Offene Flammen mitten auf dem Esstisch wirken zunächst wie ein Gestaltungselement aus der Gastronomie. Tatsächlich steckt dahinter jedoch ein klar durchdachtes Kochkonzept.
Auf der Heim und Handwerk in München präsentiert Bofun modulare Gaskochsysteme, die asiatische Kochtechniken mit hochwertigen Küchenmodulen und individueller Planung verbinden. Im Zentrum stehen keine klassischen Grillstationen oder Outdoorküchen im üblichen Sinn. Stattdessen geht es um leistungsstarke Kochmodule, die sich flexibel in Wohnküchen, Außenbereiche oder maßgeschneiderte Arbeitsplatten integrieren lassen. Die Idee entstand laut Hersteller aus der Begeisterung für asiatische Kochkultur, kurze Garzeiten und eine Zubereitung, bei der Vitamine und Struktur der Lebensmittel besser erhalten bleiben sollen. Auffällig ist dabei die Verbindung aus reduziertem Design und technischer Funktion. Die Systeme wirken bewusst schlicht, gleichzeitig orientieren sie sich bei Leistung und Verarbeitung klar am professionellen Küchenbereich. Statt standardisierter Komplettlösungen setzt das Konzept auf individuell angepasste Einbauten und modulare Erweiterungen.
Die gezeigten Kochmodule basieren auf Gasbrennern mit hoher Leistung, wie sie insbesondere für die asiatische Küche benötigt werden. Gerade beim Wok-Kochen entstehen sehr hohe Temperaturen innerhalb kurzer Zeit. Dadurch lassen sich Zutaten schnell garen, ohne dass Gemüse oder Fleisch lange Hitze ausgesetzt bleiben. Nach Angaben von Bofun werden die Systeme kundenspezifisch gefertigt. Höhen, Einbauvarianten und Oberflächen können an bestehende Küchen oder Outdoorbereiche angepasst werden. Die vorgestellten Tische dienen daher eher als Beispiel für mögliche Integrationen als als festes Serienprodukt. Besonders wichtig ist dabei die Flexibilität der Module. Die Brennereinheiten können sowohl in Innenräumen als auch im Außenbereich verwendet werden. Entsprechende Zulassungen für Indoor- und Outdoorbetrieb liegen laut Hersteller vor. Neben klassischen Wokaufsätzen existieren unterschiedliche Aufsatzsysteme für variierende Kochsituationen. Nutzer können kleine Garbehälter einsetzen oder größere Töpfe und Pfannen verwenden. Flügelsicherungen verhindern dabei das Verrutschen schwerer Behälter während des Kochens.
Ein Schwerpunkt der Präsentation liegt auf modularen Erweiterungen. Neue Küchenblöcke lassen sich beliebig kombinieren und an unterschiedliche Anforderungen anpassen. Die gezeigten Module integrieren unter anderem Stauraum für Gasflaschen, Schneidbretter, Messerblocks oder zusätzliche Gastrobehälter. Das System erinnert in Teilen an professionelle Küchenarbeitsplätze aus der Gastronomie, wurde optisch jedoch deutlich wohnlicher gestaltet. Besonders auffällig ist ein Küchenblock mit dunkler Schieferoberfläche, den der Hersteller selbst als eine Art „Mercedes“ unter den Einbaulösungen beschreibt.
Wichtige Merkmale der vorgestellten Kochsysteme:
Die gezeigten Lösungen spiegeln einen breiteren Trend wider. Outdoorküchen entwickeln sich zunehmend weg vom reinen Grillplatz hin zu vollwertigen Kochbereichen mit unterschiedlichen Zubereitungsarten. Gerade asiatische Kochtechniken gewinnen dabei an Bedeutung. Wok-Gerichte benötigen starke Hitze und schnelle Abläufe. Klassische europäische Haushaltsherde stoßen dabei häufig an ihre Grenzen. Professionelle Gasbrenner ermöglichen dagegen Temperaturen und Reaktionsgeschwindigkeiten, wie sie in vielen asiatischen Küchen üblich sind. Zugleich verändert sich die Erwartung vieler Nutzer an private Kochbereiche. Kochen wird stärker als gemeinschaftliches Erlebnis verstanden. Offene Flammen, sichtbare Zubereitung und zentrale Kochstellen rücken deshalb näher an Ess- und Aufenthaltsbereiche heran. Das erklärt auch die Gestaltung der vorgestellten Tische. Die Flamme steht sichtbar im Mittelpunkt, ähnlich wie ein kleines Lagerfeuer im Zentrum des Tisches. Dadurch entsteht eine kommunikative Situation, die sich deutlich von klassischen Küchenlayouts unterscheidet.
Nach Angaben des Herstellers richtet sich das Konzept vor allem an gesundheitsbewusste Käufer mit Interesse an hochwertiger Verarbeitung und bewusster Ernährung. Die kurzen Garzeiten gelten dabei als wesentlicher Vorteil, weil Vitamine und Konsistenz der Lebensmittel besser erhalten bleiben sollen. Der Anspruch bewegt sich klar im Premiumsegment, ohne ausschließlich professionelle Anwender anzusprechen. Die Systeme sollen laut Hersteller auch für private Käufer erreichbar bleiben. Interessant ist außerdem die geplante internationale Ausrichtung. Besonders im asiatischen und arabischen Raum sieht Bofun Wachstumspotenzial, da dort traditionell stärker mit Gas gekocht wird und hochwertige Kochtechnik einen hohen Stellenwert besitzt. Die Entwicklung zeigt, wie stark sich Küchenkonzepte derzeit verändern. Kochfelder werden modularer, Außenbereiche gewinnen an Bedeutung und professionelle Techniken wandern zunehmend in private Wohnumgebungen. Das klassische Bild der fest eingebauten Standardküche verliert damit weiter an Bedeutung.