Digitale Werkzeuge für schnellere Heizungsplanung im Wohngebäudebestand

Die Anforderungen an Heizungsbauer und Planungsbetriebe haben sich in kurzer Zeit massiv verschärft. Wärmepumpen ersetzen fossile Systeme, Förderprogramme werden komplexer, der hydraulische Abgleich ist Pflicht und gleichzeitig fehlt es vielerorts an Zeit und Personal.

Besonders im Ein- und Zweifamilienhausbereich entsteht dadurch ein Spannungsfeld zwischen technischer Notwendigkeit und wirtschaftlicher Realität. Genau hier setzt ein softwaregestützter Ansatz an, der Planung, Bewertung und Dokumentation deutlich beschleunigen soll, ohne die fachliche Tiefe zu reduzieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Gebäude zuverlässig erfassen lassen, ohne aufwendige Vor-Ort-Aufnahmen, lange Rechenwege und manuelle Dateneingaben. Klassische SHK-Betriebe stoßen dabei zunehmend an Grenzen, weil neue Heizsysteme wie Wärmepumpen eine präzise Auslegung voraussetzen. Fehler in der Planung wirken sich direkt auf Effizienz, Förderfähigkeit und Kundenzufriedenheit aus.

Softwaregestützte Heizungsplanung mit autarc

Das Berliner Unternehmen autarc ist seit 2023 am Markt aktiv und richtet sich gezielt an Heizungsbauer, die ihre Planungsprozesse digitalisieren möchten. Der Fokus liegt auf der schnellen Berechnung von Heizungsanlagen und hydraulischem Abgleich für Ein- und Zweifamilienhäuser. Nach eigenen Angaben lassen sich vollständige Berechnungen innerhalb kurzer Zeit durchführen, was insbesondere im Angebots- und Beratungsprozess eine deutliche Entlastung darstellt. Die Plattform verbindet mehrere Funktionen in einem System. Projekte können angelegt, Gebäudedaten verwaltet und Produkte für spätere Angebote hinterlegt werden. Gleichzeitig dient die Software als zentrales Werkzeug für Ausführungsplanung, Dokumentation und Förderanträge. Damit wird ein Prozess abgebildet, der bislang oft auf mehrere Programme und manuelle Arbeitsschritte verteilt war.

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Lidar-Kameratechnologie für die Gebäudeerfassung

Ein zentrales Element ist der Einsatz einer Lidar-Kamera zur Erfassung von Gebäuden. Anstatt Räume manuell auszumessen, werden sie digital gescannt. Die aufgenommenen Daten bilden die Grundlage für weitere Berechnungen. Für den Heizungsbauer bedeutet das eine deutlich schnellere Bestandsaufnahme, die auch bei komplexeren Grundrissen reproduzierbar bleibt. Die Technologie wurde schrittweise weiterentwickelt. Ausgehend vom Raum-Scan folgte der Etagen-Scan, der größere Bereiche eines Gebäudes in einem Durchgang erfassen kann. Neu ist die Möglichkeit, aus den Scanmodellen direkt Grundrisse abzuleiten. Dieser Schritt reduziert den Aufwand in der Vorplanung erheblich und schafft eine belastbare Datenbasis für die Auslegung moderner Heizsysteme.

Durchgängige Prozesse von der Planung bis zur Förderung

Neben der reinen Heizlastberechnung bildet die Software weitere Arbeitsschritte ab, die im Alltag eine große Rolle spielen. Dazu gehören unter anderem:

  • Projektverwaltung für mehrere Kunden und Gebäude
  • Strukturierte Erfassung von Gebäudedaten
  • Erstellung technischer Reports und Dokumentationen
  • Unterstützung bei Förderanträgen
  • Übergang von der Planung in die Ausführungsphase
Gerade der Förderbereich stellt viele Betriebe vor Herausforderungen. Unterschiedliche Programme, wechselnde Anforderungen und umfangreiche Nachweise kosten Zeit und bergen Fehlerpotenzial. Eine integrierte Abbildung dieser Themen kann den administrativen Aufwand deutlich reduzieren und sorgt für mehr Planungssicherheit.

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Praxisnahe Entwicklung aus dem SHK-Umfeld

Die inhaltliche Ausrichtung des Systems ist eng mit der praktischen Erfahrung aus dem SHK-Bereich verbunden. Der Gründer kommt selbst aus diesem Umfeld und kennt die Schwierigkeiten klassischer Betriebe im Umgang mit neuen Heiztechnologien. Insbesondere Wärmepumpen stellen höhere Anforderungen an Planung und Auslegung, als viele Bestandsprozesse leisten können. Die Software ist daher nicht als abstraktes Planungstool gedacht, sondern als konkrete Unterstützung im betrieblichen Alltag. Ziel ist es, Handwerksbetriebe in die Lage zu versetzen, auch unter Zeitdruck fundierte Entscheidungen zu treffen und ihre Angebote technisch sauber abzusichern.

Abgrenzung im Markt und Innovationsanspruch

Der Markt für digitale Planungstools wächst, dennoch unterscheiden sich die Ansätze deutlich. autarc positioniert sich über die Kombination aus schneller Gebäudeerfassung, integrierter Berechnung und kontinuierlicher Weiterentwicklung der Scan-Technologie. Innerhalb kurzer Zeit wurden mehrere Funktionserweiterungen umgesetzt, die auf Rückmeldungen aus der Praxis reagieren. Gerade die automatische Ableitung von Grundrissen aus Scanmodellen gilt als ein Merkmal, das sich deutlich von vielen Wettbewerbern abhebt. Es reduziert Medienbrüche und sorgt dafür, dass einmal erfasste Daten mehrfach genutzt werden können.

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Bedeutung für die energetische Sanierung

Die energetische Modernisierung des Gebäudebestands wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Effiziente Planung ist dabei ein zentraler Faktor, um Kosten zu kontrollieren und Fördervorgaben einzuhalten. Digitale Werkzeuge können helfen, Engpässe im Handwerk abzufedern und die Qualität der Ausführung zu sichern. Der Ansatz von autarc zeigt, wie Software, Sensorik und praktische Erfahrung zusammenwirken können, um komplexe Anforderungen beherrschbar zu machen. Für Heizungsbauer, die sich im Wärmepumpenmarkt positionieren wollen, wird eine solche Unterstützung zunehmend zum Wettbewerbsfaktor.