Straßenbau, Betonsanierung und Breitbandausbau stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an Schneidtechnik. Mal geht es um saubere Anschlussfugen in Betonflächen, mal um schmale Schlitze für Leitungen, mal um robuste Diamantwerkzeuge für den täglichen Baustelleneinsatz.
Cedima zeigt auf der bauma in München mehrere Neuheiten, die genau diese Bandbreite abdecken – von der Trockenschneidemaschine bis zum Fugenschneider für Microtrenching. Das Unternehmen ist im Diamantwerkzeugbereich und bei Fugenschneidern seit Jahren etabliert. Nach einer Übernahme durch neue Gesellschafter wurde der Betrieb nach eigenen Angaben modernisiert und restrukturiert. Die aktuelle Situation wird als stabil beschrieben, sodass wieder stärker in Forschung, Entwicklung, neue Maschinen und Werkzeugtechnologien investiert werden kann.
Eine zentrale Neuentwicklung ist die CF-2020 TR. Die Maschine wurde speziell für das Schneiden von Anschlussfugen und Dehnungsfugen entwickelt. Ihr wichtigstes Merkmal: Sie arbeitet ohne Kühlwasser. Bei vielen klassischen Fugenschneidern entsteht beim Nassschnitt eine Mischung aus Wasser, Staub und Materialabrieb. Diese Schneidschlämme muss aufgefangen, abgesaugt und entsorgt werden. Genau dieser Aufwand entfällt beim Trockenschnittverfahren der CF-2020 TR weitgehend. Das Schneidgut wird direkt über eine Absaugung aufgenommen und in einen separaten Behälter geführt.
Der praktische Vorteil liegt auf der Hand. Baustellen, Dienstleister und Auftraggeber müssen weniger Aufwand für Wasserbereitstellung, Schlammbehandlung und Entsorgung einplanen. Besonders bei Projekten mit hohen Umwelt- oder Sauberkeitsanforderungen kann das relevant werden. Die Entwicklung entstand laut Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit Dienstleistern. In Ausschreibungen und von Bauherren werde zunehmend gefordert, bestimmte Schneidaufgaben im Trockenschnittverfahren auszuführen. Mit der CF-2020 TR reagiert Cedima auf genau diese Anforderungen.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem CF-5030 MT. Dabei handelt es sich um einen Fugenschneider für den Straßenbau, der für Schnitte in Asphalt- und Betonflächen ausgelegt ist. Die Maschine ist mit moderner Dieselmotorentechnik und aktueller Steuerungstechnik ausgestattet. Lenkung und Aufsitzplatz sollen ein exaktes Arbeiten ermöglichen. Der Zusatz MT steht für Microtrenching. Gemeint ist ein Verfahren, bei dem schmale Schlitze in asphaltierte Oberflächen eingebracht werden, um Rohr- oder Glasfaserleitungen zu verlegen. Der CF-5030 MT soll Schnitte mit 30 Millimetern Breite und 300 Millimetern Tiefe ermöglichen.
Dieses Verfahren kann beim Breitbandausbau eine wichtige Rolle spielen. Statt größere Straßenbereiche aufwendig aufzubrechen, werden nur schmale Kanäle hergestellt. Das reduziert Eingriffe in die Oberfläche, verkürzt Bauzeiten und kann Kosten senken. Wichtige Merkmale der vorgestellten Lösungen:
In Skandinavien wird die Microtrenching Technologie bereits seit längerer Zeit eingesetzt. In Deutschland öffnet sich der Markt nach Einschätzung des Unternehmens zunehmend für dieses Verfahren. Besonders große Kommunikationsanbieter zeigen Interesse, weil der Ausbau von Glasfaserleitungen schneller und wirtschaftlicher organisiert werden muss.
Der Hintergrund ist klar: Der Bedarf an leistungsfähigen Datennetzen wächst weiter, gleichzeitig sollen Bauarbeiten im Straßenraum möglichst wenig Verkehr, Anwohner und bestehende Infrastruktur belasten. Schmale Schnitte können hier ein pragmatischer Weg sein, wenn Untergrund, Genehmigung und Projektanforderungen zusammenpassen. Für Maschinenhersteller entsteht daraus ein spezieller Markt. Gefragt sind Schneidsysteme, die präzise, zuverlässig und mit klar definierten Schnittmaßen arbeiten. Der CF-5030 MT positioniert sich genau in diesem Segment.
Neben den Maschinen präsentiert Cedima auch neue Diamantschneidewerkzeuge. Auffällig sind dabei nicht nur die technischen Leistungsdaten, sondern auch Gestaltung und Benennung. Namen wie Blue 66, BlackJack oder Diabolik folgen dem Leitmotiv „Road to Success“ und sollen sich im Handel deutlich abheben.
Hinter der auffälligen Optik steht dennoch ein klassisches Ziel: Die Werkzeuge sollen das bestehende Portfolio erweitern und verbessern. Sie richten sich sowohl an Händler als auch an professionelle Dienstleister. Entscheidend sind dabei Schnittqualität, Standzeit, Einsatzbreite und ein Preisniveau, das auch Profikunden anspricht. Die Werkzeuge sind nicht allein für firmeneigene Fugenschneider gedacht. Sie können auch in anderen Geräten eingesetzt werden, etwa in einer Flex, einer Tischsäge oder weiteren Schneidsystemen.
Die vorgestellten Produkte zeigen, wohin sich das Unternehmen nach der Restrukturierung bewegen will. Cedima konzentriert sich auf Kernkompetenzen im Straßenbau, bei Fugenschneidern und Diamantwerkzeugen. Gleichzeitig wird stärker auf kreative Vermarktung gesetzt, um neue Produkte im Markt sichtbarer zu machen.
Das auffällige Standkonzept ist dabei mehr als reine Gestaltung. Es soll die strategische Neuausrichtung nach außen tragen: modernisierte Strukturen, neue Maschinen, weiterentwickelte Werkzeuge und ein klarerer Blick auf Kundenanforderungen. Besonders deutlich wird das an den beiden Maschinen. Die CF-2020 TR reagiert auf Anforderungen an saubere Trockenschnittverfahren ohne Schneidschlämme. Der CF-5030 MT greift den wachsenden Bedarf im Glasfaserausbau auf. Beide Lösungen zeigen, dass Schneidtechnik im Bau nicht nur stärker spezialisiert wird, sondern auch enger mit aktuellen Infrastrukturthemen verbunden ist.