In der industriellen Prüfung elektrischer Komponenten entscheidet sich Qualität nicht allein an der Konstruktion, sondern an der Verlässlichkeit der Messprozesse.
Prüfgeräte müssen unterschiedliche Parameter abdecken, reproduzierbar arbeiten und sich zugleich in bestehende Abläufe integrieren lassen. Mit dem hipot ONE stellt erfi ein System vor, das genau an dieser Schnittstelle ansetzt: als Multifunktionsprüfgerät, das klassische Messaufgaben mit einer KI-gestützten Bedienlogik verbindet. Das Gerät wurde gezielt für die Hannover Messe 2026 entwickelt und erreichte erst kurz vor der Präsentation die Serienreife. Entsprechend steht weniger ein über Jahre gewachsenes Produkt im Fokus, sondern ein System, das aktuelle Anforderungen an Prüfprozesse bündelt und neu strukturiert.
Im Kern deckt das hipot ONE mehrere zentrale Prüfbereiche ab. Dazu gehören Hochspannungsprüfungen ebenso wie Messungen von Isolationswiderständen, Schutzleiterprüfungen und Ableitströmen. Damit richtet sich das Gerät an Anwendungen, bei denen elektrische Sicherheit nicht nur einmalig überprüft, sondern regelmäßig dokumentiert werden muss. Die Kombination dieser Funktionen in einem Gerät ist nicht neu, wohl aber die Art, wie die Prüfabläufe organisiert werden. Statt einzelne Messungen isoliert auszuführen, erlaubt das System die Zusammenstellung vollständiger Prüfsequenzen. Diese werden einmal definiert und anschließend automatisiert abgearbeitet. Für Anwender bedeutet das, dass wiederkehrende Prüfaufgaben nicht jedes Mal neu konfiguriert werden müssen. Gerade in Produktionsumgebungen mit wechselnden Prüflingen ist das relevant. Unterschiedliche Produkte können mit identischen Prüfabläufen bewertet werden, sofern die Anforderungen vergleichbar sind. Das reduziert den Einrichtungsaufwand und erhöht die Konsistenz der Ergebnisse.
Ein zentrales Element des Systems ist der integrierte Co-Pilot. Dabei handelt es sich um eine KI-gestützte Funktion, die den Anwender bei der Erstellung von Prüfplänen unterstützt. Der Nutzer kann Anforderungen entweder über ein strukturiertes Menü eingeben oder direkt in einen Prüfablauf wechseln und diesen Schritt für Schritt definieren. Der Co-Pilot übernimmt dabei eine vermittelnde Rolle zwischen Nutzer und System. Er hilft, aus Anforderungen konkrete Prüfsequenzen abzuleiten. Das ist insbesondere dann relevant, wenn komplexe Prüfanforderungen bestehen oder unterschiedliche Normen berücksichtigt werden müssen. Der Ablauf selbst ist klar strukturiert. Ein einmal definierter Prüfplan wird sequenziell abgearbeitet. Jeder Schritt folgt dem vorherigen, ohne dass der Anwender eingreifen muss. Der Prüfling wird vollständig durchgeprüft, und die Ergebnisse stehen unmittelbar zur Verfügung. Diese Automatisierung reduziert nicht nur den Zeitaufwand, sondern auch die Fehleranfälligkeit bei der Durchführung.
Die Stärke des Systems liegt in der Wiederholbarkeit. Prüfpläne können gespeichert und jederzeit wieder aufgerufen werden. Das ermöglicht es, identische Prüfungen auf unterschiedliche Produkte anzuwenden, ohne die Abläufe jedes Mal neu zu definieren. Für Unternehmen bedeutet das vor allem eine Vereinfachung im Alltag. Prüfprozesse werden standardisiert, und die Bedienung reduziert sich auf wenige Schritte. Nach dem Start läuft die Prüfung automatisiert durch. Gerade in Umgebungen mit hoher Stückzahl oder vielen Varianten führt das zu einer spürbaren Entlastung. Die Struktur solcher Prüfabläufe lässt sich klar zusammenfassen:
Neben den Prüfprozessen spielt die Bedienung eine zentrale Rolle. Das Gerät verfügt über ein 15,6 Zoll großes Display mit Touchfunktion, das als zentrale Schnittstelle dient. Die Glasfront besteht aus ESG Sicherheitsglas und ist gegen Kratzer sowie Bruch geschützt. Zusätzlich sorgt eine Anti-Fingerprinting-Beschichtung dafür, dass die Oberfläche auch bei häufiger Nutzung lesbar bleibt. Die Bedienlogik ist bewusst reduziert gehalten. Statt komplexer Tastenfelder stehen wenige Bedienelemente zur Verfügung. Viele Funktionen werden direkt über das Display gesteuert. Ziel ist es, den Zugang zum System zu vereinfachen, ohne die Funktionstiefe einzuschränken. Dieser Ansatz ist nicht nur eine Frage der Ergonomie. In der Praxis entscheidet die Bedienbarkeit darüber, wie schnell sich ein Gerät in bestehende Prozesse integrieren lässt. Ein System, das ohne lange Einarbeitung genutzt werden kann, reduziert Stillstandszeiten und erleichtert die Einführung neuer Prüfmethoden.
Die aktuelle Version des hipot ONE ist als Ausgangspunkt gedacht. Der Hersteller plant, weitere Prüfverfahren zu integrieren und die Funktionen noch stärker zu erweitern. Dabei geht es nicht nur um zusätzliche Messmöglichkeiten, sondern auch um die Zugänglichkeit der bestehenden Funktionen. Ein Schwerpunkt liegt darauf, Prüfprozesse schneller abrufbar zu machen und die Bedienung weiter zu vereinfachen. Die Kombination aus automatisierten Abläufen und KI-Unterstützung soll weiter ausgebaut werden. Ziel ist es, den Anwender zunehmend von manuellen Konfigurationsschritten zu entlasten. Insgesamt zeigt sich damit eine Entwicklung, die über das einzelne Gerät hinausgeht. Prüfgeräte verändern sich von reinen Messinstrumenten zu Systemen, die Abläufe strukturieren und Entscheidungen vorbereiten. Das hipot ONE steht exemplarisch für diesen Wandel: als Gerät, das klassische Messaufgaben erfüllt, zugleich aber den Prüfprozess selbst neu organisiert.