Wohnungsstation für zentrale Wärmeversorgung im Mehrfamilienhaus

von Bastian Velonavy - 2026-05-10

Die Wärmeversorgung in Mehrfamilienhäusern verändert sich spürbar. Während über Jahrzehnte häufig jede Wohnung mit einer eigenen Gastherme ausgestattet wurde, verlagert sich die Technik zunehmend hin zu zentralen Wärmeerzeugern.

Hintergrund sind steigende Anforderungen an Energieeffizienz, Hygiene und CO₂-Reduktion. Gleichzeitig wächst der Druck, bestehende Gebäude auf neue Heizsysteme umzurüsten. Wohnungsstationen spielen in diesem Wandel eine zentrale Rolle. Sie verbinden zentrale Wärmeversorgung mit einer dezentralen Übergabe innerhalb der einzelnen Wohneinheiten. Oventrop zeigt dafür auf der IFH/Intherm die Regudis W-HTE Serie sowie eine spezielle Variante für den Gasthermentausch im Bestand.

Oventrop Regudis W HTE für zentrale Wärmeerzeuger
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Oventrop Regudis W-HTE für zentrale Wärmeerzeuger

Die Regudis W-HTE Wohnungsstationen sind dafür ausgelegt, Wärme aus einer zentralen Quelle in einzelne Wohnungen zu übertragen. Statt eines eigenen Verbrennungsgeräts in jeder Einheit arbeitet das Gebäude mit einem gemeinsamen Wärmeerzeuger. Dabei kann es sich um Fernwärme, eine Wärmepumpe oder andere zentrale Heizsysteme handeln. Ergänzt wird das Konzept meist durch einen Pufferspeicher, der die erzeugte Wärme vorhält und bedarfsgerecht verteilt. Von dort aus gelangen Heizungs­vorlauf und Heizungs­rücklauf in die Wohnungen. Innerhalb der Station erfolgt anschließend die Wärmeübergabe für Heizung und Warmwasserbereitung. Oventrop verfolgt damit ein Konzept, das insbesondere im Mehrfamilienhaus Vorteile bringen soll. Die eigentliche Wärmeerzeugung wird gebündelt, während die Wohnungsstation die individuelle Versorgung übernimmt.

Wohnungsstationen Bedeutung im Gebäudebestand
Wohnungsstation verbindet Heizung und Trinkwarmwasser

Wohnungsstation verbindet Heizung und Trinkwarmwasser

Die Technik innerhalb der Station erfüllt zwei Aufgaben gleichzeitig. Zum einen wird die Wärme für die Raumheizung bereitgestellt, etwa für Fußbodenheizungen oder andere Flächenheizsysteme. Zum anderen übernimmt die Station die Trinkwarmwasserbereitung. Das geschieht über einen Plattenwärmeübertrager. Warmwasser wird also nicht dauerhaft bevorratet, sondern erst in dem Moment erzeugt, in dem es tatsächlich benötigt wird – etwa beim Duschen oder Abwaschen. Gerade dieser Punkt ist hygienisch relevant. Durch die dezentrale Frischwasserbereitung bleibt das Trinkwarmwassernetz innerhalb der Wohnung sehr klein. Lange Leitungswege mit dauerhaft warmem Wasser entfallen weitgehend. Die wichtigsten Funktionen der Regudis W-HTE lassen sich zusammenfassen:

  • zentrale Wärmeversorgung mit dezentraler Übergabe
  • Warmwasserbereitung über Plattenwärmeübertrager
  • geeignet für Wärmepumpe oder Fernwärme
  • verschiedene Leistungsstufen bis 25 Liter Warmwasser pro Minute
Damit deckt die Serie unterschiedliche Wohnungsgrößen und Nutzungsprofile ab.

Gasthermentausch mit Regudis W-HTE GT im Bestand

Besonders interessant ist die spezielle Ausführung Regudis W-HTE GT. Diese Variante wurde gezielt für den Austausch bestehender Gasthermen entwickelt. Die Station orientiert sich dabei bewusst am Formfaktor klassischer Wandthermen. Während die Standardstation quer aufgebaut ist, wurde die GT-Version hochformatig konstruiert. Dadurch kann sie an exakt derselben Stelle montiert werden wie das bisherige Gasgerät. Bestehende Anschlüsse bleiben dabei weitgehend nutzbar. Kaltwasser, Warmwasser sowie Heizungs­vorlauf und Heizungs­rücklauf entsprechen den bekannten Leitungswegen früherer Gasthermen. Ein entscheidender Punkt betrifft die stillgelegten Kamine. Diese können genutzt werden, um neue Heizungsleitungen in die Wohnungen einzubringen. Dadurch reduziert sich der Aufwand bei der Nachrüstung erheblich. Nach Angaben von Oventrop lässt sich eine Wohneinheit dadurch innerhalb von ungefähr einer Stunde umrüsten – Gastherme ausbauen, Wohnungsstation montieren, Anschlüsse verbinden.

Gasthermentausch mit Regudis W HTE GT im Bestand

Wohnungsstationen gewinnen im Gebäudebestand an Bedeutung

Der Markt für solche Systeme wächst seit Jahren. Gründe dafür liegen nicht nur in neuen Heiztechnologien, sondern auch in regulatorischen Entwicklungen. Steigende CO₂-Kosten und der politische Druck auf fossile Energieträger verändern die Anforderungen im Gebäudebereich deutlich. Vor allem bei älteren Mehrfamilienhäusern entsteht dadurch eine schwierige Situation. Viele Gebäude verfügen über dezentrale Gasthermen, besitzen aber keine zentrale Wärmeversorgung. Genau hier setzen Wohnungsstationen an. Sie ermöglichen die Umstellung auf zentrale Systeme, ohne jede Wohnung vollständig neu planen zu müssen. Gleichzeitig bleiben individuelle Wärmeversorgung und Warmwasserbereitung erhalten. Oventrop unterstützt solche Umrüstungen zusätzlich mit Planungsleistungen und Software zur Auslegung von Wärmeerzeugern, Pufferspeichern und Rohrnetzen. Gerade im Bestand ist diese Planung entscheidend, da bestehende Gebäudestrukturen oft nur begrenzte Eingriffe zulassen.

Oventrop Wohnungsstation auf der IFH Intherm in Nürnberg
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Zentrale Wärmeversorgung verändert den Wohnungsbau

Die Entwicklung zeigt einen grundlegenden Wandel in der Gebäudetechnik. Während früher viele kleine Wärmeerzeuger innerhalb einzelner Wohnungen üblich waren, verlagert sich die Technik zunehmend in zentrale Versorgungssysteme. Wohnungsstationen bilden dabei die Schnittstelle zwischen zentraler Erzeugung und individueller Nutzung. Sie ermöglichen eine kompakte Wärmeübergabe innerhalb der Wohnung und reduzieren gleichzeitig den technischen Aufwand pro Einheit. Besonders im Zusammenhang mit Wärmepumpen und Fernwärme dürfte ihre Bedeutung weiter wachsen. Denn je stärker Gebäude zentral versorgt werden, desto wichtiger wird die effiziente und hygienische Verteilung innerhalb der einzelnen Wohneinheiten. Die Regudis W-HTE Serie zeigt, wie sich bestehende Gebäudestrukturen an diese Entwicklung anpassen lassen – nicht über vollständige Neubauten, sondern über gezielte technische Umrüstung im Bestand.