Klimaanlagen mit Propan zum Heizen und Kühlen

von Bastian Velonavy - 2026-10-15

Klimaanlagen werden längst nicht mehr ausschließlich für heiße Sommertage angeschafft. Immer häufiger sollen sie auch in der Übergangszeit Wärme liefern oder bestehende Heizsysteme ergänzen.

Damit verändern sich die Anforderungen an die Geräte. Neben einer hohen Effizienz beim Kühlen gewinnen Heizleistung, flexible Installationsmöglichkeiten und die Wahl des Kältemittels an Bedeutung. Besonders die Umstellung auf natürliche Kältemittel beschäftigt die Hersteller, weil europäische Vorschriften den Einsatz bestimmter fluorierter Kältemittel zunehmend einschränken. Auf der Chillventa in Nürnberg stellte Bosch verschiedene Lösungen für die Klimatisierung einzelner und mehrerer Räume vor. Das Angebot reicht von klassischen Wandgeräten über bodennahe Inneneinheiten bis zu Multi-Split-Systemen, die mehrere Räume über ein gemeinsames Außengerät versorgen. Eine wichtige Neuerung ist der Einsatz von Propan als Kältemittel. Gleichzeitig wächst nach Angaben des Unternehmens die Nachfrage nach Anlagen, die nicht nur kühlen, sondern auch als Luft-Luft-Wärmepumpe zum Heizen genutzt werden.

Klimaanlagen mit Propan zum Heizen und Kühlen
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Bosch Single-Split-Klimaanlagen mit unterschiedlichen Innengeräten

Bei einer Single-Split-Anlage bilden ein Außengerät und ein Innengerät eine gemeinsame Einheit. Das Außengerät übernimmt die wesentlichen Aufgaben des Kältekreislaufs, während das Innengerät die gewünschte Temperatur im Raum herstellt. Je nach Einbausituation stehen unterschiedliche Bauformen zur Verfügung. Am weitesten verbreitet sind wandhängende Geräte, die üblicherweise im oberen Bereich einer Zimmerwand installiert werden. Sie eignen sich besonders für die Kühlung, weil sich die abgekühlte Luft von dort gut im Raum verteilen lässt. Die Geräte werden in unterschiedlichen Formen und Farben angeboten, sodass sie sich auch optisch an verschiedene Wohnumgebungen anpassen lassen. Daneben gibt es bodennahe Innengeräte, deren Gestaltung an klassische Heizkörper erinnert. Sie kommen beispielsweise unter Dachschrägen infrage, wo für ein hoch montiertes Wandgerät nicht genügend Platz vorhanden ist. Auch an bisherigen Heizkörperstandorten können solche Geräte eine geeignete Installationsmöglichkeit bieten. Für den Heizbetrieb hat die bodennahe Anordnung einen praktischen Vorteil. Warme Luft steigt auf, sodass sich die Wärme von unten im Raum verteilen kann. Wandhängende Klimageräte können ebenfalls heizen, während bodennahe Varianten vor allem bei der gezielten Wärmeversorgung interessant sind.

Bosch Single Split Klimaanlagen mit unterschiedlichen Innengeräten
Luft-Luft-Wärmepumpe gibt Wärme direkt an Raumluft

Luft-Luft-Wärmepumpe überträgt Wärme direkt an die Raumluft

Technisch arbeiten die vorgestellten Split-Klimaanlagen als reversible Luft-Luft-Wärmepumpen. Sie können dem Innenraum Wärme entziehen und nach außen abführen oder den Prozess umkehren, um Wärme aus der Außenluft zum Heizen zu nutzen. Der entscheidende Unterschied zu einer wassergeführten Heizung liegt in der Wärmeübertragung. Während klassische Heizkörper von warmem Heizungswasser durchströmt werden, gelangt das Kältemittel bei einer Split-Anlage zu einem Wärmeübertrager im Innengerät. Ein Ventilator führt Raumluft daran vorbei und verteilt die erwärmte oder gekühlte Luft im Zimmer. Ein zusätzlicher wasserführender Heizkreis mit entsprechenden Leitungen und Heizkörpern ist dafür nicht erforderlich. Dadurch entfallen Wärmeübertragungsschritte, die bei anderen Heizsystemen notwendig sind. Nach Herstellerangaben erreichen einzelne Geräte sowohl beim Heizen als auch beim Kühlen die Energieeffizienzklasse A+++. Die tatsächliche Effizienz hängt allerdings von den Betriebsbedingungen ab. Gerade beim Heizen beeinflussen die Außentemperatur und der Wärmebedarf des Gebäudes, wie viel Strom benötigt wird. Ein Vorteil der direkten Luftübertragung ist die schnelle Reaktion auf Temperaturänderungen. Anders als bei trägen Flächenheizungen kann die Raumluft innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit erwärmt werden.

