Avio 3000 ICP OES für ressourcenärmere Elementanalytik

von Andreas Bergmeier - 2026-03-26

Die Elementanalytik steht seit Jahren unter doppeltem Druck. Einerseits steigen die Anforderungen an Nachweisstärke, Stabilität und Probenvielfalt. Andererseits wächst der Wunsch nach Systemen, die mit weniger Ressourcen auskommen und im Laboralltag wirtschaftlicher arbeiten.

Genau an dieser Schnittstelle positioniert PerkinElmer das neue Avio 3000. Das System wurde für die ICP OES neu entwickelt und soll nicht nur leistungsfähiger, sondern auch effizienter sein als die Vorgängergeneration. Dabei geht es nicht um eine Modellpflege im kleinen Maßstab. Nach Angaben des Herstellers wurden nur wenige Komponenten aus dem bisherigen System übernommen. Verbrauchsmaterialien bleiben kompatibel, zentrale Bauteile wie Generator und Detektor wurden dagegen neu entwickelt. Hinzu kommt ein überarbeitetes Wärmemanagement, das einen Schritt ermöglicht, der im Laborbetrieb erheblich ins Gewicht fällt: Das Gerät kommt ohne externen Kühler aus.

PerkinElmer entwickelt neue Architektur für ICP OES

Das Avio 3000 ist ein System für die ICP OES, also für die optische Emissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma. Ziel dieser Technik ist nicht die Analyse von Molekülstrukturen, sondern die Bestimmung von Elementen. Genau darin liegt ihr klassisches Einsatzfeld: Wo absolute Konzentrationen einzelner Elemente gefragt sind, gehört ICP OES zu den etablierten Verfahren. PerkinElmer hat das Gerät dafür grundlegend neu aufgebaut. Ein neuer Plasma-Generator und ein neuer Detektor bilden die technische Basis. Gleichzeitig wurde das Innenleben so überarbeitet, dass weniger Wärme entsteht und sich das System insgesamt stabiler betreiben lässt. Dass kein externer Kühler mehr erforderlich ist, ist dabei mehr als ein Detail. Es spart Platz, reduziert den Installationsaufwand und senkt die laufenden Betriebskosten. Diese Verringerung der sogenannten Cost of Ownership gehört zu den wichtigsten Argumenten des Systems. Das Gerät soll leistungsfähiger arbeiten, dabei aber weniger Ressourcen benötigen. Genau diese Kombination ist es, mit der PerkinElmer den Anspruch verbindet, auf dem Weltmarkt einen neuen Akzent zu setzen.

Avio 3000 ICP OES für ressourcenärmere Elementanalytik
Avio 3000 erweitert Anwendungen auf organische Proben

ICP OES analysiert Elemente über optische Emission

Das Funktionsprinzip der ICP OES bleibt dabei unverändert, auch wenn die Hardware neu entwickelt wurde. Gearbeitet wird mit flüssigen Proben, die zunächst in einer Sprühkammer zerstäubt werden. Aus der Probe entsteht ein Aerosol, das anschließend in ein Argonplasma gelangt. Dieses Plasma erreicht Temperaturen, die mit Bedingungen an der Sonnenoberfläche verglichen werden. In dieser extrem heißen Umgebung werden die Bestandteile der Probe atomisiert und angeregt. Die Atome senden daraufhin Licht aus. Dieses Licht wird vom System detektiert, mit Standards verglichen und schließlich quantitativ ausgewertet. Der analytische Ablauf lässt sich auf vier Schritte verdichten:

  • Zerstäubung einer flüssigen Probe in der Sprühkammer
  • Überführung des Aerosols in ein Argonplasma
  • Anregung der Atome und Emission von Licht
  • Detektion und quantitative Auswertung gegen Standards
Gerade diese direkte Elementbestimmung macht das Verfahren für zahlreiche Fragestellungen interessant. Es eignet sich überall dort, wo nicht Verbindungen, sondern einzelne Elemente zuverlässig nachgewiesen und quantifiziert werden sollen.

