Hallenklimatisierung mit 40 kW und gezielter Luftverteilung

von Jürgen Groh - 2026-11-01

Hohe Temperaturen in Produktions- und Lagerhallen belasten Beschäftigte und erschweren die Einhaltung geeigneter Arbeitsbedingungen. Besonders in großen Gebäuden stellt die Klimatisierung hohe Anforderungen. Luft muss hier oft über weite Strecken verteilt werden, ohne dabei unangenehme Zugluft direkt an den Arbeitsplätzen zu verursachen. Parallel steigen die Anforderungen an die Energieeffizienz.

Für solche Anwendungen bietet der italienische Hersteller Templari ein Luft-Luft-Klimasystem an, das bereits seit Jahren im Mittelmeerraum eingesetzt wird und nun auch auf dem deutschen Markt angeboten wird. Die Anlage arbeitet mit Direktverdampfung und ist in verschiedenen Leistungsklassen von 35 bis 50 kW erhältlich. Im Mittelpunkt der Präsentation auf der Chillventa in Nürnberg stand eine Ausführung mit 40 kW, die für den deutschen Markt ausgewählt wurde.

Hallenklimatisierung mit gezielter Luftverteilung in der Industrie
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Templari Luft-Luft-Klimasystem mit Direktverdampfung für Industriehallen

Das System besteht aus einer Außeneinheit und einer dazugehörigen Inneneinheit. Anders als bei wassergeführten Klimasystemen wird die Wärme über einen Kältemittelkreislauf zwischen beiden Einheiten übertragen. Die Luft in der Halle wird unmittelbar am Wärmeübertrager der Inneneinheit temperiert. Durch diese Direktverdampfung entfällt ein zusätzlicher wassergeführter Kreislauf zwischen Außen- und Inneneinheit. Die Bauweise eignet sich besonders für größere Räume, in denen hohe Luftmengen bewegt und gleichmäßig verteilt werden müssen. Die vorgestellte 40-kW-Ausführung ist nach Herstellerangaben das derzeit einzige Modell dieser Baureihe, das für Deutschland in die BAFA-Liste aufgenommen wurde. Ob eine konkrete Anlage förderfähig ist, hängt allerdings von den jeweils geltenden Förderbedingungen und dem vorgesehenen Einsatz ab. Neben der mittleren Leistungsgröße umfasst das bestehende Programm Geräte mit 35, 45 und 50 kW. Damit lassen sich unterschiedliche Anforderungen an Raumgröße und Klimatisierungsleistung abdecken.

Klimatisierung verteilt Luft mit kanalisierter Inneneinheit
Effiziente Klimatisierung und Waermeerzeugung in der Industrie

Kanalisierte Inneneinheit verteilt Luft über bis zu 35 Meter

Für große Hallen ist die Luftverteilung ebenso wichtig wie die eigentliche Kühlleistung. Eine leistungsstarke Klimaanlage erfüllt ihren Zweck nur dann zuverlässig, wenn die temperierte Luft auch die vorgesehenen Aufenthalts- und Arbeitsbereiche erreicht. Templari bietet dafür eine kanalisierte Inneneinheit an, die mit einem Luftverteilungssystem verbunden wird. Die Kanäle lassen sich beispielsweise aus Textil oder Metall ausführen. Am Messestand wurde eine Variante aus Edelstahl gezeigt. Nach Herstellerangaben erreicht die Luftverteilung Wurfweiten von bis zu 30 beziehungsweise 35 Metern. Damit lassen sich auch größere Hallenbereiche versorgen, ohne zahlreiche einzelne Innengeräte installieren zu müssen. Die tatsächliche Reichweite hängt von der Ausführung des Kanalsystems, der Luftmenge und den räumlichen Gegebenheiten ab. Entscheidend ist eine Planung, die Hallenhöhe, Arbeitsplätze und mögliche Hindernisse berücksichtigt. Textile Luftkanäle bieten dabei andere gestalterische und strömungstechnische Möglichkeiten als starre Metallkanäle. Welche Ausführung sinnvoll ist, richtet sich nach den Anforderungen des jeweiligen Gebäudes.

