Ein eigener Pool im Garten galt lange als Luxusprojekt für wenige. Inzwischen hat sich der Markt verändert: Viele private Bauherren suchen nach Lösungen, die planbar, wartungsarm und energetisch vertretbar sind.
Auf der Heim und Handwerk in München zeigt Desjoyaux Pools ein Konzept, das genau an diesen Punkten ansetzt – mit individuell geplanten Becken, einem rohrleitungslosen Filtersystem und einem Ansatz, der Poolbau stärker aus einer Hand organisiert. Hinter dem Unternehmen steht eine lange Geschichte. Gegründet wurde Desjoyaux 1966 in Südfrankreich von Jean Desjoyaux als Familienbetrieb. Heute ist die Marke international in zahlreichen Ländern vertreten und verfügt weltweit über mehrere Hundert Verkaufsstellen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird das Konzept seit vielen Jahren umgesetzt; allein in Deutschland wurden nach Angaben des Gesprächspartners bereits mehr als 1.000 Pools realisiert. Der Anspruch geht dabei über den Verkauf einzelner Komponenten hinaus. Kunden sollen nicht zwischen vielen Gewerken, Techniklieferanten und Baupartnern koordinieren müssen, sondern vom ersten Spatenstich bis zum schwimmbereiten Becken begleitet werden.
Ein zentrales Thema ist die Individualisierung. Die Pools werden nicht als starres Standardprodukt verstanden, sondern können nach Form, Größe und Tiefe angepasst werden. Damit reicht das Spektrum vom kleinen privaten Gartenbecken bis zu großen gewerblichen Anlagen. Für Familien ist vor allem die Einstiegsschwelle interessant. Genannt wird ein Preis ab etwa 20.000 Euro für einen schlüsselfertigen Pool. Wie hoch die Investition am Ende ausfällt, hängt von Größe, Ausstattung, Gelände, Technik und baulichen Voraussetzungen ab.
Der Markt für private Schwimmbecken hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbreitert. Viele Eigentümer betrachten den Garten nicht mehr nur als Grünfläche, sondern als zusätzlichen Wohn- und Freizeitbereich. Ein Pool wird dadurch Teil eines größeren Nutzungskonzepts: Er dient der Abkühlung, der Bewegung, der Erholung und nicht zuletzt dem Familienalltag. Gerade in Deutschland spielt dabei die Frage eine Rolle, ob ein Pool wirtschaftlich und technisch sinnvoll betrieben werden kann. Wartungsaufwand, Energieverbrauch und Wasserpflege entscheiden oft stärker über die Kaufentscheidung als die reine Beckenform.
Ein wesentliches technisches Merkmal ist das rohrleitungslose Filtersystem. Desjoyaux hat dieses Prinzip bereits 1983 patentiert. Die Filtereinheit sitzt direkt am Pool und benötigt keine klassische Verrohrung zu einem separaten Technikraum. Das System besteht aus einem Vorfilterkorb und einer Filtermembran. Diese filtert das Wasser nach Angaben des Unternehmens bis auf 6 Mikron – also in einer Größenordnung, die etwa feinen Staubpartikeln entspricht. Die Reinigung ist vergleichsweise einfach. Der Filter wird nicht ständig ersetzt, sondern bei Verschmutzung herausgenommen, abgespült oder bei 30 Grad in der Waschmaschine gereinigt. Je nach Belastung genügt dies höchstens einmal pro Woche.
Wichtige Eigenschaften des Systems:
Viele Interessenten verbinden private Pools zunächst mit hohen Stromkosten. Tatsächlich hängt der Verbrauch stark von Filtertechnik, Pumpenleistung, Laufzeiten und ergänzender Ausstattung ab. Desjoyaux Pools verweist hier auf den Einsatz von Saugpumpen statt Druckpumpen. Nach Unternehmensangaben arbeitet das System mit etwa 300 bis 400 Watt pro Stunde. Im Vergleich zu herkömmlichen Produkten sollen dadurch bis zu zwei Drittel Energie eingespart werden können. Diese Angabe ist vor allem deshalb relevant, weil die Filteranlage über die Saison regelmäßig läuft und damit zu den wichtigsten Verbrauchern zählt.
Energieeffizienz wird im Poolbau zunehmend zum Verkaufsargument. Kunden achten nicht mehr nur auf Anschaffungskosten, sondern stärker auf laufende Ausgaben. Auch ökologische Aspekte spielen eine wachsende Rolle, etwa bei Wasserverbrauch, Materialeinsatz und Betriebsstrom. Gerade bei privaten Anlagen entscheidet deshalb die Kombination aus Baukosten, Pflegeaufwand und technischer Einfachheit über die Alltagstauglichkeit. Ein Pool, der im Betrieb kompliziert oder teuer wirkt, verliert schnell an Attraktivität.
Auch beim Material verweist Desjoyaux auf ein eigenes Nachhaltigkeitskonzept. Die Schalungselemente werden aus recyceltem Kunststoff hergestellt. Nach Angaben des Unternehmens fließen für einen Pool mit acht mal vier Metern etwa 6.400 gebrauchte Milchflaschen in die Produktion ein. Der Gedanke dahinter ist nicht nur ökologische Kommunikation, sondern Teil des Bauprinzips. Die Schalung bildet die Grundlage des Beckens und wird in die Konstruktion integriert. Damit verbindet das System industrielle Vorfertigung mit individueller Planung vor Ort. Für den Poolbau ist dieser Ansatz interessant, weil Nachhaltigkeit häufig auf den späteren Betrieb reduziert wird. Materialherkunft, Bauweise und Wiederverwertung rücken jedoch stärker in den Blick. Gerade bei langlebigen Garten- und Bauprojekten spielt die Frage eine Rolle, welche Rohstoffe eingesetzt werden und wie ressourcenschonend die Konstruktion ausfällt.
Ein weiterer Punkt betrifft die Organisation des Projekts. Klassischer Poolbau kann für private Bauherren schnell unübersichtlich werden: Erdarbeiten, Beckenbau, Pumpentechnik, Filteranlage, Folie, Elektrik und Wasseraufbereitung kommen oft von unterschiedlichen Partnern. Das vorgestellte Konzept setzt auf eine stärker gebündelte Umsetzung. Planung, Bau, Technik und Inbetriebnahme sollen möglichst zusammengeführt werden. Für Kunden bedeutet das weniger Schnittstellen und eine klarere Verantwortung im Projektablauf.
Desjoyaux positioniert sich damit nicht als reiner Hersteller einzelner Poolkomponenten, sondern als Anbieter eines Gesamtsystems. Gerade für Familien oder private Bauherren ohne technische Vorkenntnisse kann dieser Ansatz entscheidend sein. Am Ende steht ein Ziel, das im Gespräch mehrfach anklingt: Der private Pool soll nicht als unerreichbares Luxusobjekt erscheinen, sondern als planbares Gartenprojekt mit nachvollziehbarer Technik. Entscheidend wird dabei sein, ob Preis, Energieverbrauch, Wartung und individuelle Gestaltung zusammenpassen. Genau an dieser Schnittstelle entwickelt sich der moderne Poolbau weiter.