Schmuck wird häufig mit besonderen Anlässen verbunden, mit Tresor, Abendkleid und Momenten, die aus dem Alltag herausfallen. Leo Wittwer verfolgt einen anderen Ansatz. Die Stücke sollen nicht weggeschlossen werden, sondern tragbar bleiben – zum Anzug, zur Jeans, zur Lederjacke oder zur Bluse.
Auf der Inhorgenta Munich zeigte das Pforzheimer Unternehmen, wie sich hochwertiger Schmuck, Herrenkollektionen, Diamantstücke und Accessoires zu einem breiteren Lebensstil verbinden lassen. Neben den Schmuckkollektionen rückten auch Taschen in den Mittelpunkt. Sie zeigen, dass die Marke nicht nur in klassischen Kategorien denkt, sondern Schmuck und Accessoires als zusammengehörige Ausdrucksformen versteht. Entscheidend bleibt dabei ein hoher Anspruch an Material, Verarbeitung und Alltagstauglichkeit.
Die neue Leo Accessoire Kollektion umfasst unter anderem eine Damenhandtasche aus Naturschrumpfleder in einem kräftigen Orangeton. Das Material ist robust, widerstandsfähig und nimmt nur wenig Schmutz an. Innen ist die Tasche mit weichem Alcantara ausgestattet. Mehrere Fächer, ein Außenfach für das Handy und ein angenehm gearbeiteter Schultergriff zeigen, dass die Tasche nicht nur dekorativ gedacht ist, sondern im Alltag funktionieren soll.
Auch für Herren wurde eine neue Laptoptasche vorgestellt. Die Tasche besitzt eine Kroko-Optik, besteht jedoch aus geprägtem Kalbsleder und ist damit artenschutzgerecht umgesetzt. Innen finden sich Paisley-Futter, ein geschütztes Laptopfach sowie zusätzliche Fächer für Handy, Schreibgeräte und weitere Arbeitsutensilien. Preislich liegt die Herrentasche bei knapp 1.200 Euro, die Damenhandtasche bei etwa 1.500 Euro. Sportlichere Varianten beginnen bei rund 500 Euro. Die Zielgruppe ist klar umrissen: Frauen und Männer, die aktuelle Trends aufnehmen, aber zugleich Wert auf Qualität, Langlebigkeit und eigenständiges Design legen. Entworfen werden die Modelle innerhalb der Familie, gefertigt werden sie in einer kleinen deutschen Manufaktur.
Ein wichtiger Bereich ist die Herrenkollektion Leo Homme. Sie richtet sich an Männer, die Schmuck nicht als steife Formalie verstehen, sondern als bewusst gesetztes Detail. Im Mittelpunkt steht unter anderem das Leo Wittwer Kreuz, angepasst für den Herrenbereich. Ein gezeigtes Key Piece kombiniert Palladium-Weißgold, Black Botanium, Princess-Cut-Diamanten und Leder. Die Stücke sollen sowohl zum Anzug als auch zum offenen Hemd oder zur Jeans mit Lederjacke passen. Damit reagiert die Kollektion auf ein verändertes Männerbild: Business wirkt heute oft weniger formell, Kleidung wird individueller, Schmuck darf sichtbarer werden.
Zu den prägenden Elementen der Kollektionen gehören:
Für Damen zeigte das Unternehmen die Classic Kollektion mit Brillanten in feiner Qualität. Verarbeitet werden unter anderem 18 Karat Gold und Palladium-Weißgold. Trotz hochwertiger Materialien soll der Einstieg nicht ausschließlich im sehr hohen Luxussegment liegen. Einzelne Schmuckstücke beginnen bei etwa 2.000 bis 2.500 Euro.
Daneben steht die Manufakturkollektion, die stärker auf handwerkliche Einzelstücke und außergewöhnliche Diamantfassungen ausgerichtet ist. Hier geht es um Schmuck, der sichtbar aus der Tradition der Pforzheimer Schmuckkunst kommt. Pforzheim spielt dabei eine zentrale Rolle: Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte der Schmuckproduktion zurück und gilt bis heute als wichtiger Standort für deutsche Schmuckmanufakturen.
Besonders eindrucksvoll wurde dies bei einem Set aus Collier, Ring und Armband sichtbar. Zusammen kamen die Stücke auf knapp 40 Karat Brillanten und einen Preis von rund 120.000 Euro. Die starke Lichtwirkung entsteht nach Aussage des Unternehmens aus zwei Faktoren: perfekt geschliffenen Diamanten und einer speziellen Fasstechnik.
Die Fassung soll den Stein sicher halten, ohne seine Leuchtkraft zu beeinträchtigen. Dafür muss genug Gold eingesetzt werden, um Halt zu geben, gleichzeitig darf der Diamant optisch nicht zugedeckt werden. Gerade bei solchen Manufakturstücken entscheidet diese Balance darüber, ob ein Schmuckstück schwer wirkt oder tatsächlich strahlt.
Ein wiederkehrendes Motiv ist das Kreuz. Die Crosses Kollektion existiert seit mehr als 20 Jahren und ist in ihrer Form geschützt. Ihre Stärke liegt in der Variabilität. Das Kreuz kann über einen Clipverschluss herausgenommen, an einer langen Kette getragen oder mit einer Lederkordel kombiniert werden. Dadurch verändert sich der Charakter des Schmuckstücks deutlich.
Genau darin liegt der Kern des Ansatzes: Schmuck soll nicht nur für einen einzigen Anlass geschaffen sein. Er kann festlich, sportlich, lässig oder elegant wirken – abhängig davon, wie er getragen wird. Bei Leo Wittwer wird dieser Gedanke zum Leitmotiv. Die Stücke sollen den Tag begleiten, nicht auf ihren großen Auftritt warten.