Stillleben gehören zu den traditionsreichsten Motiven der Kunstgeschichte. Über Jahrhunderte dienten sie nicht nur der Darstellung von Blumen, Früchten oder Alltagsgegenständen, sondern transportierten zugleich symbolische Aussagen über Vergänglichkeit, Schönheit und die Endlichkeit des Lebens.
Heute greifen zeitgenössische Künstler diese Bildsprache erneut auf und interpretieren sie mit modernen Techniken und einer eigenen künstlerischen Handschrift. Auf der Artmuc in München präsentierte der österreichische Maler Georg Pummer erstmals seine neue Stillleben-Serie. Gezeigt wurden großformatige und kleinere Arbeiten in Acryl auf Leinen, die klassische Vanitas-Motive mit einer zeitgenössischen Bildsprache verbinden. Ausgestellt wurden die Werke gemeinsam mit der Produzentengalerie Bernartgasse aus Wien, mit der der Künstler seit mehreren Jahren auf der Messe vertreten ist.
Seit 2019 nimmt Georg Pummer regelmäßig an der Artmuc teil. In diesem Jahr stand erstmals seine neue Serie von Stillleben im Mittelpunkt. Während der Künstler bislang vor allem mit detailreichen Porträts bekannt wurde, erweitert er sein Werk nun um florale Motive, die ein zentrales Thema seiner Arbeit aufgreifen: die Vergänglichkeit. Die Produzentengalerie Bernartgasse präsentiert damit Arbeiten, die bewusst an klassische Stillleben anknüpfen, zugleich aber einen unverkennbar zeitgenössischen Charakter besitzen. Neben großformatigen Leinwänden gehören auch kleinere Formate zur Ausstellung, wodurch unterschiedliche Präsentationsmöglichkeiten entstehen. Die Kombination aus traditioneller Malerei und moderner Interpretation verdeutlicht, wie klassische Bildthemen auch heute neue Ausdrucksformen finden können.
Im Mittelpunkt der neuen Werkreihe stehen Blütenmotive. Sie gelten seit Jahrhunderten als Sinnbild für Schönheit und Vergänglichkeit. Georg Pummer greift diese Symbolik auf und verbindet sie mit einer eigens entwickelten Glitch-Ästhetik. Dabei lösen sich einzelne Bildbereiche scheinbar auf, verschieben sich oder gehen fließend in den Hintergrund über. Die Blüten wirken dadurch gleichzeitig präsent und vergänglich. Dieser kontrollierte Bruch mit der klassischen Darstellung schafft eine zusätzliche Bedeutungsebene, ohne die Wiedererkennbarkeit der Motive aufzugeben. Die traditionelle Vanitas-Idee erhält dadurch eine zeitgenössische Interpretation. Nicht allein das Motiv verweist auf die Vergänglichkeit, sondern auch die Bildstruktur selbst vermittelt den Eindruck eines langsamen Zerfalls und einer ständigen Veränderung.
Alle ausgestellten Werke entstehen in Acryl auf Leinen. Dieses Material erlaubt eine detailreiche Ausarbeitung und unterstützt gleichzeitig kräftige Farbkontraste sowie klare Konturen. Gerade bei großformatigen Arbeiten kommt die Verbindung aus realistischer Malweise und bewusst gesetzten Glitch-Elementen besonders deutlich zur Geltung. Zu den Merkmalen der neuen Werkserie gehören:
Die neue Werkserie knüpft unmittelbar an den bisherigen künstlerischen Weg an. Georg Pummer begann mit klassischer Porträtmalerei, deren sorgfältige Ausarbeitung bis heute seine Handschrift bestimmt. Diese Präzision überträgt er nun auf das Stillleben und entwickelt daraus eine eigenständige Bildsprache. Anstatt traditionelle Motive lediglich zu zitieren, werden bekannte Elemente neu interpretiert. Die klassische Komposition bleibt erhalten, erhält durch die Glitch-Effekte jedoch eine zusätzliche zeitgenössische Ebene. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen kunsthistorischer Tradition und digital geprägter Gegenwart. Gerade diese Verbindung macht den Wiedererkennungswert der Arbeiten aus. Obwohl sich die Motive verändert haben, bleibt die charakteristische Handschrift des Künstlers deutlich sichtbar.
Die Rückkehr klassischer Bildgattungen gehört seit einigen Jahren zu den auffälligen Entwicklungen der zeitgenössischen Malerei. Viele Künstler greifen historische Themen auf, verzichten jedoch bewusst auf eine rein traditionelle Umsetzung. Stattdessen entstehen Werke, die vertraute Motive mit aktuellen gestalterischen Ansätzen verbinden. Die neue Stillleben-Serie von Georg Pummer steht exemplarisch für diese Entwicklung. Vergänglichkeit bleibt als universelles Thema erhalten, wird jedoch mit einer Bildsprache vermittelt, die von digitalen Sehgewohnheiten und modernen Gestaltungsmitteln beeinflusst ist. Dadurch entstehen Arbeiten, die klassische Symbolik und zeitgenössische Kunst miteinander verbinden, ohne den Bezug zur kunsthistorischen Tradition zu verlieren.