EssilorLuxottica ist einer der weltweit größten Konzerne im Brillenmarkt und vereint eine außergewöhnlich komplexe Struktur unter einem Dach. Was dieses Konstrukt zusammenhält, sind nicht nur Produktions- und Vertriebsstrukturen, sondern vor allem viele tausend Menschen und kreative Köpfe, die an sehr unterschiedlichen Themen arbeiten.
Der Konzern deckt ein breites Spektrum ab – von Sport über Luxus bis hin zu alltagstauglichen Lifestyle-Produkten – und erreicht damit nahezu alle Zielgruppen, die Brillen im Alltag, Beruf oder in der Freizeit nutzen.
Ein zentrales Merkmal des Konzerns ist die Vielzahl starker Marken. Dazu gehört mit Ray-Ban die weltweit bekannteste Brillenmarke, ebenso wie Oakley im Sportsegment oder Luxusmarken wie Prada und Chanel. Diese Markenvielfalt ist kein Selbstzweck, sondern erlaubt es, sehr unterschiedliche Bedürfnisse abzudecken. Sportliche Performance, modisches Statement oder funktionale Alltagstauglichkeit werden jeweils über klar positionierte Marken transportiert. Im Ergebnis entsteht ein Portfolio, das nahezu den gesamten Brillenmarkt abbildet. Ob Schutzbrille beim Sport, modisches Accessoire im urbanen Umfeld oder hochwertige Designbrille im Luxussegment – für fast jede Anwendung existiert ein passendes Angebot.
Neben klassischen Brillen rücken Wearables zunehmend in den Fokus. Ein zentrales Thema sind Smart Glasses, die Technologie und Brillendesign miteinander verbinden. Der Konzern hat diesen Bereich früh aufgegriffen und sieht darin einen logischen nächsten Schritt in der Weiterentwicklung des Brillenmarkts. Smart Glasses werden dabei nicht als isoliertes Technikprodukt verstanden, sondern als Erweiterung bestehender Nutzungsszenarien. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Design, Alltagstauglichkeit und technischer Funktion. Wearables sollen nicht nur funktionieren, sondern sich auch selbstverständlich in das tägliche Leben integrieren lassen. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Lifestyle und Technologie setzt die aktuelle Entwicklung an.
Ein konkretes Beispiel sind die Smart Glasses, die gemeinsam mit Oakley auf den Markt gebracht wurden. Dabei existieren unterschiedliche Ausprägungen: eine stärker lifestyle-orientierte Variante sowie eine Performance-Version für sportliche Anwendungen. Beide verfolgen das gleiche Grundprinzip, unterscheiden sich jedoch in Design, Einsatzschwerpunkt und technischer Auslegung. Die Performance-Variante ist als Shield-Version ausgeführt und richtet sich an sportlich aktive Nutzer. Hier steht nicht nur das Design im Vordergrund, sondern vor allem die Funktionalität während der Bewegung. Ziel ist es, Technologie so zu integrieren, dass sie den Sport unterstützt, ohne zu stören.
Die Smart Glasses verfügen über eine bewusst zentral platzierte Kamera an der Front. Diese Positionierung ermöglicht Aufnahmen aus der Perspektive des Trägers, etwa beim Sport oder in Bewegung. Die Kamera ist weitwinklig ausgelegt und mit einem Stabilisator ausgestattet, um Verwacklungen und Vibrationen zu reduzieren. Damit übernehmen die Brillen teilweise Funktionen klassischer Actioncams. Die eigentliche Technik ist größtenteils im Bügel untergebracht. Dort befinden sich mehrere Mikrofone, die Sprache zuverlässig erfassen und Sprachbefehle erkennen können. Ergänzt wird dies durch integrierte Lautsprecher, die Telefonate, Audioinhalte oder Sprachfeedback ermöglichen, ohne die Umgebung vollständig abzuschotten. So lassen sich Anrufe führen oder Meetings wahrnehmen, selbst während man beispielsweise mit dem Fahrrad unterwegs ist. Die Bedienung erfolgt über physische Bedienelemente sowie über ein Touchpanel zur Lautstärkeregelung. Zusätzlich ist eine Sprachsteuerung integriert, mit der sich viele Funktionen direkt ansprechen lassen. Ziel ist es, die Nutzung so intuitiv wie möglich zu gestalten und klassische Eingabegeräte überflüssig zu machen.
Auf dem Messestand steht nicht das reine Ausstellen des Produkts im Vordergrund, sondern das Erleben der Funktionen. Besucher können die Smart Glasses nicht nur ansehen, sondern aktiv ausprobieren. Eine aufgebaute Customer Journey ermöglicht es, unterschiedliche Nutzungsszenarien zu testen – sowohl im Standumfeld als auch außerhalb des Messegeländes. Dieser Ansatz folgt der Überzeugung, dass neue Technologien verstanden werden müssen, um Akzeptanz zu schaffen. Erst wenn Nutzer selbst erleben, wie sich Smart Glasses im Alltag anfühlen, wird der Mehrwert greifbar.
Ein entscheidender Faktor für die aktuelle Entwicklung ist die gestiegene Akzeptanz von künstlicher Intelligenz. In den vergangenen Jahren gab es bereits mehrere Anläufe, Smart Glasses im Markt zu etablieren. Oft scheiterte dies jedoch an mangelndem Verständnis oder fehlender Reife der Technologie. Heute ist die Situation eine andere. KI ist für viele Endverbraucher deutlich greifbarer geworden. Sprachassistenten, automatisierte Bildverarbeitung und intelligente Softwarefunktionen gehören inzwischen zum Alltag. Dadurch wächst auch das Verständnis für den Nutzen von Smart Glasses. Technologie wird nicht mehr als abstrakt wahrgenommen, sondern als konkretes Werkzeug, das Alltag und Arbeit erleichtern kann.
Der Markt für Smart Glasses befindet sich aus Sicht des Konzerns an einem entscheidenden Punkt. Die Technologie ist verfügbar, die Akzeptanz steigt, und immer mehr Wettbewerber drängen in diesen Bereich. Smart Glasses werden nicht als kurzfristiger Trend betrachtet, sondern als dauerhaftes Segment, das sich weiterentwickeln wird. In den kommenden Jahren ist mit einer zunehmenden Differenzierung zu rechnen – sowohl im Design als auch in den Funktionen. Lifestyle, Sport, Arbeit und Kommunikation könnten stärker voneinander abgegrenzt, aber technisch enger verzahnt werden. Klar ist: Smart Glasses sind gekommen, um zu bleiben, und werden den Brillenmarkt nachhaltig verändern.