Filteranlagen und Zentralanlagen für die Kühlschmierstoffaufbereitung

von Jürgen Groh - 2024-02-14

Verunreinigte Kühlschmierstoffe, Fremdöle und Feststoffe gehören zu den häufigsten Ursachen für Qualitätseinbußen und steigende Betriebskosten in der Metallbearbeitung.

Je stärker Emulsionen, Schleiföle oder Waschwässer belastet sind, desto höher werden Verschleiß, Wartungsaufwand und das Risiko von Produktionsunterbrechungen. Auf der Grindtec zeigte die Leiblein GmbH, wie sich diese Herausforderungen mit unterschiedlichen Filtrations- und Aufbereitungssystemen beherrschen lassen. Das familiengeführte Unternehmen aus Hardheim entwickelt und baut Anlagen zur Reinigung industrieller Abwässer und verfügt gleichzeitig über langjährige Erfahrung in der Pflege von Kühlschmierstoffen. Im Mittelpunkt stehen Systeme, die Flüssigkeiten länger nutzbar machen und Bearbeitungsprozesse stabilisieren.

ClearUp Filterwagen Leiblein
Anzeige

Leiblein entwickelt Anlagen für Filtration und Ölabscheidung

Das Leistungsspektrum von Leiblein umfasst Filteranlagen und Zentralanlagen zur Aufbereitung unterschiedlichster Medien. Dazu gehören Kühlschmierstoffe, Waschwässer, Schleiföle und Honöle. Die Systeme übernehmen die Filtration, Ölabscheidung und in vielen Fällen die vollständige Aufbereitung und Entsorgung der anfallenden Medien. In der industriellen Fertigung gewinnt diese Aufgabe zunehmend an Bedeutung. Moderne Werkzeugmaschinen arbeiten mit hohen Schnittgeschwindigkeiten und engen Toleranzen. Bereits geringe Verunreinigungen können die Qualität von Werkstücken beeinträchtigen, Werkzeugstandzeiten verkürzen oder den Verbrauch an Kühlschmierstoffen erhöhen. Entsprechend wichtig wird eine kontinuierliche Aufbereitung der eingesetzten Flüssigkeiten.

MesseTV Berichterstattung Leiblein industrielle Abwasseraufbereitung
Kühlschmiertechnik ClearUp Filterwagen Leiblein

ClearUp Filterwagen arbeitet mit vakuumbasierter Filtration

Ein zentrales Exponat auf dem Messestand war der ClearUp Filterwagen. Das System nutzt eine besondere Vakuumtechnik, bei der die Pumpe keinen direkten Kontakt mit dem zu fördernden Medium hat. Stattdessen wird die Flüssigkeit über Unterdruck angesaugt, über einen Vliesfilter geführt und anschließend in einen innenliegenden Tank geleitet. Dort erfolgt zusätzlich eine Ölabscheidung. Durch die konstruktive Trennung zwischen Pumpe und Medium gelangen keine Partikel in die Pumpe, die Verschleiß verursachen könnten. Gleichzeitig arbeitet das System trockenlaufsicher und benötigt vergleichsweise wenig Wartung.

Anzeige
Clearup Filterwagen Abwasseraufbereitung Leiblein GrindTec Augsburg

Die wichtigsten Merkmale des ClearUp Filterwagens:

  • Vakuumtechnik ohne direkten Medienkontakt der Pumpe
  • 100 Prozent Trockenlaufsicherheit
  • Vliesfiltration zur Entfernung von Feststoffen
  • Zusätzliche Ölabscheidung im integrierten Tank
  • Verschleißarme Arbeitsweise durch Luftdrucktechnik
  • Geringe Folgekosten und hoher Wartungskomfort
Besonders geeignet ist der Filterwagen für Dreh- und Fräsbearbeitungen. Dort übernimmt er sowohl die Filtration als auch die Entfernung von Fremdölen über einen integrierten Ölskimmer. Für Schleif- und Honprozesse oder die Bearbeitung mit Ölen und Waschwässern kommen hingegen andere Filtersysteme zum Einsatz, die auf diese Medien besser abgestimmt sind.

