Erinnerungen und Hobbys als Wandobjekte gestalten

von Jürgen Groh - 2024-02-14

Persönliche Gegenstände verschwinden häufig in Schubladen, Kartons oder Kellerräumen. Urlaubsandenken, Sportausrüstung, Sammlerstücke oder Erinnerungsstücke besitzen oft einen hohen emotionalen Wert, bleiben im Alltag jedoch weitgehend unsichtbar.

Auf der Heim und Handwerk in München zeigte sich ein Ansatz, der genau dieses Problem aufgreift. Statt klassische Bilder oder Fotografien an die Wand zu hängen, werden reale Objekte selbst zum Bestandteil der Raumgestaltung. Das Konzept verfolgt die Idee, persönliche Geschichten sichtbar zu machen. Nicht ein gedrucktes Motiv steht im Mittelpunkt, sondern der originale Gegenstand, der mit einer Erinnerung, einem Hobby oder einer Leidenschaft verbunden ist.

Wanddekoration Moos Wallapp
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Wallapp bringt persönliche Sammlungen an die Wand

Das Unternehmen Wallapp entwickelte ein System, das unterschiedlichste Objekte in dekorative Wandinstallationen verwandelt. Ausgangspunkt ist dabei stets ein reales Objekt. Das können Kaffeebohnen, Kronkorken, Schachfiguren, Sportgeräte oder Naturmaterialien sein. Im Unterschied zu klassischen Bildern entsteht dadurch eine zusätzliche Dimension. Die ausgestellten Elemente sind nicht nur sichtbar, sondern auch physisch vorhanden. Haptik und Materialität werden zum wesentlichen Bestandteil der Gestaltung. Besonders deutlich wird dieser Ansatz bei Themenwelten, die auf individuelle Interessen zugeschnitten sind. Aus einzelnen Gegenständen entstehen kleine Inszenierungen, die den Charakter eines Hobbys oder einer persönlichen Leidenschaft widerspiegeln.

Wanddekoration Golfbaelle Wallapp
Wanddekoration Golfschlaeger Wallapp

Schachbrett und Kaffeebohnen werden zu funktionalen Designobjekten

Zu den gezeigten Beispielen gehörte ein magnetisches Schachbrett, das nicht nur als Dekoration dient. Die Figuren lassen sich von der Wand nehmen und tatsächlich zum Spielen verwenden. Nach der Partie wird das Schachbrett wieder zum Gestaltungselement im Wohnraum. Ein weiteres Beispiel zeigte eine Installation rund um das Thema Kaffee. Echte Kaffeebohnen wurden in die Gestaltung integriert und schufen eine Materialwelt, die weit über ein gewöhnliches Bild hinausgeht.

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MesseTV Interview Steffen Bauer Inhaber Wallapp

Die vorgestellten Anwendungen verdeutlichen die Bandbreite des Systems:

  • Schachbretter mit magnetischen Spielfiguren
  • Kaffeewelten mit echten Kaffeebohnen
  • Sportobjekte wie Golfschläger oder Volleybälle
  • Naturmaterialien aus Holz, Wasser und Moos
  • Sammlerstücke und Erinnerungsgegenstände
  • Persönliche Einzelstücke aus dem eigenen Besitz
Dadurch entstehen Wandobjekte, die gleichzeitig dekorativ und persönlich sind.

Wanddeko Wallapp Heim und Handwerk Messe Muenchen

Wallapp setzt auf Haptik statt auf klassische Bilder

Die zentrale Idee hinter dem Konzept ist die bewusste Abkehr vom zweidimensionalen Bild. Während Fotografien und Drucke ausschließlich über ihre optische Wirkung funktionieren, sollen die Objekte Neugier wecken und zum näheren Betrachten einladen. Die Materialien können angefasst werden, ihre Oberflächen bleiben erkennbar und ihre Geschichte wird unmittelbar nachvollziehbar. Gerade in Wohnräumen entsteht dadurch eine andere Beziehung zum Objekt als bei einem herkömmlichen Wandbild. Dieser Ansatz passt zu einem Trend, der sich zunehmend im Interior Design beobachten lässt. Viele Menschen suchen nach individuellen Gestaltungslösungen, die sich von Massenware unterscheiden und einen persönlichen Bezug herstellen.

Sportgeräte und Erinnerungsstücke erhalten einen besonderen Platz

Großes Interesse weckten insbesondere die Anwendungen aus dem Sportbereich. Gezeigt wurden unter anderem echte Golfschläger, gespielte Volleybälle und weitere Sportobjekte, die in dekorative Präsentationen integriert wurden. Dabei geht es nicht nur um vorgefertigte Designs. Vielmehr können auch persönliche Erinnerungsstücke verarbeitet werden. Wer beispielsweise einen besonderen Ball aus einem wichtigen Spiel, einen signierten Schläger oder andere bedeutende Gegenstände besitzt, kann diese dauerhaft sichtbar machen. Gerade Sportler sammeln im Laufe der Jahre zahlreiche Erinnerungsstücke, die oft in Schränken oder Kisten verschwinden. Durch die Präsentation an der Wand erhalten sie einen festen Platz im Alltag.

MesseTV Beitrag Wallapp Heim Handwerk 2016
Wanddekoration Schachbrett Muehlespiel Wallapp

Naturmaterialien schaffen dreidimensionale Raumwirkung

Neben Sport und Freizeit spielen Naturthemen eine wichtige Rolle. Holzstrukturen, konserviertes Moos oder wasserbezogene Motive erzeugen eine räumliche Wirkung, die mit klassischen Drucken nur schwer erreichbar ist. Das verwendete Moos bleibt dauerhaft weich und behält seine optischen Eigenschaften, ohne weiterzuwachsen. Dadurch lassen sich natürliche Materialien in Innenräumen einsetzen, ohne den Pflegeaufwand lebender Pflanzen zu verursachen. Solche Lösungen werden zunehmend in Wohnräumen, Büros oder öffentlichen Einrichtungen eingesetzt. Die Kombination aus Naturmaterialien und dreidimensionaler Gestaltung sorgt für eine stärkere räumliche Präsenz und schafft zusätzliche Blickpunkte innerhalb eines Raumes.

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Wallapp Wanddekoration Heim Handwerk Messe Muenchen

Die Idee entstand aus der Innenarchitektur

Der Ursprung des Konzepts liegt nicht in der Dekorationsbranche, sondern in der Innenarchitektur. Ausgangspunkt war die Gestaltung einer Krankenhausstation. Dort stellte sich die Frage, wie Wandflächen interessanter gestaltet werden können als mit klassischen Drucken oder Fotografien. Aus dieser Überlegung entwickelte sich ein System, das bewusst Neugier erzeugen soll. Besucher sollen nicht einfach an einem Bild vorbeigehen, sondern genauer hinsehen, Materialien entdecken und sich mit den gezeigten Objekten beschäftigen. Die auf der Heim+Handwerk vorgestellten Beispiele zeigen, wie sich dieser Gedanke inzwischen auf zahlreiche Themenbereiche übertragen lässt. Ob Hobby, Reiseerinnerung, Naturbezug oder persönliche Sammlung – reale Gegenstände werden zum Bestandteil der Einrichtung und verleihen Räumen eine individuelle Note, die mit standardisierten Wandbildern kaum erreichbar ist.