Avio 3000 erweitert Anwendungen auf organische Proben

Ein wichtiger Fortschritt des neuen Systems liegt in der Erweiterung des Probenspektrums. Klassisch ist ICP OES stark mit wässrigen Proben verbunden. Dazu zählen etwa Wasseranalytik, Metallaufschlüsse oder mineralische Proben aus dem Bergbau. Genau dieses Feld deckt das Avio 3000 weiterhin ab. Neu ist jedoch, dass der überarbeitete Generator auch Anwendungen mit organischen Proben stärker in den Fokus rückt. Damit öffnet sich das Gerät für Kunden, die nicht nur klassische wässrige Fragestellungen bearbeiten, sondern auch Spurengehalte in organischen Lösungsmitteln bestimmen wollen. Das verschiebt die Zielgruppe spürbar. Relevante Einsatzfelder sind nun unter anderem:

  • Bergbauproben und metallische Aufschlüsse
  • Wasseranalytik, etwa Trinkwasser oder Flaschenwasser
  • Elementbestimmung in organischen Lösungsmitteln
  • breitere Laboranwendungen mit unterschiedlichen Matrices
Gerade diese Öffnung ist für viele Labore interessant, weil sie das System vielseitiger macht. Ein Gerät, das mehrere Probentypen souverän abdeckt, lässt sich wirtschaftlicher einsetzen und spricht entsprechend mehr Anwender an.

Wärmemanagement reduziert Ressourcen im Laborbetrieb

Ein Laborgerät wird nicht allein über Nachweisgrenzen definiert. Im Alltag zählen ebenso Stabilität, Betriebskosten und der Aufwand für Infrastruktur. Genau deshalb ist das Wärmemanagement so zentral. PerkinElmer betont, dass die interne Wärmeentwicklung deutlich reduziert wurde. Das macht den bisher üblichen externen Kühler überflüssig. Der Vorteil liegt auf mehreren Ebenen. Weniger Zusatzgeräte bedeuten weniger Energiebedarf, weniger Komplexität im Aufbau und weniger Platzbedarf im Labor. Hinzu kommt, dass die Stabilität des Systems trotz dieser Vereinfachung erhalten bleibt. Das ist der entscheidende Punkt: Ressourceneffizienz darf nicht zulasten der Performance gehen. Das System soll genau diesen Spagat leisten. Es ist ressourcenärmer, ohne analytisch schwächer zu werden. Im Gegenteil: Nach Darstellung des Herstellers wurde die Nachweisstärke sogar weiter verbessert. Diese Kombination aus geringerer Last und höherer Leistungsfähigkeit ist es, die das System als nächste Entwicklungsstufe der ICP OES positioniert.

Breite Einsatzfelder für moderne Elementanalytik

Die Zielgruppe des Geräts ist bewusst weit gefasst. Forschungslabore gehören ebenso dazu wie Routineanwender, die regelmäßig Elemente quantifizieren müssen. Mit der Erweiterung auf organische Matrices wächst das adressierbare Spektrum zusätzlich. PerkinElmer macht damit deutlich, dass das System kein Nischengerät für eine einzelne Anwendung sein soll. Es ist als Plattform für viele analytische Fragestellungen gedacht. Genau daraus ergibt sich auch die strategische Bedeutung des Systems. Die Weiterentwicklung zeigt, dass in der ICP OES noch erhebliches Potenzial steckt, sowohl technisch als auch wirtschaftlich. Die Richtung ist klar: Die Elementanalytik der Zukunft soll nachweisstärker, effizienter und ressourcenärmer werden. Das Avio 3000 steht für diesen Anspruch beispielhaft. Es verbindet klassische ICP OES mit einer modernisierten Gerätearchitektur, die Laboren nicht nur analytische Leistung, sondern auch mehr Spielraum im Betrieb verschaffen soll.