Schwere Folien-, Papier- oder Materialrollen gehören in vielen Produktionsbetrieben zum Arbeitsalltag. Gerade in der Verpackungsindustrie müssen sie regelmäßig von Paletten aufgenommen, transportiert, gedreht und anschließend präzise in Maschinen eingesetzt werden.
Für Beschäftigte bedeutet das eine erhebliche körperliche Belastung. Ein Gabelstapler wiederum ist für viele dieser Arbeitsschritte zu groß oder innerhalb enger Produktionsbereiche zu unflexibel. Auf der Fachpack in Nürnberg zeigte Hovmand mit dem MRP2 eine Lösung für diesen Bereich zwischen manueller Handhabung und klassischer Flurfördertechnik. Der mobile Rollenlifter kann schwere Rollen aufnehmen, transportieren und von einer stehenden in eine liegende Position drehen. Im Mittelpunkt stehen dabei eine einfache Bedienung und die ergonomische Entlastung der Mitarbeiter.
Folienrollen werden häufig stehend auf Paletten angeliefert. Von dort müssen sie aufgenommen und zur jeweiligen Verpackungs- oder Produktionsmaschine gebracht werden. Genau für diesen Arbeitsschritt wurde der MRP2 konzipiert. Der Bediener fährt den mobilen Lifter an die Rolle heran und positioniert die Aufnahme von oben über dem Rollenkern. Eine Fernbedienung ermöglicht es, währenddessen direkt am Lastaufnahmepunkt zu stehen und die Position zu kontrollieren. Anschließend fährt die Aufnahme in den Kern der Rolle. Über einen Hebel wird die Rolle fixiert und kann angehoben werden. Körperliche Kraft ist für das eigentliche Heben damit nicht erforderlich. Je nach Ausführung lassen sich laut Hersteller Rollen mit Gewichten von 40 bis hin zu 140 Kilogramm handhaben.
Mit dem Anheben allein ist es in vielen Produktionsprozessen nicht getan. Eine stehend angelieferte Folienrolle muss für die Maschine häufig horizontal auf einen Dorn aufgeschoben werden. Der Rollenlifter ermöglicht deshalb auch das Drehen der aufgenommenen Last. Die Rolle lässt sich mit geringem Kraftaufwand aus der vertikalen in die horizontale Position bringen. Anschließend kann die Höhe der Aufnahme an den Abnahmedorn der jeweiligen Maschine angepasst werden. Damit übernimmt ein System mehrere Arbeitsschritte, für die ansonsten körperliche Unterstützung oder zusätzliche Transporttechnik erforderlich wäre. Zu den wesentlichen Funktionen und Varianten gehören:
Die Systeme von Hovmand sind vor allem für Lasten gedacht, die für eine regelmäßige manuelle Handhabung zu schwer sind, für den Einsatz eines Gabelstaplers aber keine geeigneten Voraussetzungen bieten. Das betrifft beispielsweise Produktionslinien mit wenig Bewegungsraum oder Arbeitsplätze, an denen Lasten unmittelbar und präzise an Maschinen positioniert werden müssen. Nach Angaben des Unternehmens lassen sich Lasten bis etwa 200 Kilogramm auf geeigneten Industrieböden noch gut mit einem manuell geschobenen Lifter bewegen. Für andere Anforderungen stehen motorisierte Varianten beziehungsweise entsprechende Erweiterungen zur Verfügung. Die unterschiedlichen Materialien der Geräte berücksichtigen zudem branchenspezifische Anforderungen. Neben Aluminium und Stahl kommt Edelstahl zum Einsatz, wenn beispielsweise in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie erhöhte Anforderungen an Reinigung und Hygiene bestehen.
Technische Unterstützung am Arbeitsplatz funktioniert nur dann, wenn Beschäftigte sie tatsächlich einsetzen. Deshalb spielt die Bedienbarkeit bei solchen Assistenzsystemen eine zentrale Rolle. Ein Lifter, der umfangreiche Schulungen verlangt oder Arbeitsabläufe unnötig verkompliziert, läuft Gefahr, im Produktionsalltag umgangen zu werden. Der Ansatz besteht daher darin, Aufnahme, Heben, Drehen und Verfahren möglichst intuitiv zu gestalten. Mitarbeiter sollen die wesentlichen Funktionen schnell verstehen und das Gerät ohne lange Einarbeitung nutzen können. Gerade bei häufig wiederkehrenden Tätigkeiten ist dieser Aspekt entscheidend. Eine technische Lösung muss nicht nur schwere Lasten bewältigen, sondern sich ohne größere Unterbrechungen in bestehende Prozesse integrieren lassen.
Neben Produktivität und Arbeitssicherheit gewinnt die Ergonomie in Produktionsbetrieben an wirtschaftlicher Bedeutung. Wiederholtes Heben und Bewegen schwerer Lasten belastet insbesondere Rücken, Schultern und Gelenke. Technische Hebehilfen können diese Belastung reduzieren und dazu beitragen, körperlich anspruchsvolle Arbeitsplätze langfristig nutzbar zu halten. Das wird auch mit Blick auf den Fachkräftemangel relevant. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, erfahrene Beschäftigte länger im Betrieb zu halten und zugleich Arbeitsplätze für jüngere Mitarbeiter attraktiv zu gestalten. Körperlich belastende Tätigkeiten werden dabei zunehmend kritisch betrachtet. Der MRP2 zeigt, wie sich ein konkreter Arbeitsschritt im Rollenhandling technisch unterstützen lässt. Statt schwere Rollen manuell zu bewegen oder für vergleichsweise kleine Lasten große Flurförderzeuge einzusetzen, übernimmt ein kompakter Lifter Aufnahme, Transport und Positionierung. Damit wird aus einer klassischen Hebehilfe zugleich ein Werkzeug für ergonomischere und effizientere Produktionsabläufe.