Duftende Wandoberflächen aus Kaffee, Heu und Früchtetee

von Franziska Zuber - 2024-02-14

Wände werden in Innenräumen meist über Farbe, Struktur oder Materialwirkung gestaltet. Bei Latrace kommt eine weitere Ebene hinzu: der Geruch.

Auf der Heim und Handwerk in München zeigt das Unternehmen Wandoberflächen, die aus natürlichen Materialien wie Kaffeesatz, Heu oder Früchtetee bestehen und als echter Putz aufgetragen werden. Die Flächen sollen nicht nur optisch wirken, sondern Räume atmosphärisch verändern. Das Konzept unterscheidet sich deutlich von klassischen Wandfarben oder dekorativen Beschichtungen. Die Oberflächen enthalten organische Rohstoffe, die mit Wasser verarbeitet und durch Wegerich gebunden werden. Dadurch entstehen Wände, die riechen, eine erkennbare Materialstruktur besitzen und Erinnerungen auslösen können. Insgesamt bietet das Unternehmen 28 verschiedene Oberflächen an. Besonders auffällig ist die Kaffeesatzwand. Sie besteht aus echtem Kaffeesatz und verströmt einen Geruch, der an frisch gebrühten Kaffee erinnert. Damit wird eine alltägliche Sinneserfahrung in die Raumgestaltung übertragen: nicht als Duftspender, sondern als fest integrierte Wandoberfläche.

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Latrace bringt Kaffeesatz als Putz an die Wand

Die Kaffeesatzwand zeigt, wie stark sich natürliche Materialien für Innenräume neu interpretieren lassen. Kaffee wird hier nicht als Abfallprodukt betrachtet, sondern als gestalterischer Rohstoff. Gemeinsam mit Wasser und einer Wegerichpflanze entsteht eine gebundene Masse, die auf Wände aufgebracht werden kann. Der Ansatz wirkt zunächst ungewöhnlich, ist aber technisch klar gefasst. Es handelt sich nicht um eine dünne Beschichtung, die wie Farbe aufgerollt wird. Der Putz wird in einer Materialstärke von etwa zwei bis drei Millimetern aufgetragen. Dadurch bleibt die Oberfläche sichtbar und haptisch präsent. Neben Kaffee verarbeitet Latrace auch Heu, Tee, Nussbaum, Metall, Silber oder Gold. Die Bandbreite reicht also von ländlich-natürlichen Materialien bis zu hochwertigen Oberflächen mit stärkerem repräsentativem Charakter. Entscheidend ist dabei, dass die Wand nicht nur dekoriert wird, sondern selbst zu einem aktiven Teil des Raumerlebnisses wird.

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Latrace Duftwand

Heuwand bleibt auch für Allergiker kontrollierbar

Ein zweites Beispiel ist die Heuwand. Sie riecht nach gemähten Wiesen, ohne dass lose Halme oder offene Pflanzenbestandteile in den Raum abgegeben werden. Nach Angaben des Unternehmens werden die natürlichen Materialien durch Wegerich gebunden. Dadurch soll die Oberfläche auch für Menschen mit Heuschnupfen unproblematisch sein. Gerade dieser Punkt macht die Anwendung interessant. Heugeruch ist für viele Menschen positiv besetzt, kann bei Allergikern jedoch normalerweise sofort Bedenken auslösen. Latrace verweist darauf, dass Allergiker die Oberflächen in eigenen Räumen getestet hätten, ohne typische Beschwerden zu entwickeln. Wichtige Eigenschaften der vorgestellten Wandoberflächen:

  • 28 verschiedene Oberflächen mit natürlichen Materialien
  • Kaffeesatz, Heu und Früchtetee als duftende Putze
  • Bindung der Materialien mit Wasser und Wegerich
  • Auftrag in etwa zwei bis drei Millimetern Materialstärke
  • Einsatz für private Räume, Hotels, Gastronomie und Arbeitswelten
Die Heuwand zeigt zugleich, dass solche Oberflächen mehr leisten sollen als eine rein optische Gestaltung. Sie greifen auf vertraute Gerüche zurück, die mit Landschaft, Jahreszeiten oder persönlichen Erinnerungen verbunden sind.

