Wer an Innovationen im Bootsbau denkt, hat meist neue Rumpfformen, moderne Antriebe oder digitale Navigation im Blick. Dabei sind es oft die kleinen Bauteile, die den Alltag auf dem Wasser entscheidend beeinflussen.
Klampen gehören zu den am häufigsten genutzten Beschlägen eines Bootes. Sie dienen zum Belegen von Leinen und kommen bei jedem An- und Ablegemanöver zum Einsatz. Gleichzeitig zählen sie zu den Bauteilen, an denen sich Leinen verfangen oder Crewmitglieder stoßen und verletzen können. Auf der boot Düsseldorf stellte Nomen eine klappbare Klampe vor, die genau an diesen Punkten ansetzt. Entwickelt wurde sie von einem Bootsbauer und Industriedesigner, der nach seiner Ausbildung im Bootsbau sowie einem Studium des Industriedesigns und Stationen im Schiffbau eigene Produkte für den Wassersport entwickelte. Ziel war eine Klampe, die sich einfacher bedienen lässt und gleichzeitig typische Schwachstellen klassischer Konstruktionen reduziert.
Die Grundidee wirkt zunächst einfach: Statt dauerhaft offen auf dem Deck zu stehen, lässt sich die Klampe mit einem Handgriff öffnen und ebenso schnell wieder schließen. Wird sie nicht benötigt, verschwindet sie nahezu bündig im Deck und ragt deutlich weniger hervor als klassische Modelle. Inzwischen wurde das Konzept weiterentwickelt. Eine neue Variante bleibt grundsätzlich geschlossen, erlaubt aber trotzdem das direkte Belegen einer Leine. Gleichzeitig kann die Leine ebenso schnell wieder gefiert oder gelöst werden. Damit verbindet die Konstruktion eine flache Bauweise mit einer Bedienung, die auch in hektischen Situationen unkompliziert bleibt. Gerade beim Anlegen oder beim Festmachen an Bojen zählt oft jede Sekunde. Deshalb spielt nicht nur die Stabilität einer Klampe eine Rolle, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der sich Leinen sicher belegen und wieder lösen lassen.
Ein wesentlicher Vorteil der Konstruktion liegt in ihrer geschlossenen Form. Offene Klampen stellen auf vielen Booten eine typische Stolperstelle dar. Außerdem können sich Leinen, Kleidung oder Ausrüstung an den hervorstehenden Hörnern verhaken. Die klappbare Ausführung reduziert diese Gefahren deutlich. Zwar bleibt die Klampe weiterhin als Beschlag auf dem Deck vorhanden, scharfe oder weit herausragende Kanten werden jedoch vermieden. Das kann insbesondere auf Segelyachten sinnvoll sein, auf denen sich die Crew häufig unter Zeitdruck bewegt und zahlreiche Leinen gleichzeitig geführt werden. Auch lose Festmacher finden weniger Möglichkeiten, sich unbeabsichtigt einzuhängen. Das erleichtert Arbeitsabläufe und trägt dazu bei, das Deck übersichtlicher zu halten.
Sicherheitslösungen müssen sich im Bootsalltag bewähren. Eine Klampe darf deshalb nicht komplizierter zu bedienen sein als ein herkömmliches Modell. Genau hier setzt das Konzept an. Nach Angaben des Entwicklers kann die Leine trotz geschlossener Bauweise schnell belegt und ebenso rasch wieder gefiert werden. Damit eignet sich die Konstruktion sowohl für ruhige Hafenmanöver als auch für Situationen, in denen Leinen unter wechselnden Wind- oder Strömungsverhältnissen mehrfach angepasst werden müssen. Zu den wichtigsten Eigenschaften gehören:
Nomen bietet die Klampe in verschiedenen Materialvarianten an. Aluminium richtet sich vor allem an Besitzer kleinerer Freizeitboote, bei denen ein geringes Gewicht und ein attraktiver Preis im Vordergrund stehen. Für größere Segel- und Motoryachten wird die Klampe auch aus Edelstahl angeboten. Dieses Material überzeugt durch hohe Korrosionsbeständigkeit und eine große mechanische Belastbarkeit. Gerade im Salzwasser und bei dauerhaft hohen Zugkräften gelten Edelstahlbeschläge seit vielen Jahren als bewährte Lösung. Darüber hinaus stehen unterschiedliche Größen zur Verfügung, damit sich die Klampe an verschiedene Bootsgrößen und Leinenstärken anpassen lässt. Denn die Kräfte, die beim Festmachen einer kleinen Jolle auftreten, unterscheiden sich erheblich von denen einer großen Fahrtenyacht.
Je nach Material und Größe bewegen sich die Preise nach Angaben des Herstellers zwischen rund 300 Euro und etwa 8.000 Euro. Die große Spanne erklärt sich durch unterschiedliche Dimensionen und Einsatzbereiche. Während kleinere Modelle für Freizeitboote ausgelegt sind, müssen große Ausführungen erheblich höhere Lasten aufnehmen. Das Beispiel zeigt, dass Innovationen im Bootsbau nicht zwangsläufig spektakuläre Neuentwicklungen sein müssen. Häufig entsteht ein praktischer Mehrwert dort, wo alltägliche Bauteile konsequent weitergedacht werden. Eine Klampe wird auf jedem Törn dutzendfach genutzt. Verbesserungen bei Bedienung, Sicherheit und Ergonomie wirken sich deshalb unmittelbar auf den Bordalltag aus. Genau diesen Ansatz verfolgt Nomen mit seiner klappbaren Konstruktion und zeigt, dass auch ein vergleichsweise kleines Bauteil das Potenzial hat, den Umgang mit einem Boot spürbar zu erleichtern.