Lunor zeigt klassische Brillen aus Pforzheim auf der opti

von Andreas Bergmeier - 2026-01-23

Auf der opti präsentiert Lunor keine modischen Experimente, sondern eine Haltung. Im Mittelpunkt stehen zwei Neuheiten, die bewusst auf klassische Brillen setzen und sich damit klar vom schnellen Trendwechsel der Branche abgrenzen.

Die Entwürfe folgen keinem kurzfristigen Zeitgeist, sondern einer gestalterischen Linie, die auf Kontinuität, Materialverständnis und handwerkliche Präzision baut. Genau dieser Ansatz prägt den Auftritt des Unternehmens auf der Messe.

Klassische Brillen als Ergebnis historischer Recherche

Die gezeigten Fassungen entstehen nicht aus Nostalgie, sondern aus genauer Analyse historischer Vorbilder. Der Designer Michael, Bruder des Unternehmensgründers, greift auf eine umfangreiche Sammlung alter Brillenfassungen zurück, die mehrere Jahrhunderte umfasst. Diese historischen Modelle dienen als gestalterische Referenz, nicht als Kopie. Proportionen, Linien und Details werden herausgelöst, neu interpretiert und mit zeitgemäßen Formen verbunden. So entstehen klassische Brillen, die vertraut wirken, ohne altmodisch zu erscheinen. Gerade diese Zurückhaltung verleiht den Modellen ihre Eigenständigkeit. Auf der opti zeigt sich, dass diese Designauffassung bewusst gegen kurzlebige Moden arbeitet und stattdessen auf Dauerhaftigkeit setzt.

klassische Brillen aus Pforzheim auf der opti

Materialqualität und konstruktive Details

Ein zentrales Merkmal der Fassungen ist der hohe Anspruch an Material und Verarbeitung. Lunor legt großen Wert darauf, dass jedes konstruktive Detail eigenständig entwickelt wird. Scharniere werden speziell gefertigt, nicht zugekauft, und sind integraler Bestandteil der Gesamtgestaltung. Diese Konsequenz zeigt sich in der Stabilität der Fassungen ebenso wie in ihrer Haptik. Bei den Sonnenbrillen kommt Acetat zum Einsatz, ein Material auf Basis von Baumwolle. Es bietet nicht nur gestalterische Freiheit bei Farben und Transparenzen, sondern überzeugt auch durch Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit. Die Materialwahl ist damit sowohl funktional als auch gestalterisch begründet.

Brillendesign nach genauer Analyse historischer Vorbilder
Lunor Fertigung von Brillen in Pforzheim mit europaeischen Vorlieferanten

Nachhaltigkeit jenseits von Schlagworten

Nachhaltigkeit ist für Lunor kein nachträglich angefügtes Marketingthema, sondern Teil der Unternehmenspraxis. Das Unternehmen arbeitet CO₂-neutral und versteht ökologische Verantwortung als Voraussetzung für langfristiges Arbeiten. Kurze Lieferwege, langlebige Materialien und eine kontrollierte Fertigung sind zentrale Bausteine dieses Ansatzes. Gerade im Brillenmarkt, in dem Nachhaltigkeit häufig plakativ kommuniziert wird, bleibt der Anspruch hier eng an konkrete Produktionsentscheidungen gekoppelt. Der Fokus liegt auf Substanz statt Symbolik.

Sonnenbrillen mit Acetat ein Material auf Basis von Baumwolle

Fertigung in Pforzheim und europäische Vorlieferanten

Produziert wird in Pforzheim, einer Stadt mit tief verwurzelter handwerklicher Tradition. Während die Schmuckindustrie dort bis heute präsent ist, knüpft Lunor an die frühere Bedeutung der Region für die Brillenfertigung an. Rohteile stammen von europäischen Vorlieferanten und werden anschließend vor Ort weiterverarbeitet. In der eigenen Manufaktur werden die Fassungen gelötet, zusammengesetzt, gestempelt und kontrolliert. Die Gläser der Korrektionsfassungen setzt später der Optiker ein, Demogläser dienen ausschließlich der Präsentation. Diese klare Trennung unterstreicht den Fokus auf präzise Fertigung statt industrielle Massenproduktion. Typische Arbeitsschritte sind unter anderem:

  • manuelles Zusammenfügen und Löten der Fassungsbestandteile
  • eigene Fertigung der Scharniere
  • mehrstufige Qualitätskontrollen
  • Vorbereitung der Fassungen für den Einsatz beim Optiker

Brillen tief verwurzelt in handwerklicher Tradition
Brillen Fassungen mit hohem Anspruch an Material und Verarbeitung

Offenheit für Technik bei klaren Grenzen

Trotz der starken handwerklichen Ausrichtung verschließt sich das Unternehmen neuen Technologien nicht grundsätzlich. Entscheidend ist, dass mögliche technische Ergänzungen den Charakter der Brillen nicht verändern. Handwerkskunst soll erhalten bleiben, kann aber durch geeignete Verfahren sinnvoll unterstützt werden. Diese Haltung wirkt weder rückwärtsgewandt noch technikgetrieben. Sie folgt dem Anspruch, klassische Brillen auch künftig auf dem gleichen Qualitätsniveau fertigen zu können.

Lunor Brillenfertigung in Pforzheim auf der opti Muenchen
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Zeitloses Design als verbindendes Prinzip

Am Ende verdichten sich alle Aspekte auf zwei zentrale Werte: Qualität und zeitloses Design. In beide fließt sichtbar Arbeit, Erfahrung und Sorgfalt. Jede Brillenfassung soll diese Haltung transportieren, ohne sie erklären zu müssen. Der Auftritt von Lunor auf der opti zeigt, dass klassische Brillen auch in einem von Trends geprägten Markt Bestand haben. Pforzheim steht dabei nicht nur für einen Produktionsstandort, sondern für eine gestalterische Haltung, die Vergangenheit, Gegenwart und handwerkliche Präzision miteinander verbindet.