Kompakte Abfüllanlage verbindet Befüllen und Etikettieren

von Bastian Velonavy - 2024-09-25

Beim Abfüllen flüssiger oder fester Produkte entscheidet nicht allein die Geschwindigkeit einer Maschine. Flaschen müssen präzise befüllt, zuverlässig verschlossen und anschließend sauber etikettiert werden. Gleichzeitig fehlt besonders kleineren Herstellern häufig der Platz für mehrere voneinander getrennte Anlagen. Gefragt sind daher kompakte Systeme, die verschiedene Arbeitsschritte verbinden und sich an unterschiedliche Produktionsmengen anpassen lassen.

Auf der Fachpack in Nürnberg zeigte CDA Deutschland eine kombinierte Abfüll-, Verschließ- und Etikettiermaschine für Flaschen. Ergänzt wurde die Präsentation durch die Tablettenzählmaschine C-Pills, die speziell auf kleine Chargen zugeschnitten ist. Beide Systeme stehen für einen Trend im Maschinenbau: Statt immer größere Anlagen zu entwickeln, rücken platzsparende und flexibel konfigurierbare Lösungen in den Mittelpunkt.

Bahn Abfüll-, Verschließ- und Etikettiermaschine Etikettierung 1500 bis 5000 Produkte je Stunde CDA Deutschland
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CDA Deutschland verbindet mehrere Arbeitsschritte

Die gezeigte Anlage führt Befüllen, Verschließen und Etikettieren in einer Produktionslinie zusammen. Im ersten Schritt gelangen zwei Flaschen mit einem Volumen von jeweils einem Liter unter die Fülldüsen. Diese werden pneumatisch geöffnet und geschlossen, sodass die Flüssigkeit kontrolliert in die Behälter fließt. Die gleichzeitige Befüllung über zwei Düsen erhöht die Leistung, ohne den Platzbedarf unnötig zu vergrößern. Abhängig vom Produkt können Fülltechnik, Düsen und weitere Komponenten an unterschiedliche Flüssigkeiten oder Behälter angepasst werden. Gerade bei Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln oder technischen Produkten unterscheiden sich Viskosität und Fließverhalten erheblich. Nach dem Befüllen werden die Flaschen an die nächste Station übergeben. Dort beginnt der Verschließprozess, bevor die Behälter zur Etikettierung weitertransportiert werden.

Flaschen werden über Fülldüsen befüllt CDA Abfüll-, Verschließ- und Etikettiermaschine
Pneumatische Finger vereinzeln Produkte vor nächstem Arbeitsschritt Abfüll-, Verschließ- und Etikettiermaschine CDA Deutschland

Verschließstation kontrolliert den aufgesetzten Deckel

Bei der vorgestellten Konfiguration wird der Deckel manuell aufgesetzt. Ein Sensor prüft anschließend, ob sich tatsächlich ein Verschluss auf der Flasche befindet. Erst danach fährt das Produkt in die halbautomatische Verschraubung, in der der Deckel festgezogen wird. Diese Kontrolle reduziert das Risiko, dass unverschlossene Behälter in die folgenden Prozessschritte gelangen. Ein fehlender oder schief aufgesetzter Deckel kann nicht nur das Produkt verunreinigen, sondern auch die Etikettiermaschine oder den weiteren Materialfluss stören. Die halbautomatische Lösung eignet sich besonders für Betriebe, deren Produktionsmengen eine vollständig automatische Deckelzuführung noch nicht rechtfertigen. Steigen die Stückzahlen, lässt sich eine Anlage grundsätzlich um weitere Automatisierungsschritte ergänzen. Entscheidend ist dabei, dass der Ausbau zur tatsächlichen Produktion passt und nicht unnötig hohe Investitionen verursacht.

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Halbautomatische Deckelverschraubung CDA Abfüll-, Verschließ- und Etikettiermaschine

Etikettiermaschine richtet Flaschen im richtigen Abstand aus

Nach dem Verschließen werden die Flaschen an die Etikettiermaschine übergeben. Zwei pneumatische Finger vereinzeln die Produkte und sorgen dafür, dass sie getaktet sowie mit einem definierten Abstand in die Drei-Rollen-Station einlaufen. Eine kontrollierte Zuführung ist notwendig, damit das Etikett gleichmäßig aufgebracht wird. Schon geringe Abweichungen bei Abstand, Geschwindigkeit oder Ausrichtung können dazu führen, dass Etiketten schief sitzen, Falten bilden oder sich nicht vollständig mit der Oberfläche verbinden. In der Grundausführung verarbeitet die Anlage nach Angaben des Unternehmens rund 1.500 Produkte pro Stunde. Je nach Konfiguration lässt sich die Leistung auf etwa 2.500 oder sogar 5.000 Produkte pro Stunde erhöhen. Nach dem Etikettieren gelangen die fertigen Flaschen auf einen Sammeltisch, von dem sie für Verpackung oder Versand entnommen werden können.