Natürliches Kältemittel R290 verändert die Split-Klimaanlagen

Eine wesentliche technische Veränderung betrifft das Kältemittel. Bosch zeigte auf der Chillventa erstmals eine Single-Split-Lösung mit dem natürlichen Kältemittel R290. Hinter dieser Bezeichnung steht Propan, das im Vergleich zu vielen bislang eingesetzten fluorierten Kältemitteln ein sehr geringes Treibhauspotenzial besitzt. Die Umstellung hängt eng mit der europäischen F-Gas-Verordnung zusammen. Sie sieht eine schrittweise Einschränkung fluorierter Treibhausgase vor und verschärft die Anforderungen an verschiedene Kälte- und Klimaanwendungen. Der Hersteller bereitet deshalb eine sukzessive Umstellung seines Single-Split-Portfolios auf R290 vor. Dabei spielen insbesondere die ab 2029 relevanten regulatorischen Anforderungen eine Rolle. Propan stellt allerdings besondere Anforderungen an die Konstruktion und Installation, weil es brennbar ist. Sicherheitskonzepte, zulässige Kältemittelfüllmengen und die jeweiligen Aufstellbedingungen müssen entsprechend berücksichtigt werden. Der Wechsel des Kältemittels ist deshalb mehr als der Austausch eines Betriebsstoffs. Er betrifft auch die technische Auslegung der Geräte.

Climate 5000 M versorgt bis zu fünf Räume

Neben der Entwicklung neuer Kältemittel beobachtet das Unternehmen eine steigende Nachfrage nach Multi-Split-Systemen. Während eine Single-Split-Anlage in erster Linie einen Raum versorgt, lassen sich bei Multi-Split-Lösungen mehrere Innengeräte mit einem gemeinsamen Außengerät verbinden. Das ist insbesondere für Wohnhäuser mit mehreren Etagen oder Wohnungen interessant, in denen unterschiedliche Räume unabhängig voneinander klimatisiert werden sollen. Als Einstiegsmodell bietet der Hersteller die Climate 5000 M an. An das System können zwei bis fünf Innengeräte angeschlossen werden. Damit lassen sich entsprechend bis zu fünf Räume versorgen, ohne für jeden Raum eine eigene Außeneinheit installieren zu müssen. Die einzelnen Innengeräte können auf unterschiedliche Temperaturanforderungen reagieren. So lässt sich beispielsweise ein Schlafzimmer anders temperieren als ein Wohn- oder Arbeitszimmer. Für die Planung ist allerdings entscheidend, wie die Kältemittelleitungen zwischen Außengerät und Inneneinheiten geführt werden. Leitungslängen, Höhenunterschiede und die räumliche Anordnung müssen innerhalb der technischen Vorgaben liegen.

Climate 5000 M versorgt bis zu fuenf Raeume
Climate 7000 i Mehrraumklimatisierung

Climate 7000 M kombiniert Mehrraumklimatisierung mit Förderung

Eine weitere Variante ist die Climate 7000 M. Sie kann bis zu drei Räume klimatisieren und wird vom Hersteller als förderfähige Lösung angeboten. Das Thema Förderung gewinnt an Bedeutung, weil Split-Klimaanlagen zunehmend auch für den Heizbetrieb angeschafft werden. Als Luft-Luft-Wärmepumpen können sie unter bestimmten Voraussetzungen für staatliche Förderprogramme infrage kommen. Ob eine konkrete Installation förderfähig ist, hängt von den jeweils geltenden technischen und rechtlichen Anforderungen ab. Gerade in bestehenden Gebäuden kann eine solche Anlage als Ergänzung zu einer vorhandenen Heizung eingesetzt werden. Während der Übergangszeit lässt sich damit gezielt Wärme in einzelnen Räumen bereitstellen, ohne zwangsläufig das gesamte zentrale Heizsystem betreiben zu müssen. Im Sommer steht dieselbe Anlage für die Kühlung zur Verfügung. Diese Doppelfunktion macht die Technik besonders für Haushalte interessant, die ihre Räume sowohl im Winter als auch bei hohen Außentemperaturen komfortabel temperieren möchten. Bei der Installation mehrerer Innengeräte empfiehlt der Hersteller eine fachliche Planung. Die gemeinsame Versorgung über ein Außengerät erfordert eine sorgfältige Abstimmung der Leitungsführung und der angeschlossenen Leistungen.

Bosch Klimaanlagen auf der Messe Chillventa
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Klimaanlagen als Ergänzung zur bestehenden Heizung

Ob eine Luft-Luft-Wärmepumpe als alleinige Heizung oder als zusätzliche Wärmequelle sinnvoll ist, hängt wesentlich vom Gebäude ab. In gut gedämmten Räumen mit überschaubarem Wärmebedarf können die Geräte einen größeren Anteil der Heizleistung übernehmen. In anderen Gebäuden ist die Kombination mit einem bestehenden Heizsystem möglicherweise zweckmäßiger. Anders als eine wassergeführte Zentralheizung erwärmt ein Split-Gerät zunächst die Luft des jeweiligen Raumes. Für die Versorgung mehrerer geschlossener Räume werden daher entsprechend mehrere Innengeräte benötigt. Die Entwicklung zeigt dennoch, dass die klassische Trennung zwischen Klimaanlage und Heizung zunehmend an Bedeutung verliert. Moderne Split-Systeme erfüllen beide Funktionen und können je nach Gebäudesituation unterschiedlich eingesetzt werden. Mit den Multi-Split-Baureihen Climate 5000 M und Climate 7000 M sowie der angekündigten Umstellung auf Propan verfolgt Bosch dabei zwei technische Schwerpunkte: die flexible Versorgung mehrerer Räume und den Einsatz von Kältemitteln mit geringerem Treibhauspotenzial. Für Bauherren und Eigentümer erweitert sich damit die Auswahl an Systemen, die sommerliche Kühlung und zusätzliche Wärmeversorgung miteinander verbinden.