Ritterburgen gehören seit Jahrzehnten zum festen Kern von Playmobil. Mit Novelmore greift das Unternehmen dieses klassische Thema erneut auf, erweitert es jedoch deutlich um eine komplexere Erzählstruktur, neue Fraktionen und eine stärkere Verzahnung von Spielwelt und Medien. Die bekannte Ritterromantik bleibt erhalten, wird aber um Technik, Taktik und eine klare Gegenüberstellung zweier Lager ergänzt.
Im Mittelpunkt der neuen Ritterwelt stehen zwei verfeindete Gruppen: die Ritter von Novelmore und die Burnham Raiders. Während Novelmore eher für Ordnung, Strategie und technische Raffinesse steht, verkörpern die Burnham Raiders eine aggressive, feuergetriebene Gegenwelt. Brennende Burgen, dunkle Rüstungen und ein raues Erscheinungsbild sorgen dafür, dass Kinder sofort erkennen, wer hier welche Rolle einnimmt. Diese klare Trennung ist spielerisch wichtig. Sie erleichtert den Einstieg in die Geschichte und gibt dem Spiel sofort Richtung. Gleichzeitig bleibt genug Raum, um eigene Erzählungen zu entwickeln, Allianzen zu verändern oder Konflikte neu zu interpretieren.
Auffällig an Novelmore ist die stärkere Betonung von Erfindungen und Maschinen. Katapulte, ausgeklügelte Verteidigungsanlagen und bewegliche Elemente spielen eine größere Rolle als bei klassischen Rittersets. Damit rückt nicht nur das Kämpfen, sondern auch das Planen, Tüfteln und Kombinieren stärker in den Vordergrund. Kinder bauen nicht einfach nur eine Burg auf und lassen Figuren gegeneinander antreten. Sie überlegen, wie Angriffe ablaufen könnten, welche Verteidigung sinnvoll ist und wie Maschinen eingesetzt werden. Das fördert strategisches Denken und macht die Spielwelt langfristig interessant.
Novelmore ist nicht als einzelnes Produkt gedacht, sondern als zusammenhängende Welt. Burgen, Figuren, Fahrzeuge und Zubehör greifen ineinander und lassen sich schrittweise erweitern. Genau darin liegt der Reiz für viele Kinder: Die Welt wächst mit jeder Ergänzung weiter und wird zunehmend komplexer. Gleichzeitig bleibt das System offen. Es gibt keine festen Spielabläufe, die eingehalten werden müssen. Die vorgegebene Geschichte dient als Rahmen, nicht als Einschränkung. Kinder können die Rollen neu verteilen, Fraktionen mischen oder völlig eigene Szenarien entwickeln.
Erstmals wird die neue Ritterwelt zusätzlich durch eine begleitende TV-Serie erweitert. Die Ausstrahlung auf Super RTL verleiht Novelmore eine mediale Ebene, die über das reine Spiel hinausgeht. Figuren und Konflikte bekommen feste Namen, Hintergründe und Beziehungen, die Kinder aus dem Fernsehen kennen. Für das Spiel bedeutet das zweierlei: Einerseits bietet die Serie Orientierung und Inspiration, andererseits bleibt das Spiel nicht darauf beschränkt. Die gezeigten Geschichten können nachgespielt, verändert oder komplett neu interpretiert werden. Damit wird Novelmore zu einer Welt, die sowohl konsumiert als auch aktiv weiterentwickelt werden kann.
Im Vergleich zu früheren Ritterthemen von Playmobil wirkt Novelmore dichter erzählt und visuell dramatischer. Feuer, dunkle Farbwelten und technische Details sorgen für eine andere Atmosphäre als bei traditionellen Burgensets. Gleichzeitig bleibt die typische Playmobil-Handschrift erhalten: robuste Bauweise, klare Formen und hohe Spieltauglichkeit. Novelmore richtet sich damit besonders an Kinder, die nicht nur Figuren bewegen wollen, sondern Spaß an Geschichten, Konflikten und langfristigem Aufbau haben. Die Ritterwelt ist weniger Kulisse und mehr erzählerischer Raum.
Mit Novelmore zeigt Playmobil, wie sich ein traditionelles Thema weiterentwickeln lässt, ohne seine Wurzeln zu verlieren. Ritter, Burgen und Kämpfe sind weiterhin präsent, werden aber durch Technik, klare Fraktionen und mediale Erweiterung neu interpretiert. Das Ergebnis ist eine Spielwelt, die sowohl sofort zugänglich als auch langfristig ausbaufähig ist. Novelmore funktioniert als Einstieg für neue Spieler ebenso wie als Erweiterung für Kinder, die bereits Erfahrung mit komplexeren Spielwelten haben.