Auf Baustellen gehören Kabeltrommeln seit Jahrzehnten zur Grundausstattung. Was auf den ersten Blick wie ein unscheinbares Arbeitsmittel wirkt, ist in der Praxis jedoch ein sicherheitsrelevantes Bauteil.
Beschädigte Leitungen, hohe mechanische Belastungen, Feuchtigkeit und wechselnde Witterungsbedingungen stellen hohe Anforderungen an die Stromversorgung auf der Baustelle. Auf der bauma in München zeigt As Schwabe deshalb Lösungen, die sowohl aktuelle Sicherheitsvorgaben erfüllen als auch den Arbeitsalltag von Handwerkern und Bauunternehmen erleichtern sollen. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei unterschiedliche Konzepte: eine speziell geschützte Metallkabeltrommel für den professionellen Einsatz sowie eine mobile Stromstation, die mehrere Funktionen eines Baustromverteilers in einem Gerät zusammenführt.
Die sogenannte Iron Coat Kabeltrommel basiert auf einer klassischen Metallkonstruktion. Metalltrommeln gelten im Handwerk seit jeher als besonders robust, langlebig und widerstandsfähig gegenüber Kälte, Stößen und rauen Einsatzbedingungen. Gleichzeitig haben sich die gesetzlichen Anforderungen in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Nach Angaben von As Schwabe dürfen Metallkabeltrommeln für den Baustelleneinsatz seit einer Änderung der Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherung nur noch mit spezieller Schutzisolierung verwendet werden. Hintergrund ist ein denkbares Schadensszenario auf der Baustelle: Wird ein Kabel beschädigt und eine stromführende Ader liegt frei, kann beim Aufwickeln unter ungünstigen Umständen Spannung auf die Metallteile der Trommel übertragen werden.
Die Iron Coat Kabeltrommel soll genau dieses Risiko verhindern. Eine spezielle Schutzisolierung trennt die leitenden Komponenten von den berührbaren Außenseiten. Zusätzlich besteht der gesamte Isolationskern aus Kunststoff. Selbst wenn sich im Bereich der Steckdosen oder Anschlüsse durch Zugkräfte Leitungen lockern sollten, bleiben diese geschützt und kommen nicht mit dem Metallgehäuse in Kontakt. Damit verbindet die Konstruktion die Vorteile einer Metalltrommel mit den heute geforderten Sicherheitsstandards für den professionellen Baustellenbetrieb.
Besondere Bedeutung kommt der Zertifizierung zu. Die vorgestellte Kabeltrommel wurde nach Angaben des Herstellers von der Berufsgenossenschaft geprüft und entspricht den Anforderungen der BGI 608. Diese Vorschrift definiert die Anforderungen für den Betrieb von Kabeltrommeln auf Baustellen. Gerade in Deutschland gelten die Sicherheitsstandards im europäischen Vergleich als besonders anspruchsvoll. Für Hersteller bedeutet dies einen hohen technischen Aufwand, für Anwender jedoch zusätzliche Sicherheit im täglichen Einsatz. Vor allem bei großen Bauprojekten, auf denen zahlreiche elektrische Geräte gleichzeitig betrieben werden, gewinnen solche Schutzmaßnahmen zunehmend an Bedeutung. Stromversorgung wird heute nicht mehr nur unter dem Gesichtspunkt der Funktion betrachtet, sondern ebenso unter dem Aspekt der Arbeitssicherheit.
Wichtige Merkmale der vorgestellten Lösungen:
Neben der klassischen Kabeltrommel präsentiert As Schwabe mit der Mammut Kabeltrommel ein System, das deutlich über die reine Kabelverlängerung hinausgeht. Das Gerät fungiert als komplette mobile Stromversorgung für einzelne Arbeitsbereiche auf der Baustelle. Ausgestattet mit einem 30 oder 40 Meter langen 5G6-Kabel und einem 32-Ampere-Anschluss wird die Einheit direkt an einen Baustromverteiler angeschlossen. Anschließend lässt sich die Stromversorgung flexibel an den gewünschten Einsatzort verlagern.
Der Anwender erhält dort mehrere Anschlussmöglichkeiten gleichzeitig. Neben drei Schukosteckdosen stehen zwei 16-Ampere-Anschlüsse sowie eine zusätzliche 32-Ampere-Dose zur Verfügung. Damit können unterschiedliche Maschinen, Werkzeuge und Verbraucher parallel betrieben werden. Besonders interessant ist dieses Konzept auf weitläufigen Baustellen, bei denen Arbeitsbereiche regelmäßig wechseln oder größere Entfernungen zwischen Verteilerkasten und Einsatzort überbrückt werden müssen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der integrierten Absicherung. Die Mammut Kabeltrommel verfügt über FI-Schutzschalter und Leitungsschutzschalter, die direkt in das System integriert sind. Dadurch entsteht am jeweiligen Arbeitsplatz eine eigenständige, abgesicherte Stromversorgung. Anwender müssen nicht auf zusätzliche Verteiler oder Schutzkomponenten zurückgreifen, sondern können elektrische Geräte unmittelbar anschließen. Gerade bei leistungsstarken Werkzeugen, Schweißgeräten oder größeren Maschinen sorgt dies für mehr Flexibilität. Gleichzeitig reduziert sich der organisatorische Aufwand auf der Baustelle, weil weniger separate Komponenten transportiert und aufgebaut werden müssen.
Die Anforderungen an die elektrische Infrastruktur auf Baustellen steigen kontinuierlich. Moderne Werkzeuge, digitale Messtechnik, Ladegeräte für Akkusysteme und zunehmend elektrifizierte Maschinen benötigen zuverlässige Energiequellen direkt am Einsatzort. Vor diesem Hintergrund entwickeln sich Kabeltrommeln immer stärker von einfachen Verlängerungslösungen zu multifunktionalen Stromversorgungsplattformen. Sicherheit, Flexibilität und einfache Handhabung stehen dabei im Vordergrund. Die auf der bauma gezeigten Systeme verdeutlichen diesen Wandel. Während die Iron Coat Kabeltrommel aktuelle Sicherheitsanforderungen für Metalltrommeln erfüllt, schafft die Mammut Kabeltrommel eine mobile Infrastruktur für die Energieversorgung auf der Baustelle. Beide Lösungen verfolgen dasselbe Ziel: elektrische Energie dort bereitzustellen, wo sie benötigt wird – sicher, robust und unter den anspruchsvollen Bedingungen des täglichen Baustellenbetriebs.