SFC Energy Hydrogen Cabinets als Alternative zu Dieselaggregaten

von Jürgen Groh - 2024-07-24

Auf der smarter E in München präsentiert SFC Energy modulare Brennstoffzellenlösungen für Anwendungen, bei denen eine verlässliche Stromversorgung entscheidend ist. Das Unternehmen mit Headquarter in München entwickelt und fertigt seine Systeme selbst und liefert sie weltweit aus.

Im Zentrum des Messeauftritts stehen sogenannte Hydrogen Cabinets – skalierbare Energielösungen auf Basis von Wasserstoff-Brennstoffzellen, die insbesondere im Notstrombereich klassische Dieselaggregate ersetzen sollen. SFC Energy ist als Brennstoffzellen Produzent international tätig und deckt mit zwei unterschiedlichen Technologien ein breites Anwendungsspektrum ab. Neben der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie gehört auch die Direkt-Methanol-Brennstoffzelle zum Portfolio. Beide Ansätze zielen darauf ab, netzunabhängige oder abgesicherte Energie bereitzustellen – überall dort, wo Kunden auf eine stabile Versorgung angewiesen sind.

Modul Brennstoffzelle ersetzt Dieselaggregat Intersolar Europe 2024
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Hydrogen Cabinets: Modulare Energie Lösung mit 10 Kilowatt

Im Mittelpunkt stehen die Hydrogen Cabinets, modulare Systeme, die aus mehreren Brennstoffzellen Modulen bestehen. Jedes Modul liefert zweieinhalb Kilowatt elektrische Leistung. In der auf der Messe gezeigten Konfiguration ergibt sich daraus eine Energie Lösung mit zehn Kilowatt. Die Module sind in einem Gehäuse integriert, ergänzt um Controller, Luftführung, Wasserstoff-Verrohung sowie die komplette elektrische Peripherie. Das Konzept ist auf Skalierbarkeit ausgelegt. Je nach Bedarf können mehrere Module kombiniert werden. Entscheidend ist dabei nicht nur die reine Leistung, sondern die Möglichkeit, eine vollständig integrierte Lösung zu erhalten, bei der Steuerung, Energieabgabe und Sicherheitstechnik aufeinander abgestimmt sind. Für Betreiber bedeutet das eine planbare Versorgung ohne die Komplexität einzelner Komponenten unterschiedlicher Hersteller.

Backup Power und Notstrom für kritische Infrastruktur

Ein typisches Einsatzszenario ist der Notstrom Bereich. Hier ersetzen die Systeme konventionelle Dieselaggregate als Backup Power. Besonders relevant ist dies für kritische Infrastruktur, bei der Ausfälle erhebliche Folgen haben können. Die Absicherung von Kommunikationsanlagen, Rechenzentren oder anderen sensiblen Einrichtungen gehört zu den Kernanwendungen. Der Markt zeigt laut Unternehmensangaben ein deutlich wachsendes Interesse an Alternativen zum Dieselgenerator. Hintergrund sind strengere Umweltauflagen, steigende Anforderungen an Emissionen sowie der Wunsch nach leiseren und wartungsärmeren Systemen. Brennstoffzellenlösungen bieten hier eine Option, da sie ohne Verbrennungsmotor auskommen und lokal keine klassischen Abgase erzeugen.

Brennstoffzellen SFC Energy Intersolar Europe 2024
Loesungen Stromversorgung Brennstoffzellen Hybrid Felix Dinkel SFC Energy AG

Anwendungen von Festivals bis Baustellen Stromversorgung

Neben der Absicherung stationärer Infrastruktur werden die Systeme auch mobil eingesetzt. Ein Beispiel sind Festivals, bei denen Bühnen mit elektrischer Energie versorgt werden. Solche Anwendungen stellen besondere Anforderungen an Zuverlässigkeit und Geräuschentwicklung. Hier können Brennstoffzellen eine Alternative darstellen, da sie im Betrieb deutlich leiser sind als konventionelle Aggregate. Ein weiteres Feld ist die Baustellen Stromversorgung. Für temporäre Projekte, bei denen kein Netzanschluss vorhanden ist oder die Netzleistung nicht ausreicht, werden üblicherweise Dieselgeneratoren eingesetzt. SFC Energy positioniert seine Produkte als Alternative in genau diesem Marktsegment. Ziel ist es, in all diesen Bereichen schrittweise konventionelle Lösungen zu ersetzen.

Technologische Basis: Wasserstoff und Direkt-Methanol

Das Unternehmen arbeitet mit zwei Technologien, die jeweils eigene Vorteile haben. Die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie kommt vor allem in größeren Leistungsbereichen zum Einsatz, wie sie bei den Hydrogen Cabinets gezeigt werden. Die Direkt-Methanol-Brennstoffzelle eignet sich für kleinere Anwendungen und Off-Grid Szenarien, bei denen eine kompakte und autarke Lösung gefragt ist. Gemeinsam ist beiden Ansätzen die elektrochemische Umwandlung von chemischer Energie in elektrische Energie. Anstelle eines Verbrennungsprozesses findet eine kontrollierte Reaktion statt, die Strom erzeugt. Für den Kunden entscheidend ist dabei die Bereitstellung elektrischer Energie in einer Form, die sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren lässt.

Hydrogen Cabinet Brennstoffzellenmodule SFC Energy

Marktinteresse und strategische Positionierung

Auf der smarter E zeigt sich laut Unternehmensvertretern ein breites Interesse aus unterschiedlichen Branchen. Die Gespräche reichen von Infrastrukturbetreibern über Eventveranstalter bis hin zu Bauunternehmen. Dabei steht weniger die einzelne Komponente im Fokus als vielmehr die komplette Energie Lösung, die modular erweitert und an spezifische Anforderungen angepasst werden kann. SFC Energy versteht sich in diesem Zusammenhang nicht nur als Komponentenlieferant, sondern als Anbieter integrierter Systeme. Die Kombination aus Brennstoffzellen Modulen, Steuerung, Verrohung und Energieabgabe in einem Cabinet soll den Installationsaufwand reduzieren und die Planung vereinfachen. Gleichzeitig adressiert das Unternehmen einen Markt, der sich im Umbruch befindet: Weg vom Dieselaggregat, hin zu alternativen Technologien. Mit den Hydrogen Cabinets positioniert sich SFC Energy damit klar im wachsenden Segment der emissionsärmeren Backup Lösungen. Ob in der kritischen Infrastruktur, auf Festivals oder bei der Baustellen Stromversorgung – überall dort, wo bislang Dieselgeneratoren dominieren, soll die Brennstoffzelle eine technisch ausgereifte und marktfähige Alternative bieten.