Mit der steigenden Zahl von Elektrofahrzeugen verändern sich auch die Anforderungen an die Ladeinfrastruktur. Während in den Anfangsjahren häufig einzelne Ladepunkte im Mittelpunkt standen, entstehen heute zunehmend integrierte Konzepte, die privates Laden, gewerbliche Anwendungen und Schnellladeparks miteinander verbinden.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit und Ladeleistung. Auf der Power2Drive Europe in München präsentierte ABL mit dem DC-Schnelllader Supernova eine Lösung, die nicht nur hohe Ladeleistungen ermöglicht, sondern auch den effizienten Einsatz vorhandener Leistungsmodule in den Mittelpunkt stellt.
Mit dem Schnelllader Supernova erweitert ABL sein Portfolio im Bereich des leistungsstarken DC-Ladens. Das System ist in Deutschland mit bis zu 220 Kilowatt Ladeleistung erhältlich und erfüllt die Anforderungen des Eichrechts. Je nach Einsatzgebiet stehen verschiedene Leistungsklassen zur Verfügung. Zwei Ladepunkte und ein integriertes Zahlungsterminal gehören ebenso zur Ausstattung wie die Möglichkeit, mehrere Geräte intelligent miteinander zu verbinden. Im Mittelpunkt steht der sogenannte Power Ring. Dabei werden bis zu drei Schnelllader über eine zusätzliche DC-Verkabelung gekoppelt. Dadurch können die Leistungsmodule mehrerer Geräte gemeinsam genutzt werden. So lassen sich an einzelnen Ladepunkten Ladeleistungen von bis zu 400 Kilowatt erreichen, ohne dass jede Station vollständig mit der maximalen Anzahl an Leistungseinheiten ausgestattet werden muss. Gerade an Standorten mit schwankender Auslastung eröffnet dieses Konzept neue Möglichkeiten. Häufig sind nicht alle Ladepunkte gleichzeitig belegt. Die freie Leistung anderer Geräte kann deshalb flexibel einem Fahrzeug zur Verfügung gestellt werden, das besonders schnell laden soll.
Das Konzept verfolgt einen wirtschaftlichen Ansatz. Leistungsmodule zählen zu den kostenintensivsten Komponenten eines Schnellladers. Werden diese innerhalb eines Verbundes gemeinsam genutzt, sinkt der Investitionsbedarf gegenüber einer vollständigen Ausstattung jeder einzelnen Säule. Vor allem Betreiber öffentlicher Ladeparks profitieren davon. Sie können hohe Ladeleistungen bereitstellen, ohne sämtliche Ladepunkte dauerhaft auf maximale Leistung auszulegen. Das verbessert den Business Case und erhöht gleichzeitig die Flexibilität beim Betrieb größerer Anlagen. Die wichtigsten Eigenschaften des Systems:
Der neue Schnelllader bildet jedoch nur einen Teil des Portfolios. ABL verfolgt den Ansatz, sämtliche Bereiche der Ladeinfrastruktur abzudecken. Das Angebot beginnt bei der Wallbox für den privaten Einsatz, umfasst AC-Ladelösungen für Unternehmen und Parkhäuser und reicht bis zu leistungsstarken DC-Schnellladern für öffentliche Ladeparks. Gerade diese Bandbreite gewinnt an Bedeutung. Viele Projekte kombinieren heute unterschiedliche Ladeszenarien innerhalb eines Standorts. Mitarbeitende laden ihre Fahrzeuge über eine Wallbox oder AC-Ladepunkte während der Arbeitszeit, Besucher nutzen Schnellladepunkte mit höherer Leistung und Flottenfahrzeuge benötigen je nach Einsatzprofil beide Varianten. Für Planer und Betreiber bedeutet dies weniger Schnittstellen. Hard- und Software stammen aus einer Hand, ebenso die zugehörigen Anwendungen für Steuerung, Abrechnung und Betrieb. Die Wallbox wird damit nicht mehr als isoliertes Produkt betrachtet, sondern als Bestandteil eines durchgängigen Gesamtkonzepts für unterschiedliche Ladeanforderungen.
Nach Einschätzung des Unternehmens werden kombinierte Ladeparks künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Standorte wie Einkaufszentren, Hotels, Logistikunternehmen oder Verkehrsknotenpunkte müssen immer häufiger sowohl AC- als auch DC-Ladepunkte bereitstellen. Die Wallbox bleibt dabei für längere Standzeiten wirtschaftlich, während Schnelllader kurze Ladepausen ermöglichen. Diese unterschiedlichen Einsatzbereiche verlangen nach einer gemeinsamen technischen Plattform. Neben der Hardware gehören deshalb auch Software, Apps und das Management der Ladepunkte zum Angebot. Dadurch lassen sich verschiedene Leistungsklassen zentral verwalten und flexibel an den jeweiligen Bedarf anpassen.
Mit dem weiteren Hochlauf der Elektromobilität steigen nicht nur die Anforderungen an die Ladeleistung, sondern auch an die Auslastung der Infrastruktur. Betreiber müssen Investitionen möglichst effizient einsetzen und gleichzeitig auf wachsende Fahrzeugleistungen vorbereitet sein. Der Supernova Power Ring zeigt einen Ansatz, wie sich vorhandene Leistung intelligenter verteilen lässt. Gleichzeitig verdeutlicht das Portfolio von ABL, dass moderne Ladeinfrastruktur längst nicht mehr aus einzelnen Produkten besteht. Wallbox, AC-Ladestation und DC-Schnelllader wachsen zunehmend zu vernetzten Systemen zusammen, die unterschiedliche Anwendungsfälle innerhalb einer gemeinsamen Infrastruktur abdecken und sich wirtschaftlich betreiben lassen.