständig und sauber entfernt werden müssen. Rückstände, Klebstoffe oder Verunreinigungen im Waschwasser sind für Abfüller und Marken ein zentrales Problem, da sie Effizienz und Prozessstabilität beeinträchtigen. Hier kommen Lösungen zum Einsatz, die nicht auf mechanisches Ablösen setzen, sondern physikalische Eigenschaften gezielt nutzen. Die Etiketten reagieren direkt auf die Bedingungen in Standardwaschanlagen und lösen sich ohne zusätzlichen Energie- oder Chemieeinsatz von der Flasche.

Mehrweg Glasflaschen PET Flaschen Verwertung
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Funktionsweise schrumpfender Etiketten im Mehrwegprozess

In klassischen Mehrweg-Waschanlagen liegt die Wassertemperatur typischerweise im Bereich von etwa 75 bis 80 Grad. Genau auf diesen Temperaturbereich sind moderne Schrumpfetiketten ausgelegt. Sobald die Flasche in die Waschanlage gelangt, beginnt sich das Etikett selbstständig zusammenzuziehen, rollt sich ein und löst sich vollständig von der Oberfläche. Dieser Prozess erfolgt ohne mechanische Belastung der Flasche und ohne Rückstände im Waschwasser. Das Etikett entfernt sich als Ganzes, wodurch eine schnelle und saubere Trennung möglich wird. Für Betreiber von Waschanlagen bedeutet das stabile Prozesse, sauberes Wasser und geringeren Wartungsaufwand. Für Marken wiederum ist sichergestellt, dass ihre Flaschen ohne optische oder hygienische Beeinträchtigungen wieder in den Umlauf gelangen.

Marika Knorr Verpackungsindustrie CCL
Flaschenetikett loest sich im Waschwasser ab BrauBeviale 2023

Sauberes Waschwasser als entscheidender Qualitätsfaktor

Ein zentrales Ziel moderner Etikettenlösungen ist die Vermeidung von Kontaminationen im Waschwasser. Gelöste Klebstoffe oder Etikettenreste können Filter, Düsen und Pumpen belasten und langfristig zu höheren Betriebskosten führen. Durch das vollständige Ablösen des Etiketts bleibt das Wasser klar und frei von Fremdstoffen. Für Getränkehersteller, gleich ob im Bier-, Wasser- oder Softdrinksegment, ist dies ein entscheidender Vorteil. Die Qualität des Waschwassers wirkt sich direkt auf die Reinigungsleistung und die Lebensdauer der Anlagen aus. Lösungen, wie sie CCL seit Jahren im Markt etabliert hat, adressieren genau diesen Punkt und verbinden Effizienz mit Prozesssicherheit.

Marika Knorr Head of Sustainability and Communication CCL

Nachhaltige Etiketten für PET-Flaschen im Recyclingkreislauf

Neben Mehrweg spielt das Recycling von PET-Flaschen eine zentrale Rolle. PET ist leicht, weit verbreitet und in nahezu jedem Haushalt zu finden. Gleichzeitig stellt der Recyclingprozess klare Anforderungen an alle eingesetzten Materialien. Ein entscheidender Schritt ist dabei die sogenannte Sink-Float-Trennung. Nach der Sammlung und Sortierung werden PET-Flaschen zerkleinert und in einem Wasserbad getrennt. Das PET-Material besitzt eine höhere Dichte und sinkt ab, während Etikettenmaterialien und Verschlüsse idealerweise aufschwimmen. Nur so lassen sich saubere PET-Flocken gewinnen, die anschließend wieder im Closed-Loop-Verfahren zu neuen Flaschen verarbeitet werden können. Damit dieser Prozess zuverlässig funktioniert, müssen Etikettenmaterialien exakt auf das Dichteverhalten abgestimmt sein. Ziel ist eine klare Trennung ohne Vermischung der Materialien.

EcoFloat PET Recycling Klimaziel
sink float PET Dichtenseparation Materialtrennung

Anforderungen an recyclingfähige Etikettenmaterialien

Für PET-Flaschen ergeben sich daraus konkrete Anforderungen an Etikettenlösungen:

  • vollständige Ablösung im Wasch- oder Recyclingprozess
  • definiertes Schwimmverhalten im Sink-Float-Schritt
  • keine Beeinträchtigung der PET-Flockenqualität
  • kompatibel mit bestehenden Sortier- und Waschanlagen
  • geeignet für geschlossene Recyclingkreisläufe
Diese Kriterien sind entscheidend, um Recyclingquoten zu steigern und hochwertiges Rezyklat zu erzeugen. Etiketten dürfen dabei nicht als Störstoff wirken, sondern müssen integraler Bestandteil des Kreislaufs sein.

nachhaltige Etikettenloesung PET Flaschen
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Etikettenlösungen als Schnittstelle zwischen Marke und Recycling

Etiketten erfüllen längst nicht mehr nur eine dekorative oder informative Funktion. Sie sind zu einer technischen Komponente im Verpackungssystem geworden. Für Marken bedeutet das, Design, Marketing und Nachhaltigkeit gemeinsam zu denken. Für Recycler wiederum zählt vor allem die Materialreinheit und Trennschärfe im Prozess. CCL entwickelt Etikettenlösungen, die beide Perspektiven zusammenführen. Die Technologien sind darauf ausgelegt, sich unauffällig in bestehende Prozesse einzufügen und gleichzeitig regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Mehrweg-Glas, Mehrweg-PET oder Einweg-PET im Recyclingkreislauf handelt.

Globale Erfahrung als Grundlage für lokale Lösungen

Mit jahrzehntelanger Erfahrung und internationaler Präsenz bringt CCL umfassendes Prozesswissen in die Entwicklung ein. Die Nähe zum europäischen Markt und die Anforderungen lokaler Abfüller fließen ebenso ein wie globale Recyclingstandards. Dadurch entstehen Lösungen, die sowohl technisch belastbar als auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Der Blick auf Mehrweg und Recycling zeigt, dass Etiketten eine Schlüsselrolle im Wandel der Verpackungsindustrie einnehmen. Effiziente Ablösung, saubere Trennung und hohe Recyclingqualität sind keine Nebenaspekte mehr, sondern zentrale Kriterien moderner Verpackungskonzepte. Genau an dieser Schnittstelle positioniert sich CCL mit Lösungen, die den Übergang zu nachhaltigen Systemen unterstützen, ohne die Praxis aus den Augen zu verlieren.