Spirograph und Marshmallow Madness von PlayMonster

von Jürgen Groh - 2026-02-18

Seit rund 60 Jahren steht Spirograph für geometrische Muster, Zahnräder und ineinandergreifende Kreise. Die Marke hat Generationen begleitet. Nun wird das Konzept erweitert – nicht als nostalgische Wiederauflage, sondern als inhaltliche Neuausrichtung. Playmonster verbindet beim aktuellen Auftritt zwei unterschiedliche Ansätze: kreative Kunstprojekte mit Spirograph und ein schnelles Reaktionsspiel namens Marshmallow Madness. Beide Produkte zeigen, wie sich klassische Spielideen weiterentwickeln lassen, ohne ihren Kern zu verlieren.

Spirograph von PlayMonster

Spirograph als Kunstprojekt mit Anleitung

Der neue Ansatz bei Spirograph geht deutlich über das bekannte Zeichenspiel hinaus. Erstmals lassen sich konkrete Motive umsetzen, darunter die Mona Lisa oder ein Bild im Stil von Van Gogh. Das Prinzip ähnelt einem Malen-nach-Zahlen-System, wird jedoch mit Zahnrädern und Schablonen kombiniert. Im Set enthalten sind farbige Stifte, nummerierte Flächen und unterschiedliche Spirograph-Elemente. Die Zahlen geben vor, welche Bereiche in welcher Farbe auszufüllen sind. Kleinere Zahnräder werden in engeren Segmenten eingesetzt, größere Formen in offenen Flächen. Schritt für Schritt entsteht ein vollständiges Bild. Der Prozess ist bewusst zeitintensiv angelegt. Vier bis sechs Stunden kann es dauern, bis ein Motiv fertiggestellt ist. Das Ergebnis soll nicht nur ein Spielblatt sein, sondern ein Kunstwerk, das gerahmt werden kann. Perspektivisch sind Versionen mit Rahmen und hochwertiger Ausstattung geplant. Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei etwa 24,99.

Spirograph als Kunstprojekt mit Anleitung
Spirograph Malen nach Zahlen mit Schablonen van Gogh

Neue Zielgruppen für eine etablierte Marke

Traditionell galt Spirograph als Spiel für Kinder. Mit dem neuen Konzept verschiebt sich die Altersstruktur. Angesprochen werden nun auch Jugendliche, junge Erwachsene und ausdrücklich Frauen. Die Idee dahinter ist einfach: Viele Nutzer mochten das klassische System, sahen jedoch nach dem ersten Ausprobieren wenig Weiterverwendung. Das Feedback aus dem Markt lautete, dass das Spielen zwar Spaß mache, aber kein bleibendes Ergebnis entstehe. Der Wunsch, etwas Dauerhaftes zu schaffen, führte zur Neuentwicklung. Inspiration kam von einer Künstlerin, die unter dem Namen Spiro Girl bekannt ist und professionelle Arbeiten mit Spirograph-Technik erstellt. In Zusammenarbeit mit ihr entstand die Idee, das System so zu strukturieren, dass anspruchsvolle Motive auch für Einsteiger zugänglich sind. Damit wird aus einem Konstruktionsspiel ein angeleitetes Kreativprojekt – mit klarer Aufgabenstellung und sichtbarem Endprodukt.

Marshmallow Madness als motorische Herausforderung

Marshmallow Madness als motorische Herausforderung

Neben dem Kunstsegment setzt Playmonster stark auf Spiele mit unmittelbarer Interaktion. Marshmallow Madness verfolgt ein komplett anderes Prinzip. Hier geht es nicht um Präzision auf Papier, sondern um Koordination und Geschwindigkeit. Spieler stecken ihre Hände in eine Konstruktion, die Bewegungen über größere oder kleinere „Spielhände“ überträgt. Ziel ist es, innerhalb von 60 Sekunden möglichst viele Marshmallows aufzunehmen und sich selbst zuzuführen. Die größere Variante dient vor allem Vorführzwecken, die kompaktere Version ist für den Heimgebrauch gedacht und einfacher zu bedienen. Der empfohlene Preis liegt bei 19,99. Gerade die ungewohnte Steuerung erzeugt den Reiz. Die Bewegungen sind weniger präzise als mit der eigenen Hand, was zu unvorhersehbaren Situationen führt. Das Spiel lebt von Lachen, Reaktion und direkter Konkurrenz.

Marshmallow Madness von PlayMonster
PlayMonster Neuheiten toy fair New York

Soziale Dynamik statt Bildschirmzeit

Hinter beiden Produkten steht eine klare Haltung. Spielwaren sollen Menschen miteinander verbinden. Geräte und Displays dominieren den Alltag vieler Familien. Analoge Spiele, so die Überzeugung, schaffen einen Gegenpol. Spirograph fördert konzentriertes Arbeiten über mehrere Stunden hinweg. Marshmallow Madness setzt auf unmittelbare Interaktion im Raum. Beide Konzepte bringen Menschen an einen Tisch – sei es im kreativen Austausch oder im schnellen Wettkampf. Diese Strategie ist auch eine Reaktion auf veränderte Konsumgewohnheiten. Der Markt verlangt nach Produkten, die nicht nur kurzfristig unterhalten, sondern eine Erfahrung bieten. Ein Kunstmotiv, das mehrere Stunden Arbeit erfordert, oder ein Spiel, das physische Präsenz verlangt, erfüllen genau diesen Anspruch.

Positionierung zwischen Tradition und Neuausrichtung

Mit Spirograph greift Playmonster auf eine etablierte Marke zurück, die seit Jahrzehnten im Handel präsent ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass Stillstand keine Option ist. Die Erweiterung in Richtung Kunstprojekt, die Zusammenarbeit mit einer Künstlerin und die geplanten höherwertigen Versionen zeigen eine strategische Weiterentwicklung. Marshmallow Madness ergänzt dieses Portfolio um einen Titel, der auf Schnelligkeit und Gruppenerlebnis setzt. Während Spirograph eher still und konzentriert funktioniert, lebt Marshmallow Madness von Dynamik und Lautstärke. Beide Produkte stehen exemplarisch für einen Ansatz, der klassische Spielmechaniken ernst nimmt und sie zugleich neu kontextualisiert. Spirograph und Marshmallow Madness von Playmonster markieren damit zwei unterschiedliche, aber miteinander verbundene Wege: kreative Vertiefung und gemeinschaftliches Erleben.

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