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Duftwand Kaffee Latrace

Früchtetee-Putz schafft Aroma für mehrere Monate

Auch die Früchtetee-Wand folgt diesem Prinzip. Verarbeitet werden unter anderem Früchtekerne, Fruchtextrakte, Himbeere oder Brombeere. Der Geruch erinnert an frisch aufgebrühten Tee und ist in normalen Innenräumen laut Unternehmen über mehrere Monate wahrnehmbar. Genannt wird eine Dauer von etwa sechs bis zwölf Monaten. Allerdings nimmt das Gehirn vertraute Gerüche nach einiger Zeit weniger bewusst wahr. Der Effekt verschwindet dadurch nicht vollständig, wird im Alltag aber stärker ausgeblendet. Besucher bemerken das Aroma häufig wieder deutlicher als die Bewohner selbst. Gerade für Hotels, Gastronomie oder Empfangsbereiche kann dieser Aspekt interessant sein. Räume sollen dort nicht nur sauber, hochwertig oder modern wirken, sondern auch einen erinnerbaren Eindruck hinterlassen. Ein Duft, der aus der Wand selbst kommt, ist subtiler als klassische Raumparfüms und stärker mit dem Material verbunden.

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Wandgestaltung für Arbeitswelten und Hotels

Latrace sieht die Einsatzbereiche nicht nur im privaten Wohnraum. Auch Firmen, Hotels, Gastronomie und moderne Arbeitswelten gehören zur Zielgruppe. Der Hintergrund ist nachvollziehbar: Viele Menschen verbringen einen erheblichen Teil ihrer Wachzeit am Arbeitsplatz. Weiße, neutrale Wände wirken zwar funktional, schaffen aber selten eine Atmosphäre, die Konzentration, Wohlbefinden oder Identifikation unterstützt. Das Unternehmen argumentiert, dass natürliche Gerüche Erinnerungen aktivieren können. Früchtetee kann an Kindheit, Familie oder vertraute Situationen erinnern; Heu an Landschaft und Sommer; Kaffee an Morgenrituale oder Pausen. Solche Assoziationen lassen sich nicht vollständig planen, sie beeinflussen aber die Wahrnehmung eines Raums. Aus Kundenerfahrungen berichtet Latrace zudem von positiven Effekten auf Motivation, Teamklima und Krankenstand. Solche Angaben hängen immer stark vom jeweiligen Umfeld ab, zeigen aber, in welche Richtung das Konzept zielt: Räume sollen nicht nur eingerichtet, sondern emotional wirksamer gestaltet werden.

Kosten hängen stark vom Material ab

Die Preise richten sich nach Untergrund, Material und Ausführung. Für Material inklusive Arbeit nennt das Unternehmen einfache Varianten ab etwa 70 bis 80 Euro pro Quadratmeter. Bei Nussbaum liegen die Kosten eher bei 150 bis 170 Euro. Oberflächen mit Gold, Silber oder anderen Metallen bewegen sich eher in Richtung 300 Euro. Damit positionieren sich die Wandoberflächen klar oberhalb klassischer Wandfarben, aber nicht ausschließlich im Luxussegment. Entscheidend ist der Anspruch: Es geht nicht um einen schnellen Anstrich, sondern um eine raumprägende Oberfläche mit optischer, haptischer und olfaktorischer Wirkung. Das Konzept zeigt, wie sich Innenraumgestaltung verändert. Materialien werden nicht mehr nur nach Farbe oder Pflegeaufwand bewertet, sondern zunehmend nach ihrer Wirkung auf Atmosphäre, Wohlbefinden und Erinnerung. Latrace macht daraus ein ungewöhnliches Produkt: eine Wand, die nicht nur gesehen, sondern auch gerochen wird.