Manchmal braucht es keinen komplizierten Technikansatz, um auf einer Messe aufzufallen. Manchmal reicht ein Produkt, das eine alltägliche Situation neu denkt. Genau so wirkt der SeatZac, der hier vorgestellt wird. Schon der erste Eindruck ist unspektakulär im besten Sinne: Man sitzt bequem, spricht entspannt miteinander und merkt nach wenigen Sekunden, dass dieses Produkt weniger erklären will als funktionieren. Das Interview findet nicht zufällig im Sitzen statt. Es ist Teil der Aussage.
Der SeatZac richtet sich nicht an eine klar abgegrenzte Zielgruppe. Er funktioniert für Kinder, für Erwachsene, für Familien, für Menschen, die draußen unterwegs sind. Diese Offenheit ist kein Zufall, sondern Konzept. Statt sich auf einen Nutzungskontext zu beschränken, ist der Sitz flexibel gedacht – für den Alltag genauso wie für besondere Momente.
Im Kern handelt es sich um einen Sitzsack, allerdings nicht um einen klassischen, schweren Sack mit Füllmaterial. Der SeatZac wird aufgeblasen, allerdings nicht mit Pumpe oder Ventiltechnik, sondern durch Bewegung. Ein paar gezielte Schwünge genügen, um Luft einzufangen und den Sitz in Form zu bringen. Dieser Vorgang ist bewusst niedrigschwellig gehalten. Drei bis vier Bewegungen reichen aus, unabhängig davon, ob es sich um die Kinder- oder Erwachsenengröße handelt. Das Prinzip ist simpel, aber wirkungsvoll. Keine zusätzliche Technik, kein Zubehör, keine Anleitung, die studiert werden muss. Wer das Produkt sieht, versteht intuitiv, wie es funktioniert. Gerade im Vergleich zu klassischen Sitzsäcken entsteht dadurch ein anderer Charakter. Der SeatZac ist mobil, leicht und schnell einsatzbereit.
Der Sitz ist in mehreren Größen erhältlich. Für Kleinkinder, für ältere Kinder und für Erwachsene. Das Design bleibt dabei gleich, ebenso die Funktion. Diese Einheitlichkeit sorgt dafür, dass das Produkt nicht fragmentiert wirkt. Es ist keine Spielzeugvariante und keine Erwachsenenvariante, sondern ein Sitz, der skaliert. Interessant ist dabei der Gedanke, dass Kinder den SeatZac nicht nur zum Ausruhen nutzen, sondern als Kommunikationsort. Vor dem Fernseher sitzen, sich anschauen, miteinander reden – das Produkt schafft eine andere Körperhaltung als Sofa oder Boden. Es ist niedriger, informeller und lädt eher zum Austausch ein als zum passiven Konsum.
Der Einsatzbereich endet nicht im Wohnzimmer. Im Gegenteil. Der SeatZac ist klar für draußen mitgedacht. Festivals, Strand, See oder Park sind typische Szenarien. Dort, wo klassische Möbel zu sperrig oder unpraktisch sind, entfaltet der Sitz seine Stärke. Er lässt sich transportieren, schnell aufbauen und ebenso schnell wieder verstauen. Gerade auf Veranstaltungen oder beim Aufenthalt im Freien entsteht eine soziale Qualität. Man sitzt nah beieinander, auf Augenhöhe, ohne starre Struktur. Der Sitz wird zum temporären Treffpunkt.
Ein Detail, das erst auf den zweiten Blick auffällt, sind die kleinen Leuchtelemente. Diese sind nicht fest integriert, sondern können lose in oder auf den SeatZac gelegt werden. Ihr Nutzen zeigt sich vor allem bei Dunkelheit. Auf Festivals, am Abend am See oder bei wenig Umgebungslicht entsteht eine atmosphärische Ergänzung. Die Lichter sind kein notwendiger Bestandteil, sondern eine optionale Erweiterung. Sie verändern den Charakter des Sitzes, ohne ihn zu dominieren. Statt funktionalem Licht geht es um Stimmung. Das Produkt bleibt dabei zurückhaltend und überlässt dem Nutzer die Entscheidung, wie intensiv diese Ergänzung eingesetzt wird.
Was im Gespräch deutlich wird, ist die Konsequenz in der Entwicklung. Der SeatZac ist nicht aus einem einzelnen Gag entstanden, sondern aus der Überlegung, wie Sitzen im Freizeitkontext einfacher, flexibler und sozialer werden kann. Die Entscheidung für eine sitzende statt liegende Form grenzt ihn klar von anderen Lösungen ab. Er zwingt nicht zum Relaxen, sondern erlaubt es. Toi-Toys positioniert sich hier nicht als reiner Spielwarenanbieter, sondern als Hersteller eines Alltagsprodukts mit spielerischem Zugang. Der SeatZac funktioniert ohne Erklärung, was in einem Umfeld voller erklärungsbedürftiger Produkte auffällt.
Der SeatZac bewegt sich bewusst zwischen den Kategorien. Er ist kein klassisches Spielzeug, aber auch kein Möbelstück im herkömmlichen Sinn. Diese Zwischenposition macht ihn anschlussfähig für unterschiedliche Kontexte. Auf einer Messe wirkt er genauso plausibel wie im privaten Umfeld. Am Ende bleibt der Eindruck eines Produkts, das nicht laut sein muss, um zu überzeugen. Der SeatZac von Toi-Toys setzt auf Einfachheit, Alltagstauglichkeit und eine Nutzung, die sich aus der Situation ergibt. Vielleicht ist genau das der Grund, warum man beim Sitzen vergisst, dass man eigentlich ein Produkt betrachtet – und stattdessen einfach bequem Platz nimmt.