Offene Decken gehören in Restaurants, Büros und modernen Gewerbegebäuden zunehmend zum architektonischen Konzept. Rohrleitungen, Lüftungskanäle und technische Installationen bleiben sichtbar und werden bewusst in die Raumgestaltung einbezogen.
Für die Klimatisierung entsteht dadurch allerdings ein Problem: Klassische Deckenkassetten sind für den Einbau in abgehängte Decken vorgesehen. Werden sie frei im Raum montiert, wirken ihre Gehäuse und Anschlüsse häufig wie nachträglich installierte Fremdkörper. Mit dem KaDius hat Kampmann ein Klimagerät entwickelt, das speziell für die sichtbare Montage unter offenen Decken ausgelegt ist. Das runde Gehäuse lässt sich farblich an die Innenarchitektur anpassen. Ventile, Kondensatpumpe und Regelung sind im Gerät untergebracht. Damit soll die Klimatechnik auch dort eine optisch ansprechende Lösung bieten, wo sie dauerhaft sichtbar bleibt.
Während herkömmliche Deckenkassetten weitgehend in einer abgehängten Decke verschwinden, wurde der KaDius von Anfang an als sichtbares Deckenelemt konzipiert. Die Montage erfolgt freihängend mit einem Abstand von bis zu zehn Zentimetern zur Decke. Die runde Bauform unterscheidet sich deutlich von den üblichen quadratischen Deckenkassetten, die häufig auf ein Deckenraster von 600 × 600 Millimetern abgestimmt sind. Der Einsatzbereich ist sehr weitreichend von Büros mit offenen Decken über Gastronomieräume bis hin zu Verkaufsflächen. Denn gerade in architektonisch gestalteten Innenräumen spielt neben der Kühlleistung auch das Erscheinungsbild der technischen Ausstattung eine wichtige Rolle. Kampmann hatte das Gerät bereits auf der ISH vorgestellt und präsentiert die Lösung nun auch auf der Chillventa in Nürnberg.
Eine Besonderheit des KaDius ist die weitreichende Gestaltungsfreiheit. Neben der Standardausführung in Weiß lässt sich das Gehäuse in individuellen Farben bestellen. Damit kann es sowohl unauffällig in die Umgebung integriert als auch bewusst als gestalterisches Element eingesetzt werden. Darüber hinaus sind dekorative Folierungen möglich. An einem Ausstellungsbeispiel wurde die Oberflächengestaltung des Fußbodens auf das Klimagerät übertragen. Solche Folierungen lassen sich auch nachträglich durch Maler oder Innenausbauer anbringen. Der Hersteller zeigte dazu ein schwarzes Grundgerät, dessen äußere Verkleidung individuell gestaltet wurde. Für Restaurants oder Bistros eröffnet sich auf diese Weise die Möglichkeit, die Klimatisierung auf Materialien, Farben und Oberflächen des Einrichtungskonzepts abzustimmen. Die sichtbare Technik wird damit Teil der Innenarchitektur, statt deren Gestaltung zu unterbrechen.
Doch die Sachlage ist etwas komplexer. Bei freihängenden Klimaanlagen sind häufig weniger die Geräte selbst als vielmehr die technischen Anschlüsse ein optisches Problem. Rohrleitungen, Ventile und weitere Komponenten bleiben sichtbar und beeinträchtigen das Erscheinungsbild. Beim KaDius sind deshalb der Ventilblock, die Kondensatpumpe und die Regelung innerhalb des Gehäuses untergebracht. Die wesentlichen Komponenten werden bereits werkseitig vormontiert. Auf der Baustelle muss der Fachbetrieb die vorgesehenen Rohranschlüsse herstellen. Die Anschlussleitungen werden nach oben geführt und lassen sich entsprechend in die Gebäudeinstallation einbinden. Durch diese Konstruktion reduziert sich der Montageaufwand vor Ort. Gleichzeitig bleibt die äußere Gestaltung geschlossen, da die technischen Einbauten im normalen Betrieb von der Gehäuseverkleidung verdeckt werden.
Die Integration der technischen Komponenten stellt besondere Anforderungen an die Zugänglichkeit. Ventile müssen eingestellt, Bauteile überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Dafür besitzt das Gerät eine absenkbare untere Gehäuseverkleidung. Im regulären Betrieb ist sie nach oben geschoben und verdeckt die innenliegenden Komponenten. Für Wartungsarbeiten lässt sich der untere Gehäusekranz absenken. Dadurch werden die Einbauten zugänglich, ohne dass die gesamte Verkleidung demontiert werden muss. Nach Herstellerangaben ist die Konstruktion so ausgelegt, dass eine einzelne Fachkraft die Wartungsposition herstellen und die erforderlichen Arbeiten von einer Leiter aus durchführen kann. Neben der Reinigung lassen sich auf diese Weise Ventile einstellen und defekte Bauteile ersetzen. Anschließend wird die Verkleidung wieder in ihre ursprüngliche Position geschoben.
Die kleinere Ausführung des KaDius erreicht nach Herstellerangaben eine Leistung von etwa fünf bis sechs Kilowatt. Der genaue Wert hängt von den Temperaturen des eingesetzten Wassers und den jeweiligen Betriebsbedingungen ab. Damit bewegt sich das Gerät in einer Leistungsklasse, die auch klassische Deckenkassetten im 600 × 600-Millimeter-Format abdecken. Für größere Räume bietet Kampmann eine entsprechend dimensionierte Ausführung mit einer Leistung von bis zu 20 Kilowatt an. Sie besitzt ebenfalls ein rundes Gehäuse, fällt aufgrund ihrer höheren Leistung jedoch deutlich größer aus. Vorgesehen ist diese Variante unter anderem für Industriehallen, Lebensmittelmärkte und Discounter. Dort stellen große Raumhöhen zusätzliche Anforderungen an die Luftverteilung. Besonders beim Heizen muss warme Luft aus dem oberen Raumbereich gezielt nach unten gelangen. Andernfalls sammelt sich ein erheblicher Teil der Wärme unter der Decke, während die Aufenthaltszone vergleichsweise kühl bleibt. Die größere Geräteausführung verfügt deshalb über eine umschaltbare Luftführung. Damit lässt sich der Luftstrom gezielt nach unten richten. Nach Herstellerangaben erreicht er dabei eine Tiefe von etwa sechs Metern, was insbesondere bei Deckenhöhen von sechs bis sieben Metern relevant ist. Preislich ordnet der Hersteller die kleinere Variante ungefähr auf dem Niveau einer herkömmlichen Deckenkassette vergleichbarer Leistung ein. Damit richtet sich das Konzept auch an Bauvorhaben, bei denen eine architektonisch anspruchsvollere Klimatisierung innerhalb eines üblichen technischen Ausstattungsbudgets realisiert werden soll.