Die opti in München gilt als wichtiger Jahresauftakt für die internationale Augenoptik. Fachbesucher aus Handwerk, Industrie und Handel erhalten hier einen kompakten Überblick über technologische Entwicklungen, gestalterische Trends und strategische Fragestellungen der Branche. Die Messe positioniert sich dabei nicht als reine Produktschau, sondern als inhaltliche Plattform, auf der Innovation, Praxisnähe und Marktentwicklung zusammenlaufen.
Ab dem 16.01.2026 ca. 19 Uhr publizieren wir hier Beiträge zur opti 2026 in München.
Ein zentrales Thema der diesjährigen opti ist der technologische Fortschritt entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Digitale Messsysteme, automatisierte Fertigungsprozesse und softwaregestützte Anpasslösungen prägen viele Präsentationen. Insbesondere im Bereich der Refraktion und Zentrierung zeigen Aussteller, wie präzisere Daten die Qualität der Versorgung verbessern können. Ergänzt wird dies durch neue Lösungen für den Werkstattbereich, die Arbeitsabläufe effizienter gestalten und Fehlerquellen reduzieren. Auch smarte Assistenzsysteme spielen eine größere Rolle als in den Vorjahren. Sie unterstützen Augenoptiker bei Analyse, Beratung und Dokumentation und zielen darauf ab, komplexe technische Prozesse verständlicher und reproduzierbarer zu machen. Damit rückt die Verbindung von Technik und Alltagstauglichkeit stärker in den Fokus.
Neben Technik ist die opti traditionell ein Schaufenster für aktuelle Brillentrends. Die diesjährige Messe zeigt eine deutliche Ausdifferenzierung: klassische Formen werden weiterentwickelt, während mutige Designs gezielt Akzente setzen. Farbwelten reichen von natürlichen Tönen bis hin zu klaren Kontrasten, wobei Materialkombinationen zunehmend experimenteller werden. Auffällig ist der hohe Stellenwert individueller Anpassbarkeit. Modulare Konzepte, variable Bügelsysteme und personalisierbare Details sprechen Kunden an, die Wert auf Unikate legen. Gleichzeitig bleibt Funktionalität ein zentrales Argument – etwa bei leichten Materialien, ergonomischen Passformen oder alltagstauglichen Oberflächen.
Im Bereich der Kontaktlinsen stehen vor allem spezialisierte Lösungen im Mittelpunkt. Dazu zählen Weiterentwicklungen bei multifokalen Linsen, verbesserte Materialien für längere Tragezeiten sowie Konzepte für besondere Sehanforderungen. Ergänzend werden Dienstleistungen rund um Anpassung, Nachbetreuung und Kundenbindung thematisiert. Deutlich wird dabei ein Trend zur ganzheitlichen Sichtweise: Kontaktlinsen werden weniger als isoliertes Produkt verstanden, sondern als Teil eines umfassenden Versorgungskonzepts, das Beratung, Kontrolle und Service einschließt. Diese Perspektive spiegelt sich auch in Schulungs- und Informationsangeboten auf der Messe wider.
Nachhaltigkeit ist auf der opti kein Randthema mehr, sondern fest in vielen Konzepten verankert. Gezeigt werden Materialien mit reduziertem Ressourceneinsatz, langlebige Produktstrategien sowie neue Ansätze für Verpackung und Logistik. Dabei geht es weniger um plakative Aussagen, sondern um nachvollziehbare Verbesserungen entlang konkreter Produktionsschritte. Für viele Betriebe stellt sich zudem die Frage, wie nachhaltige Ansätze wirtschaftlich sinnvoll integriert werden können. Entsprechend groß ist das Interesse an Lösungen, die ökologische Aspekte mit betrieblicher Effizienz verbinden und sich realistisch im Alltag umsetzen lassen.
Ergänzend zu den Ausstellungen bietet die opti ein breit gefächertes Rahmenprogramm. Fachvorträge, Diskussionsformate und praxisorientierte Sessions greifen Themen wie Betriebsführung, Fachkräftesicherung und Marktentwicklung auf. Der Austausch zwischen unterschiedlichen Marktteilnehmern schafft dabei Orientierung in einem Umfeld, das sich technologisch und wirtschaftlich spürbar wandelt. Gerade dieser Dialogcharakter macht die opti zu mehr als einer klassischen Messe. Sie fungiert als Stimmungsbarometer der Branche und zeigt, welche Themen langfristig an Bedeutung gewinnen. Austragungsort ist erneut die Messe München, die mit ihrer Infrastruktur Raum für diese inhaltliche Breite bietet. Insgesamt zeigt die aktuelle opti, dass die Augenoptik vor allem von der Verbindung aus technischer Präzision, gestalterischer Qualität und strategischem Denken geprägt ist – und dass diese Kombination den Takt für die kommenden Monate vorgibt.