Die Transformation der Heiztechnik ist längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern findet konkret in Kellern, Heizzentralen und Technikräumen statt. Jahrzehntelang dominierten Gasthermen und Durchlauferhitzer den Markt, nun verschiebt sich der Fokus spürbar in Richtung Wärmepumpen und hybrider Systeme. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Neubauten, sondern vor allem den riesigen Bestand an Wohngebäuden, der energetisch modernisiert werden muss, ohne dass jedes Haus vollständig neu gedacht werden kann.
Bosch Home Comfort, eine Tochter der Robert Bosch AG, steht exemplarisch für diesen Wandel. Das Unternehmen ist historisch stark im Gasbereich verwurzelt, treibt aber seit Jahren konsequent die Integration von Wärmepumpen und Hybridlösungen voran. Auf Messen und Fachveranstaltungen zeigt sich, dass der Schwerpunkt inzwischen klar auf Systemen liegt, die bestehende Heiztechnik intelligent ergänzen statt sie radikal zu ersetzen.
Ein zentrales Thema im Portfolio sind Hybridanlagen, die gezielt auf einfache Installation und Inbetriebnahme ausgelegt sind. Der Grundgedanke ist klar: Viele Bestandsgebäude lassen sich nicht ohne Weiteres vollständig auf eine reine Wärmepumpe umstellen. Durch die Kombination aus Wärmepumpe und Gas-Brennwertgerät entsteht ein System, das flexibel auf unterschiedliche Lastsituationen reagieren kann.
Kern der Anlage ist eine kompakte Hybrid Box, die als hydraulisches und intelligentes Zentrum fungiert. Zwei Leitungen verbinden die Außeneinheit der Wärmepumpe mit dieser Box, weitere zwei Leitungen führen zum Gas-Brennwertgerät. Auf zusätzliche Komponenten wie Pufferspeicher oder Umschaltventile kann verzichtet werden. Das gesamte System ist damit ähnlich aufgebaut wie eine klassische Brennwertanlage, was den Installationsaufwand deutlich reduziert. Die Regelung entscheidet automatisch, ob die benötigte Energie aus der Wärmepumpe oder aus dem Brennwertgerät bereitgestellt wird. Die Wärmepumpe deckt den Grundlastbereich ab, während das Gasgerät bei Spitzenlasten unterstützt. Dieser Ansatz erlaubt es, kleinere Wärmepumpen einzusetzen, die im optimalen Arbeitsbereich laufen und dadurch effizienter arbeiten.
Ein wesentlicher technischer Baustein ist die integrierte hydraulische Weiche innerhalb der Hybrid Box. Sie sorgt dafür, dass das System ohne klassischen Pufferspeicher auskommt. Die dafür notwendige Intelligenz ist vollständig in der Anlage integriert. Das spart Platz, reduziert Materialaufwand und vereinfacht die Planung, insbesondere in engen Kellerräumen typischer Bestandsgebäude. Gleichzeitig bleibt das System übersichtlich. Für Handwerker bedeutet das weniger Installationsschritte, für Betreiber eine klar strukturierte Anlage, die sich leichter warten lässt. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist dieser Aspekt nicht zu unterschätzen.
Ein weiteres zentrales Produkt ist die neue Wärmepumpenserie Compress 5800 und 6800 er. Dabei handelt es sich um Luft-Wasser-Wärmepumpen, die mit dem natürlichen Kältemittel Propan arbeiten. Dieses ermöglicht hohe Vorlauftemperaturen und macht die Geräte besonders geeignet für den Einsatz im Gebäudebestand, wo bestehende Heizkörper oft höhere Temperaturen benötigen.
Neben der technischen Auslegung spielt auch das Design eine Rolle. Die Außeneinheiten sind bewusst kompakt gestaltet und in zwei Gehäusegrößen verfügbar. Die kleinere Variante deckt niedrigere Leistungsbereiche ab, während die größere Ausführung für Gebäude mit höherem Wärmebedarf ausgelegt ist. Damit lässt sich die Anlage passgenau auf unterschiedliche Gebäudetypen abstimmen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Schall. Die Geräte verfügen über integrierte Schalldiffusoren und eine aufwendig gedämmte Kältekreisbox. In der Praxis sind die Wärmepumpen kaum wahrnehmbar, was insbesondere in dicht bebauten Wohngebieten ein entscheidender Faktor ist.
Bosch Home Comfort verfolgt bei der Entwicklung seiner Systeme einen klar praxisorientierten Ansatz. Ziel ist es, Installateure zu entlasten und gleichzeitig die Umstellung auf Wärmepumpentechnologie zu beschleunigen. Dazu gehört nicht nur eine einfach zu montierende Außeneinheit, sondern auch die konsequente Integration vieler Komponenten in die Inneneinheiten. Wichtige Merkmale dieser Systemphilosophie sind unter anderem:
Unabhängig von der konkreten Ausprägung bleibt die Wärmepumpe die zentrale Technologie der aktuellen Heizungswende. Aus einer Kilowattstunde eingesetzter Energie lassen sich mehrere Kilowattstunden nutzbarer Wärme gewinnen, ein Großteil davon stammt direkt aus der Umwelt. In Kombination mit Hybridlösungen entsteht ein System, das Effizienz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit verbindet. Bosch Home Comfort positioniert sich mit seinen Hybridanlagen und Wärmepumpen klar in diesem Spannungsfeld. Die Systeme sind darauf ausgelegt, den Übergang von fossiler zu erneuerbarer Wärmeversorgung realistisch und umsetzbar zu gestalten. Gerade für Bestandsgebäude bietet dieser Ansatz eine praktikable Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft der Heiztechnik.