Digitale Türsysteme und Nutzerinformation im modernen Aufzugbau

Aufzüge werden im Alltag meist als reine Transportmittel wahrgenommen. Türen gelten dabei als funktionale Bauteile, deren Aufgabe sich auf Öffnen, Schließen und Sicherheit beschränkt. Mit der zunehmenden Digitalisierung von Gebäuden verändert sich jedoch auch dieser Blick.

Türsysteme entwickeln sich zu Schnittstellen zwischen Technik, Nutzer und Information. Genau an diesem Punkt setzen neue Konzepte an, die Funktionalität, Kommunikation und Nachhaltigkeit miteinander verbinden. Die Firma Meiller ist seit den 1960er Jahren am Markt aktiv und aus dem Unternehmen Rathgeber hervorgegangen. Der Standort München ist bis heute Sitz der Verwaltung und zugleich Produktionsstätte für Schiebetüren. Als Aufzugkomponentenhersteller liegt der Schwerpunkt auf Türsystemen und Antrieben, die in unterschiedlichen Segmenten der Aufzugindustrie eingesetzt werden. Die lange Spezialisierung auf diesen Bereich prägt auch aktuelle Entwicklungen.

Vom Bauteil zur digitalen Schnittstelle

Ein Beispiel für diesen Wandel ist der sogenannte digitale Türplatz. Dabei handelt es sich um eine Schiebetür, die als Schachttür ausgeführt ist und mit zwei integrierten Displays ausgestattet wird. Diese Displays sind nicht dekoratives Beiwerk, sondern Bestandteil eines Informations- und Unterhaltungskonzepts. Sie können mit Inhalten bespielt werden, die entweder informativen oder kommerziellen Charakter haben. In einer beispielhaften Anwendung aus dem Hotelbereich wird auf einem Display ein Werbevideo des Hauses gezeigt, während das zweite Display automatisiert Informationen zu Angeboten, Serviceleistungen oder Veranstaltungen darstellt. Der Nutzer erhält so während der Wartezeit vor der Kabine oder im Aufzug selbst zusätzliche Inhalte. Die Wartezeit wird subjektiv verkürzt, gleichzeitig entsteht ein zusätzlicher Kommunikationskanal.

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Nutzererlebnis im Fokus der Entwicklung

Ziel dieser Lösung ist es nicht, Aufzüge zu Werbeflächen zu degradieren, sondern den Aufenthalt angenehmer zu gestalten. Gerade in Hotels, Bürogebäuden oder öffentlichen Einrichtungen entstehen regelmäßig kurze Stillstandszeiten. Diese lassen sich nutzen, um Orientierung zu geben oder Angebote sichtbar zu machen, ohne den Nutzer aktiv zu stören. Die Tür wird damit Teil des Nutzererlebnisses. Informationen werden dort platziert, wo sie wahrgenommen werden, ohne zusätzliche Displays im Gebäude installieren zu müssen. Gleichzeitig bleibt die primäre Funktion der Tür uneingeschränkt erhalten. Sicherheit, Zuverlässigkeit und mechanische Qualität stehen weiterhin im Vordergrund.

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Nachrüstung statt kompletter Austausch

Ein zentraler Aspekt der aktuellen Entwicklung ist die Nachhaltigkeit. Neue Türsysteme werden nicht ausschließlich für Neubauten konzipiert, sondern gezielt für die Modernisierung bestehender Anlagen. Anstatt komplette Aufzüge auszutauschen, lassen sich bestehende Türsysteme nachrüsten und technisch aufwerten. Dieser Ansatz schont Ressourcen und reduziert den Materialeinsatz erheblich. Stahl und andere Werkstoffe, die in bestehenden Anlagen verbaut sind, bleiben erhalten. Gleichzeitig wird der technische Stand der Anlage verbessert. Modernisierung wird damit zu einer Alternative zum vollständigen Ersatz und trägt zur Verlängerung der Lebensdauer von Aufzügen bei.

Digitale Inhalte über Content-Management-Systeme

Die Bespielung der integrierten Displays erfolgt über ein Content-Management-System. In diesem Fall kommt ein System zum Einsatz, das Inhalte automatisiert steuert und aktualisiert. Bilder, Videos oder Informationsseiten lassen sich zentral verwalten und zeitgesteuert ausspielen. Der Wechsel der Inhalte erfolgt automatisch, ohne manuelle Eingriffe an der Anlage. Für Betreiber bedeutet das einen geringen organisatorischen Aufwand. Inhalte können angepasst werden, ohne den laufenden Betrieb zu stören. Gleichzeitig lassen sich unterschiedliche Zielgruppen gezielt ansprechen, etwa Hotelgäste, Mitarbeiter oder Besucher. Die Tür wird damit zu einem flexiblen Kommunikationsmedium innerhalb des Gebäudes. Typische Merkmale des digitalen Türkonzepts sind unter anderem:

  • integrierte Displays direkt in der Schachttür
  • Kombination aus Informations- und Entertainment-Inhalten
  • automatisierte Content-Steuerung über ein zentrales System
  • Nachrüstbarkeit bestehender Türsysteme
  • Reduzierung von Wartezeit durch visuelle Inhalte

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Qualität als konstanter Maßstab

Unabhängig von digitalen Zusatzfunktionen bleibt die mechanische Qualität entscheidend. Türsysteme zählen zu den am stärksten beanspruchten Komponenten eines Aufzugs. Sie müssen zuverlässig funktionieren, leise arbeiten und sicher schließen. Die digitale Erweiterung ersetzt diese Anforderungen nicht, sondern ergänzt sie. Meiller verbindet daher klassische Türtechnik mit neuen digitalen Möglichkeiten. Die Entwicklung folgt einem evolutionären Ansatz, bei dem bestehende Systeme weitergedacht und technisch ergänzt werden. Die Tür bleibt ein sicherheitsrelevantes Bauteil, erhält aber zusätzliche Funktionen, die den Nutzwert erhöhen.

Aufzüge als Teil vernetzter Gebäude

Die beschriebenen Konzepte zeigen, wie sich Aufzugkomponenten in vernetzte Gebäudestrukturen einfügen. Türen übernehmen nicht nur eine mechanische Aufgabe, sondern werden Teil eines Informationssystems. In Zeiten zunehmender Digitalisierung von Hotels, Bürogebäuden und öffentlichen Einrichtungen entsteht so ein neues Verständnis von Aufzugtechnik. Meiller positioniert sich in diesem Umfeld als Anbieter, der traditionelle Aufzugskomponenten weiterentwickelt, ohne ihre Kernfunktion aus den Augen zu verlieren. Die Kombination aus Türsystem, digitaler Information und nachhaltiger Modernisierung verdeutlicht, wie technische Weiterentwicklung im Aufzugbau aussehen kann, ohne bestehende Strukturen radikal zu ersetzen.