Bei Schleich wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Mit dem Horse Club führt das Unternehmen eine Produktwelt ein, die nicht auf ein einzelnes Spielset oder eine Figur reduziert ist, sondern von Anfang an als zusammenhängendes Erzählsystem gedacht wurde.
Im Zentrum stehen vier Mädchen und ihre Pferde, verbunden durch Freundschaft, Abenteuerlust und den gemeinsamen Alltag im Reitstall. Der Horse Club ist dabei weniger ein isoliertes Produkt als vielmehr der Ausgangspunkt für eine langfristig angelegte Spielwelt.
Der Horse Club setzt sich aus vier Mädchen zusammen, die jeweils eine eigene Persönlichkeit und ein eigenes Pferd mitbringen. Sofia reitet Blossom, Lisa ist mit Storm unterwegs, Sarah mit Mystery und Hannah mit Cayenne. Diese Konstellation bildet den Kern der neuen Reihe. Die Mädchen sind als Clique angelegt, die gemeinsam Zeit verbringt, Abenteuer erlebt und Probleme löst. Pferde sind dabei nicht bloß Zubehör, sondern gleichwertige Begleiter innerhalb der Geschichten.
Die Figuren sind vollständig beweglich. Arme, Beine und Knie lassen sich so positionieren, dass realistisches Reiten möglich wird. Dadurch wird das Spiel nicht auf statische Szenen beschränkt, sondern erlaubt dynamische Abläufe, die sich an echten Reitsituationen orientieren. Diese Beweglichkeit ist bewusst gewählt, um das Rollenspiel zu vertiefen und den Figuren mehr Ausdruck zu verleihen.
Ein zentrales Element des Horse Club ist das begleitende Storytelling. Schleich beschränkt sich nicht auf die physischen Produkte, sondern ergänzt sie durch Bücher, Hörbücher und weitere Lizenzartikel. In vier Büchern werden die Geschichten der Mädchen erzählt, ihre Beziehung zu den Pferden vertieft und der Rahmen für neue Abenteuer gesetzt. Die Spielewelt erhält dadurch eine narrative Grundlage, die über das reine Spielen hinausgeht.
Kinder können die Geschichten lesen oder hören und anschließend im Spiel fortsetzen oder verändern. Das Spielzeug wird so zur Verlängerung der erzählten Inhalte. Der Horse Club ist nicht nur Kulisse, sondern ein erzählerischer Raum, der immer weiter ausgebaut werden kann.
Rund um die vier Hauptfiguren entsteht eine umfangreiche Landschaft. Diese besteht aus mehreren Schauplätzen, die den Alltag der Mädchen strukturieren. Dazu gehören Ställe, Wohnhaus und Freizeitorte, an denen sich die Clique trifft. Jeder dieser Orte erfüllt eine eigene Funktion innerhalb der Spielwelt und trägt zur Glaubwürdigkeit des Gesamtkonzepts bei.
Ein Beispiel ist das Horse Club Café, das als Treffpunkt dient. Hier können die Mädchen zusammensitzen, Cupcakes genießen und ihre Pferde in unmittelbarer Nähe anbinden. Ergänzt wird das Café durch Figuren wie Tom, der im Service hilft und zugleich Teil der Geschichte auf dem Hof ist. Solche Nebenfiguren erweitern das Spiel, ohne den Fokus von den vier Mädchen zu nehmen.
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die Kombination aus Stall und Wohnhaus. Die Pferde haben eigene Boxen, können versorgt werden und erhalten Auslauf. Details wie beschriftete Ställe oder herausguckende Pferdeköpfe zeigen, wie viel Wert auf eine realistische Darstellung gelegt wurde. Gleichzeitig bietet das Wohnhaus Raum für Alltagsszenen abseits des Reitens. Im Haus finden sich typische Elemente, die das Spiel abwechslungsreich machen. Dazu gehören geheime Durchgänge, ein Dachboden mit Fernglas zum Sternegucken und liebevoll gestaltete Innenräume. Kleine Details wie eine Katze auf dem Tisch oder ein brennender Kamin schaffen Atmosphäre und laden dazu ein, Geschichten auch jenseits des Reitplatzes zu erzählen.
Mit dem Horse Club verfolgt Schleich einen Ansatz, der auf Kontinuität setzt. Die vier Mädchen bilden den Anfang, um den herum weitere Produkte entstehen. Neue Gebäude, Figuren und Zubehörteile erweitern die Welt, ohne das Grundkonzept zu verändern. Freundschaft, Pferde und gemeinsame Erlebnisse bleiben die Konstanten. Der Reiz des Horse Club liegt genau in dieser Mischung aus Struktur und Offenheit. Die Welt ist klar definiert, lässt aber genügend Raum für eigene Geschichten. Kinder können bekannte Szenen nachspielen oder völlig neue erfinden. Damit wird der Horse Club nicht nur zum Spielzeug, sondern zu einer Plattform für langfristiges, kreatives Spielen.