Verschraubung der Flaschen CDA Abfüll-, Verschließ- und Etikettiermaschine
Fertig etikettierte Produkte Sammeln sich am Sammeltisch der Abfüll-, Verschließ- und Etikettiermaschine CDA Deutschland

Flexible Abfüllanlage bedient kleine und große Hersteller

Die Technik richtet sich nicht nur an große Industriebetriebe. CDA Deutschland nennt als Zielgruppen unter anderem Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln und Tierfutter, aber auch Imker, Metzgereien und Hofläden. Diese Bandbreite stellt unterschiedliche Anforderungen an die Maschine. Ein Imkereibetrieb benötigt möglicherweise eine kompakte Lösung für wechselnde Honigsorten und begrenzte Stückzahlen. Ein Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln verarbeitet dagegen womöglich zahlreiche Flaschengrößen und muss höhere Anforderungen an Sauberkeit, Wiederholgenauigkeit und Dokumentation erfüllen. Deshalb beginnt die Planung nicht mit einer standardisierten Maschine, sondern mit der konkreten Aufgabenstellung. Nach einer ersten Kontaktaufnahme prüft der Vertrieb die räumlichen Bedingungen beim Kunden. Im persönlichen Gespräch werden Produkte, Behälter, gewünschte Leistung und vorhandene Arbeitsabläufe erfasst. Daraus entsteht ein Angebot, das sich an den tatsächlichen Anforderungen des Betriebs orientiert.

C-Pills zählt Tabletten und Kapseln für kleine Chargen

Neben der Flaschenlinie präsentierte das Unternehmen die C-Pills. Die kompakte Maschine zählt Tabletten oder Kapseln und füllt eine vorgegebene Menge in die dafür vorgesehenen Behälter. Das Produkt wird zunächst in einen Vorratsbehälter gegeben. Von dort gelangen die einzelnen Tabletten oder Kapseln in das Zählsystem und anschließend in die Verpackung. Besonders bei Nahrungsergänzungsmitteln, pharmazeutischen Produkten oder kleineren Marken ist eine exakte Stückzahl entscheidend. Manuelles Zählen ist zeitaufwendig und erhöht das Risiko von Fehlern. Die C-Pills wurde ausdrücklich für kleinere Chargen entwickelt. Damit reagiert der Hersteller auf eine Nachfrage, die sich von klassischen Großanlagen unterscheidet. Viele Unternehmen bringen mehrere Produktvarianten in begrenzten Mengen auf den Markt oder testen neue Rezepturen zunächst in kleinen Serien. Eine überdimensionierte Hochleistungsanlage wäre für solche Anwendungen wirtschaftlich kaum sinnvoll.

Abfüll-, Verschließ-, und Etikettiermaschinen CDA Deutschland Fachpack 2024 Nürnberg
C Pills Tabletten Zählmaschine CDA Deutschland

Kompakte Maschinen erleichtern flexible Produktion

In vielen Betrieben ist nicht die maximal mögliche Leistung der wichtigste Faktor, sondern die Frage, wie gut sich eine Anlage in vorhandene Räume und Prozesse integrieren lässt. Produktionsflächen sind teuer, Umbauten aufwendig und zusätzliche Förderstrecken benötigen Platz. Kompakte Maschinen können mehrere Vorteile verbinden. Sie verkürzen Wege, lassen sich leichter in bestehende Linien einfügen und ermöglichen auch kleineren Herstellern einen schrittweisen Einstieg in die Automatisierung. Gleichzeitig müssen Bedienung, Reinigung und Formatwechsel so gestaltet sein, dass häufig wechselnde Produkte nicht zu langen Stillständen führen.

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Tabletten Zählmaschine für kleine Chargen C Pills CDA Deutschland Fachpack 2024

Die Präsentation von CDA Deutschland zeigt, dass moderne Abfülltechnik nicht zwangsläufig immer größer werden muss. Eine kombinierte Anlage kann Behälter befüllen, verschließen und etikettieren, während die C-Pills kleine Mengen fester Produkte verarbeitet. Entscheidend ist nicht der maximale Durchsatz allein, sondern ein System, das Leistung, Platzbedarf und tatsächliche Produktionsanforderungen sinnvoll miteinander verbindet.