Auf der Toy Fair in New York stellt Carrera ein System in den Mittelpunkt, das bewusst als Weiterentwicklung des klassischen Slotcar Racing verstanden wird. Carrera Hybrid ist in den USA seit 2025 erhältlich und wird dort nach Unternehmensangaben mit großem Erfolg aufgenommen.
Das Konzept richtet sich an eine Zielgruppe, die zwischen traditioneller Autorennbahn und Videogame sozialisiert ist – und beide Welten verbinden möchte.
Hybrid bedeutet in diesem Fall: Slotcar Racing ohne Slot. Die Fahrzeuge bewegen sich nicht mehr starr in einer Führungsschiene, sondern fahren frei über die Bahn – vergleichbar mit einem kleinen RC Fahrzeug. Gleichzeitig bleibt das typische Rennbahnerlebnis erhalten. Im Zentrum steht eine AI, die das Fahrverhalten unterstützt und steuert. Je nach gewähltem Schwierigkeitslevel greift die künstliche Intelligenz unterschiedlich stark ein. Einsteiger können sich automatisch auf der Strecke halten lassen, Fortgeschrittene erhalten nur noch leichte Korrekturen, erfahrene Fahrer fahren vollständig eigenständig. Damit öffnet Carrera Hybrid das System für unterschiedliche Erfahrungsstufen. Die Steuerung erfolgt über eine App mit bewusst reduziertem, klar strukturiertem Interface. Darüber lassen sich zahlreiche Funktionen einstellen und simulieren. Der klassische Videogame-Ansatz wird sichtbar integriert: Man „levelt up“, schaltet Funktionen frei und entwickelt sein Fahrzeug weiter.
Über die App können verschiedene Parameter beeinflusst werden. Dazu gehören Reifensituationen, Schaltvorgänge, Bremsverhalten oder ein Turbo Boost. Selbst unterschiedliche Straßenbedingungen wie nasse oder trockene Strecke werden simuliert. Die AI analysiert während des Rennens das Terrain und reagiert entsprechend. Damit entsteht eine neue Form von Rennbahnerlebnis, die über das reine Gasgeben hinausgeht. Zu den zentralen Funktionen gehören:
Unter der schwarzen Beschichtung der Strecke befindet sich eine spezielle Schraffierung. Ein Sensor an der Front des Fahrzeugs liest diese Struktur permanent aus. So weiß das Auto jederzeit, wo es sich auf der Straße befindet. Diese permanente Kommunikation zwischen Fahrzeug und Bahn ist die technische Grundlage für das freie Fahren ohne Slot. Carrera bleibt damit dem Rennbahnprinzip treu, erweitert es jedoch technisch deutlich. Während klassische Systeme mechanisch geführt sind, entsteht hier eine digitale Spurführung.
Wie bei Carrera üblich, ist die Auswahl an Fahrzeugen breit gefächert. Audi, Porsche, BMW und für den US Markt besonders relevant der Ford Mustang sind verfügbar. Für das Jahresende ist die Einführung von Formel 1 Fahrzeugen angekündigt. Geplant sind Modelle von Ferrari, McLaren, Mercedes, Red Bull und Audi. Damit positioniert sich Carrera Hybrid nicht nur als technisches Experiment, sondern als vollwertige Plattform mit bekannten Marken und Rennserien.
Im deutschsprachigen Raum ist die Carrera Bahn nahezu synonym mit Autorennbahn. In den USA ist die Marke weniger tief verankert, dennoch stark vertreten. Im Hobbymarkt beansprucht Carrera nach eigenen Angaben rund 80 Prozent Marktanteil. Im Massenmarkt wird das Unternehmen als der Slotcar Racing Hersteller wahrgenommen. Konkurrenz entsteht vor allem im unteren Preissegment durch Anbieter aus China. Qualitativ sieht sich Carrera jedoch deutlich positioniert. Im Fachhandel ist die Marke präsent, ebenso bei großen Retailern wie Walmart, Target und Costco. Der Anspruch bleibt derselbe: Wer eine Carrera Bahn kauft, erwartet Qualität und technisches Know-how.
Carrera Hybrid markiert den Versuch, das klassische Slotcar Racing in die Gegenwart zu überführen. Die Verbindung aus physischer Bahn, digitaler Steuerung und künstlicher Intelligenz adressiert eine Generation, die mit Videogames aufgewachsen ist. Das System beantwortet die Frage, was nach dem traditionellen Slotcar Racing kommen kann. Freies Fahren, AI-Unterstützung, App-Steuerung und ein Level-System schaffen ein hybrides Spielerlebnis. Dabei bleibt die Grundidee erhalten: Zwei oder mehr Fahrzeuge auf einer Rennstrecke, die um Positionen kämpfen. Carrera Hybrid als nächster Schritt im Slotcar Racing steht damit für eine technische Öffnung des Formats. Es ist nicht mehr nur eine Autorennbahn, sondern ein Rennsystem, das analoge Mechanik und digitale Logik zusammenführt – und sich damit zwischen Spielzeug, Hobby und Videogame positioniert.