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Templari Luft-Luft-Klimasysteme Inneneinheit mit fernsteuerbaren Lamellen

Inneneinheit mit fernsteuerbaren Lamellen für Arbeitsplätze

Neben der kanalisierten Ausführung steht eine Inneneinheit zur Verfügung, die die temperierte Luft direkt in den Raum abgibt. Bei dieser Variante wurde die Luftführung weiterentwickelt. Die vorderen Lamellen lassen sich nun per Fernsteuerung verstellen. Dadurch kann die Ausblasrichtung verändert werden, ohne unmittelbar am Gerät eingreifen zu müssen. Das ist besonders in Hallen mit wechselnden Arbeitsbereichen interessant. Während an manchen Stellen eine stärkere Luftbewegung erwünscht ist, soll der Luftstrom an dauerhaft besetzten Arbeitsplätzen möglichst angenehm ausfallen. Die verstellbaren Lamellen ermöglichen eine gezieltere Anpassung der Luftverteilung an die jeweilige Nutzung. So lässt sich beispielsweise vermeiden, dass ein konzentrierter Kaltluftstrom unmittelbar auf Beschäftigte gerichtet wird. Welche Luftgeschwindigkeiten im Aufenthaltsbereich entstehen, hängt allerdings auch von der Montagehöhe, der eingestellten Leistung und den örtlichen Strömungsverhältnissen ab.

Hallenklimatisierung für Industriehallen

Größere Klimaanlage mit 70 kW für 2027 angekündigt

Für Anwendungen mit höherem Leistungsbedarf arbeitet der Hersteller an einer weiteren Gerätegeneration. Vorgesehen ist eine Luft-Luft-Anlage mit 70 kW Leistung, die im zweiten Trimester 2027 auf den Markt kommen soll. Anders als die bislang angebotenen Modelle erhält diese Ausführung eine veränderte Bauform mit V-förmig angeordneten Komponenten. Mit der zusätzlichen Leistungsgröße soll das Angebot für größere Industrie- und Gewerbegebäude erweitert werden. Bis zu ihrer Markteinführung bleibt die bestehende Baureihe mit maximal 50 kW die verfügbare Lösung. Ob eine einzelne größere Anlage oder mehrere kleinere Geräte wirtschaftlicher und technisch geeigneter sind, hängt von der Gebäudestruktur und der benötigten Luftverteilung ab.

Templari Klimasystem am Messestand auf der Chillventa Nürnberg
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Energieeffizienz mit SCOP über 5 und Eta-s von 190 Prozent

Bei der Entwicklung seiner Klimasysteme legt Templari nach eigenen Angaben besonderen Wert auf eine hohe Energieeffizienz. Der Hersteller verweist dabei auch auf frühere Entwicklungen im Bereich der Luft-Wasser-Wärmepumpen, für die er zwischen 2015 und 2018 nach eigener Darstellung einen COP-Rekord hielt. Als aktuelle Effizienzwerte nennt das Unternehmen einen saisonalen Leistungskoeffizienten SCOP von deutlich über 5 sowie einen saisonalen Raumheizungs-Jahresnutzungsgrad von etwa 190 Prozent nach europäischer Berechnungsmethode. Ein SCOP von 5 bedeutet rechnerisch, dass über die betrachtete Heizperiode aus einer Kilowattstunde elektrischer Energie durchschnittlich fünf Kilowattstunden Wärme bereitgestellt werden. Der tatsächliche Wert hängt von den Betriebsbedingungen und der jeweiligen Geräteausführung ab. Der Hersteller stellt den genannten Eta-s-Wert einer Anforderung von 130 Prozent gegenüber, die er im Zusammenhang mit der BAFA-Listung anführt. Die konkreten Effizienzkennzahlen müssen allerdings der jeweiligen Modellvariante und dem entsprechenden Prüfverfahren zugeordnet werden. Die im Interview genannten Werte beziehen sich auf die Effizienzkompetenz des Herstellers und sind nicht ausdrücklich als geprüfte Kennzahlen der vorgestellten 40-kW-Luft-Luft-Anlage ausgewiesen. Für die Hallenklimatisierung bleibt neben der Effizienz der Wärmeerzeugung beziehungsweise Kühlung vor allem die Luftverteilung entscheidend. Große Wurfweiten, unterschiedliche Inneneinheiten und verstellbare Lamellen ermöglichen es, die Klimatisierung an die baulichen Bedingungen und die tatsächliche Nutzung einer Halle anzupassen.