Die Zahl elektrisch betriebener Freizeitfahrzeuge auf dem Wasser wächst seit Jahren. Während E-Boote vor allem auf Seen und Binnengewässern an Bedeutung gewinnen, entstehen auch in anderen Bereichen neue Konzepte.
Dazu gehören sogenannte Unterwasserscooter oder Wasserschlitten, die Schwimmer und Taucher mit eigener Antriebskraft durch das Wasser bewegen. Sie ermöglichen höhere Geschwindigkeiten als reines Schwimmen und eröffnen neue Möglichkeiten beim Schnorcheln, Tauchen oder Erkunden von Küstengewässern. Auf der boot Düsseldorf präsentierte Cayago mit dem Seabob F5 SR sein leistungsstärkstes Modell. Der elektrisch angetriebene Wasserschlitten richtet sich an Nutzer, die Geschwindigkeit, Wendigkeit und moderne Antriebstechnik miteinander verbinden möchten. Gleichzeitig zeigt das Fahrzeug, wie sich Elektromobilität zunehmend auch im Wassersport etabliert.
Der Seabob F5 SR wird von einem Elektromotor angetrieben, der nach Herstellerangaben eine Schubkraft von 745 Newton erzeugt. Damit erreicht das Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 22 Kilometern pro Stunde. Für einen Unterwasserscooter stellt das einen hohen Wert dar, der sowohl an der Wasseroberfläche als auch beim Tauchen für eine dynamische Fortbewegung sorgt. Die Energie liefern zwei Lithium-Ionen-Batterien. Je nach Fahrweise gibt der Hersteller eine Laufzeit von bis zu 60 Minuten an. Wie bei anderen elektrisch betriebenen Fahrzeugen hängt die tatsächliche Einsatzdauer von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen die gewählte Leistungsstufe, häufige Beschleunigungen, das Körpergewicht des Fahrers sowie die Nutzung unter oder über Wasser. Zum Aufladen verfügt das Gerät über eine integrierte Ladebuchse. Beim ausgestellten Spitzenmodell war dieser Bereich ebenso wie weitere Elemente mit Chromapplikationen ausgestattet. Sie verändern die technischen Eigenschaften zwar nicht, unterstreichen jedoch den Premiumanspruch des Modells.
Die Bedienung erfolgt über ergonomisch angeordnete Griffe mit integrierten Piezo-Tasten. Über sie lassen sich die einzelnen Leistungsstufen während der Fahrt erhöhen oder reduzieren. Lässt der Fahrer die Griffe los, stoppt der Antrieb unmittelbar. Diese Sicherheitsfunktion verhindert, dass das Fahrzeug unkontrolliert weiterfährt. Ein TFT-Display informiert über verschiedene Betriebszustände und ermöglicht unter anderem Einstellungen für den Tauchbetrieb. Dadurch kann der Fahrer wichtige Informationen direkt während der Nutzung ablesen, ohne zusätzliche Geräte verwenden zu müssen. Der eigentliche Bewegungsablauf unterscheidet sich deutlich von klassischen Wassersportgeräten. An der Oberfläche schwimmt der Seabob selbstständig. Soll unter Wasser getaucht werden, wird das Fahrzeug nach unten gedrückt und gleichzeitig beschleunigt. Durch den erzeugten Schub zieht es den Nutzer kontrolliert unter die Wasseroberfläche.
Im Unterschied zu benzinbetriebenen Wasserfahrzeugen entstehen beim Betrieb keine direkten Abgasemissionen. Auch die Geräuschentwicklung fällt deutlich geringer aus. Gerade in sensiblen Gewässern oder beim Tauchen kann dies Vorteile bieten, weil Unterwassergeräusche reduziert werden. Der Hersteller berichtete auf der Messe von Beobachtungen, nach denen Delfine oder Meeresschildkröten teilweise neugierig auf das Fahrzeug reagieren. Solche Einzelbeobachtungen sind jedoch nicht automatisch auf alle Tierarten oder Lebensräume übertragbar. Fachleute empfehlen grundsätzlich, ausreichend Abstand zu Wildtieren einzuhalten und sie nicht aktiv zu verfolgen oder anzulocken. Unabhängig davon verändert die Elektrifizierung den Wassersport spürbar. Immer mehr Hersteller setzen auf elektrische Antriebssysteme, weil sie wartungsärmer arbeiten, lokal keine Abgase verursachen und eine fein dosierbare Leistungsregelung ermöglichen.
Elektrische Wasserschlitten werden längst nicht mehr ausschließlich von Freizeitsportlern auf Reisen genutzt. Auch Tauchschulen, Fotografen und professionelle Anwender setzen solche Systeme ein, um längere Strecken mit geringerem Kraftaufwand zurückzulegen. Zu den wichtigsten Einsatzbereichen gehören:
Cayago nannte auf der Messe einen Einstiegspreis von 7.800 Euro. Das ausgestellte Spitzenmodell Seabob F5 SR mit vollständiger Ausstattung lag bei 14.565 Euro. Neben der Motorleistung beeinflussen vor allem Ausstattungsmerkmale, Oberflächen, Displayfunktionen und Designoptionen den Endpreis. Der Markt für hochwertige Unterwasserscooter bewegt sich damit klar im Premiumsegment. Käufer investieren nicht nur in einen leistungsstarken Elektromotor, sondern auch in Akkutechnik, wasserdichte Elektronik und aufwendige Fertigung.
Die Entwicklung zeigt, dass Elektromobilität inzwischen weit über den Straßenverkehr hinausreicht. Moderne Batteriesysteme ermöglichen heute Anwendungen, die vor wenigen Jahren technisch kaum realisierbar gewesen wären. Im Wassersport entstehen dadurch Fahrzeuge, die hohe Leistung mit einem vergleichsweise leisen Betrieb verbinden und gleichzeitig neue Möglichkeiten eröffnen, die Unterwasserwelt auf eine dynamische Weise zu erkunden.