ClearUp Filterwagen mit Ölskimmer Leiblein

Fest-Flüssig-Abscheidung und Koaleszenztechnik für unterschiedliche Medien

Die Anforderungen an die Aufbereitung industrieller Prozessmedien unterscheiden sich erheblich. Deshalb setzt Leiblein auf verschiedene Verfahren der Stofftrennung. Bei der Fest-Flüssig-Abscheidung werden Filtration und Sedimentation genutzt, um Partikel und Schwebstoffe aus den Medien zu entfernen. Daneben spielt die Flüssig-Flüssig-Abscheidung eine wichtige Rolle. Hier kommen Verfahren auf Basis des Koaleszenzeffekts zum Einsatz, um Fremdöle von Emulsionen oder anderen Flüssigkeiten zu trennen. Kleine Öltröpfchen vereinigen sich zu größeren Tropfen und können anschließend leichter abgeschieden werden. Diese unterschiedlichen Verfahren ermöglichen es, die Aufbereitung exakt auf die jeweilige Anwendung anzupassen. In der Metallbearbeitung entstehen je nach Prozess sehr unterschiedliche Belastungen der Medien, weshalb standardisierte Lösungen häufig an ihre Grenzen stoßen.

Zentralanlagen versorgen zahlreiche Bearbeitungsmaschinen

Das eigentliche Kerngeschäft des Unternehmens liegt im Bau von Zentralanlagen. Diese Systeme versorgen gleichzeitig zahlreiche Bearbeitungsmaschinen mit aufbereiteten Kühlschmierstoffen. Nach Angaben des Unternehmens können bis zu 20 oder 25 einzelne Maschinen an ein zentrales Versorgungssystem angebunden werden. Die verschmutzten Medien werden gesammelt, zentral filtriert und anschließend wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt. Dieses Konzept bietet mehrere Vorteile. Die Kontrolle erfolgt an einer einzigen Stelle, Wartungsarbeiten lassen sich bündeln und die Filtrationsqualität bleibt über alle angeschlossenen Maschinen hinweg konstant. Gerade größere Fertigungsbetriebe profitieren von dieser Zentralisierung. Die Versorgung zahlreicher Maschinen über ein gemeinsames System reduziert den organisatorischen Aufwand und ermöglicht eine deutlich effizientere Überwachung der eingesetzten Medien.

Clearup Filterwagen Leiblein vorher nachher Vergleich
MesseTV Interview Jochen Baumann Leiblein Entwicklung Vertrieb GrindTec 2016 Augsburg

Komplettes Leistungsspektrum aus einer Hand

Ein weiterer Schwerpunkt des Unternehmens liegt in der vollständigen Projektabwicklung aus eigener Hand. Konstruktion, Planung, Anlagenbau, Montage und Service werden intern umgesetzt. Dadurch können Anpassungen kurzfristig erfolgen und individuelle Kundenanforderungen schneller berücksichtigt werden. Die Bedeutung maßgeschneiderter Lösungen nimmt in der Industrie kontinuierlich zu. Fertigungsprozesse unterscheiden sich hinsichtlich Verschmutzungsgrad, Medienvolumen und Produktionsbedingungen oft erheblich. Flexible Anlagenkonzepte werden daher zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Die Leiblein GmbH sieht ihre Zukunft vor allem im weiteren Ausbau des Zentralanlagenbaus. Gleichzeitig strebt das Unternehmen eine stärkere internationale Ausrichtung an. Der Hintergrund ist nachvollziehbar: Je größer und komplexer industrielle Fertigungsprozesse werden, desto wichtiger wird eine zuverlässige und wirtschaftliche Aufbereitung der eingesetzten Prozessmedien. Die auf der Grindtec präsentierten Lösungen verdeutlichten, dass moderne Filtration heute weit mehr umfasst als das reine Entfernen von Verunreinigungen. Sie entwickelt sich zu einem entscheidenden Baustein für Prozessstabilität, Ressourceneffizienz und wirtschaftliche Produktion.