Der Onlinehandel wächst seit Jahren kontinuierlich. Mit steigenden Bestellzahlen erhöhen sich jedoch auch die Anforderungen an Verpackungsprozesse. Produkte müssen schnell, sicher und möglichst platzsparend versendet werden.
Gleichzeitig sorgen Retouren, unterschiedliche Produktgrößen und steigende Versandkosten für zusätzlichen Druck auf Logistikunternehmen und Händler. Verpackungslinien entwickeln sich deshalb zunehmend von einfachen Hilfsmitteln zu hoch automatisierten Systemen, die den gesamten Versandprozess beschleunigen.
BVM Brunner gehört zu den Herstellern, die sich auf automatisierte Folienverpackung spezialisiert haben. Das Unternehmen liefert Lösungen vom einzelnen Packtisch bis zur vollständig integrierten Versandlinie. Zu den Zielgruppen zählen insbesondere der E-Commerce, aber auch Unternehmen aus den Bereichen Automotive, Medien und andere Branchen, in denen große Mengen an Waren für den Onlineversand vorbereitet werden.
Im Mittelpunkt stehen Anlagen, die Verpackungsprozesse vereinfachen und gleichzeitig Materialeinsatz und Versandvolumen reduzieren. Statt unterschiedlich große Kartons vorzuhalten, werden die Produkte bedarfsgerecht in Folienbeutel eingeschlagen. Dadurch sinken Lageraufwand und Verpackungskomplexität.
Eine zentrale Rolle im Portfolio spielt die Versandlinie Comtex 4 G. Ursprünglich wurde die Anlage als Retourenmaschine für Versandhäuser entwickelt. Ziel war es, zurückgesendete Waren bereits am Wareneingang wieder versandfähig zu machen und damit schneller erneut in den Verkaufsprozess zu integrieren. Inzwischen wurde das System zu einer vollwertigen Versandmaschine weiterentwickelt. Ein wesentliches Merkmal ist die Fähigkeit, Produkte unterschiedlicher Größe ohne Umrüstzeiten zu verarbeiten. Die auf der LogiMAT präsentierte Anlage bewältigt Formate im sogenannten chaotischen Wechsel, ohne dass eine manuelle Einstellung der Maschine erforderlich ist.
Der Arbeitsablauf ist vergleichsweise einfach. Ein Lieferschein wird aufgelegt, die Ware darauf positioniert und anschließend automatisch durch die Anlage transportiert. Die Maschine verpackt das Produkt selbstständig, bringt die Etikettierung auf und gibt die Ware fertig konfektioniert aus. Sogar eine mittig platzierte Grifflasche wird automatisch integriert.
Ein wesentlicher Vorteil der Folienverpackung liegt im geringeren Transportvolumen. Kartons erzeugen häufig Leerraum, der transportiert und bezahlt werden muss. Die Comtex 4 G schneidet dagegen die Folie exakt auf die Größe des jeweiligen Produkts zu. Die entstehende Verpackung ist nur so groß wie erforderlich. Das reduziert nicht nur den Materialeinsatz, sondern kann auch Versandkosten senken. Zudem entfällt die Lagerhaltung zahlreicher Kartongrößen. Unternehmen benötigen lediglich die entsprechenden Folienrollen und können unterschiedlichste Produkte mit derselben Anlage verarbeiten.
Gerade im E-Commerce gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung. Hohe Sendungsmengen und steigende Transportpreise erhöhen den Druck, Verpackungen effizienter zu gestalten. Flexible Folienverpackungen bieten hier wirtschaftliche Vorteile und tragen gleichzeitig zu einer besseren Ausnutzung der Transportkapazitäten bei.
Eine weitere Lösung von BVM Brunner ist die Verpackungsmaschine Compacta mit Barcode-Replicator. Sie richtet sich insbesondere an Unternehmen, die importierte Waren konfektionieren und versandfertig machen müssen. Viele Produkte erreichen Europa bereits mit vorhandenen Produktkennzeichnungen. Diese befinden sich jedoch häufig direkt am Artikel und müssen für Lagerung und Versand zusätzlich auf die Verpackung übertragen werden. Genau diesen Prozess automatisiert die Anlage.
Am Beispiel einer Jeans zeigt sich das Prinzip besonders anschaulich. Die Hose wird auf das Transportband gelegt, der vorhandene Barcode erfasst und anschließend identisch auf die Verpackung übertragen. Das Produkt verlässt die Maschine vollständig verpackt und mit korrekter Kennzeichnung versehen.
Dadurch sinkt der manuelle Aufwand erheblich. Gleichzeitig werden Fehler bei der Zuordnung von Artikeln und Verpackungen reduziert. In der Kontraktlogistik und im internationalen Warenverkehr ist eine eindeutige Identifikation der Produkte ein entscheidender Faktor für reibungslose Abläufe.
Die Entwicklung geht bereits über die reine Verpackung hinaus. Geplant sind Systeme, die Rechnung, Lieferschein und Ware automatisch in einer Linie zusammenführen. Dokumente und Produkt würden dadurch ohne zusätzliche manuelle Arbeitsschritte gemeinsam versandfertig gemacht.
Dieser Ansatz zeigt, wie sich Verpackungsanlagen zu integrierten Logistiksystemen entwickeln. Sie übernehmen nicht mehr nur das Einschlagen von Produkten, sondern verbinden Konfektionierung, Etikettierung und Dokumentenmanagement in einem durchgängigen Prozess. Angesichts weiter steigender Sendungsmengen im Onlinehandel dürften automatisierte Verpackungslösungen an Bedeutung gewinnen. Geschwindigkeit, Flexibilität und die Reduzierung von Versandvolumen werden dabei zu entscheidenden Faktoren im Wettbewerb um effiziente Logistikprozesse.