Die Digitalisierung von Baustofflogistik und Transportbetonwerken schreitet seit Jahren voran. Während viele Prozesse in Betonwerken, Asphaltmischanlagen oder Schüttgutbetrieben bereits softwaregestützt ablaufen, standen mobile Anwendungen lange nicht im Mittelpunkt.
Genau an dieser Stelle setzt eine neue Lösung an, die auf der bauma vorgestellt wurde. Ziel ist es, Dispositionsdaten, Produktionsinformationen und Statusmeldungen direkt auf Smartphones und Tablets verfügbar zu machen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Verantwortliche außerhalb des Büros jederzeit den Überblick über laufende Prozesse behalten können. Gerade in der Baustoffindustrie, in der Lieferketten eng getaktet sind und Verzögerungen erhebliche Auswirkungen auf Baustellen haben können, gewinnt der mobile Zugriff auf aktuelle Betriebsdaten zunehmend an Bedeutung.
Das Computer Institut Bamberg, kurz CIB, beschäftigt sich seit Mitte der 1980er Jahre mit Softwarelösungen für die Baustoffindustrie. Zu den klassischen Anwendungsfeldern gehören Transportbeton, Schüttgüter und Asphaltproduktion. Die auf der bauma vorgestellte Lösung CIB Mobil erweitert bestehende Systeme um einen mobilen Zugriff auf wichtige Betriebs- und Dispositionsdaten. Viele Kunden arbeiten traditionell innerhalb lokaler Netzwerke. Gleichzeitig ist die Nachfrage gestiegen, Informationen auch auf mobilen Endgeräten nutzen zu können. Smartphones und Tablets gehören heute zur Standardausstattung vieler Werkleiter, Betriebsleiter und Verantwortlicher. Die Herausforderung besteht darin, komplexe Produktions- und Logistikdaten übersichtlich und in Echtzeit bereitzustellen.
Besonders deutlich wird der Nutzen am Beispiel eines Transportbetonwerks. Dort disponieren Mischmeister täglich zahlreiche Betonlieferungen für unterschiedliche Baustellen. Eine größere Bodenplatte kann schnell Liefermengen von 100 Kubikmetern und mehr erfordern. Da ein Fahrmischer lediglich sechs bis acht Kubikmeter transportiert, müssen zahlreiche Touren präzise aufeinander abgestimmt werden. Bereits kleine Störungen können den gesamten Ablauf beeinträchtigen. Verspätete Fahrzeuge, technische Probleme oder Verzögerungen bei der Beladung wirken sich unmittelbar auf die Baustelle aus. Werkleiter und Baustellenverantwortliche benötigen deshalb jederzeit Informationen über den aktuellen Stand der Lieferkette. Die mobile Lösung soll genau diese Transparenz schaffen. Anwender erhalten aktuelle Informationen nicht erst im Büro, sondern unmittelbar auf ihrem mobilen Gerät.
Die vorgestellte Anwendung greift auf bestehende Dispositionsdaten zu und stellt sie grafisch auf mobilen Endgeräten dar. Jede Tour besitzt einen definierten Status, der über Farben und grafische Elemente visualisiert wird. Der Anwender erkennt auf einen Blick, welche Fahrzeuge unterwegs sind, welche Touren sich in der Beladung befinden oder welche Aufträge bereits an die Mischanlage übertragen wurden. Gleichzeitig werden Rückmeldungen aus der Produktion verarbeitet und mit den kaufmännischen Systemen verknüpft. Wichtige Funktionen der Lösung umfassen:
Die Software selbst steuert keine Mischanlagen. Stattdessen fungiert sie als zentrale Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Komponenten eines Betonwerks. Dispositionsaufträge werden an die jeweilige Anlagensteuerung übertragen. Nach Abschluss der Produktion fließen die relevanten Daten zurück und werden automatisch weiterverarbeitet. In Deutschland existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Hersteller von Mischanlagen. Die Herausforderung besteht deshalb weniger in der Datenerfassung als vielmehr in der Integration verschiedenster Systeme. Die vorgestellte Lösung verfolgt genau diesen Ansatz und verbindet die einzelnen Prozessschritte zu einem durchgängigen Informationskreislauf.
Auffällig ist der enge Kontakt zu den Anwendern. Die Messe dient nicht nur der Präsentation neuer Funktionen, sondern auch als Plattform für Rückmeldungen aus der Praxis. Werkleiter, Mischmeister und Disponenten können konkrete Wünsche äußern, beispielsweise zu Filterfunktionen, Suchkriterien oder individuellen Ansichten. Diese Rückmeldungen fließen direkt in die Weiterentwicklung ein. Der Hersteller verfolgt damit einen Ansatz, der in spezialisierten Branchenlösungen zunehmend an Bedeutung gewinnt: Software wird nicht isoliert entwickelt, sondern gemeinsam mit den Anwendern kontinuierlich angepasst. Gerade in der Baustoffindustrie unterscheiden sich Betriebsabläufe oft deutlich voneinander. Standardlösungen stoßen deshalb schnell an Grenzen. Mobile Systeme müssen flexibel genug sein, um verschiedene Betriebsgrößen, Produktionsstrukturen und Arbeitsweisen abzubilden. Die auf der bauma gezeigte Lösung verdeutlicht diesen Wandel. Dispositionssoftware beschränkt sich längst nicht mehr auf den Arbeitsplatz im Büro. Informationen werden mobil verfügbar, Prozesse transparenter und Reaktionszeiten kürzer. Für Betreiber von Transportbetonwerken, Asphaltanlagen und Schüttgutbetrieben kann dies helfen, Abläufe besser zu steuern und Störungen frühzeitig zu erkennen, bevor daraus größere Probleme entstehen.