Innerhalb des Gesamtangebots verfolgt Rubies mit der Kids-Linie einen bewusst anderen Ansatz. Im Mittelpunkt stehen Kleidungsstücke, die sich gestalterisch an Verkleidungen orientieren, im Alltag jedoch wie normale Kinderbekleidung getragen werden können. Auf der Messe wird schnell deutlich, dass es sich nicht um klassische Kostüme handelt, sondern um eine eigenständige Produktlinie, die Spiel, Mode und Sicherheit miteinander verbindet.
Im Unterschied zu traditionellen Karnevals- oder Faschingskostümen sind die Produkte dieser Linie so konzipiert, dass sie auch außerhalb besonderer Anlässe tragbar sind. Kinder können sie im Kindergarten, beim Spielen oder im Alltag anziehen, ohne dauerhaft „verkleidet“ zu wirken. Der zentrale Gedanke dahinter: fantasievolle Motive und spielerische Elemente mit einer alltagstauglichen Formensprache zu verbinden. Diese Abgrenzung ist nicht nur eine Frage des Designs, sondern auch der Funktion. Klassische Kostüme sind rechtlich Spielware und werden oft nur zu bestimmten Gelegenheiten genutzt. Die Kids-Produkte sollen hingegen regelmäßig getragen werden können und sich selbstverständlich in den Tagesablauf von Kindern einfügen.
Ein wesentlicher Unterschied zu herkömmlicher Kinderbekleidung liegt in den Prüfanforderungen. Während Alltagskleidung üblicherweise ausschließlich nach Textilrichtlinien bewertet wird, unterliegen Kostüme zusätzlich der Spielwarennorm. Die Kids-Linie wird nach beiden Standards geprüft. Materialien, Nähte, Drucke und Applikationen müssen damit strengere Kriterien erfüllen als bei vergleichbarer Mode. Für Eltern ist das ein relevanter Aspekt. Gerade bei jüngeren Kindern spielen Hautverträglichkeit, Verarbeitung und Sicherheit eine zentrale Rolle. Die doppelte Prüfung positioniert diese Linie bewusst als Alternative zu modisch ähnlicher Kleidung, die zwar optisch vergleichbar ist, aber nicht denselben Sicherheitsanforderungen unterliegt.
Auf den ersten Blick fällt auf, dass ein Teil der Kollektion stärker auf Mädchen zugeschnitten ist. Farben, Schnitte und Motive spiegeln diese Ausrichtung wider. Gleichzeitig wird im Gespräch deutlich, dass die Linie nicht ausschließlich auf eine Zielgruppe begrenzt ist. Auch für Jungen sind entsprechende Produkte vorgesehen, die jedoch andere Themenwelten aufgreifen. Statt klassischer Märchenmotive stehen hier oft Fahrzeuge, Abenteuer oder Fantasiefiguren im Vordergrund. Diese Differenzierung folgt der Beobachtung, dass Jungen im jüngeren Alter zwar ebenfalls Rollenspiele mögen, dabei aber häufig stärker auf funktionale oder „coole“ Motive reagieren. Die Gestaltung orientiert sich damit klar an Alltagserfahrungen und Nutzungsgewohnheiten.
Die Kids-Linie wird nicht als abgeschlossenes Konzept verstanden. Neue Designs, zusätzliche Themen und eine breitere Auswahl sind ausdrücklich vorgesehen. Die Messe dient dabei als Plattform, um Rückmeldungen aus dem Handel aufzunehmen und Trends frühzeitig zu erkennen. Die Verbindung aus Alltagstauglichkeit und spielerischem Charakter eröffnet langfristig neue Möglichkeiten. Kinder können ihre Lieblingsmotive nicht nur zu besonderen Anlässen tragen, sondern dauerhaft in ihren Alltag integrieren. Gleichzeitig bleibt der spielerische Gedanke erhalten, der Verkleidung grundsätzlich auszeichnet.
Die Kids-Linie ergänzt das bestehende Sortiment sinnvoll. Während Event- und Lizenzkostüme stark an bestimmte Anlässe gebunden sind, schafft dieses Konzept eine Brücke zum Alltag. Verkleidung wird hier nicht als Ausnahme verstanden, sondern als selbstverständlicher Teil kindlicher Lebenswelt. Für Messe.TV zeigt dieser Beitrag, wie sich klassische Kostüm- und Spielwarenanbieter weiterentwickeln. Alltagstauglichkeit, Sicherheit und Fantasie werden nicht als Gegensätze betrachtet, sondern gezielt miteinander kombiniert – und genau darin liegt die Besonderheit dieses Ansatzes.