Der Bundesverband Schwimmbad & Wellness e.V. sieht die Branche aktuell von zwei übergeordneten Themen geprägt: Energie und Wasser. Beide Felder stehen nicht erst seit Kurzem im Fokus, haben jedoch in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Politische Rahmenbedingungen, gesellschaftliche Debatten und konkrete Einschränkungen – wie das zeitweise Poolheizverbot – haben viele Betreiber und private Poolbesitzer für diese Fragen sensibilisiert. Auch wenn solche Verbote inzwischen aufgehoben sind, bleibt der Handlungsdruck bestehen. Effizienz und verantwortungsvoller Ressourceneinsatz sind längst keine Randthemen mehr, sondern prägen die Entwicklung moderner Schwimmbadtechnik.
Die Branche reagiert auf diese Herausforderungen mit konkreten Lösungen. Beim Thema Energie geht es nicht allein darum, Pools überhaupt zu beheizen, sondern dies möglichst sparsam und intelligent zu tun. Gleichzeitig ist das Thema Wasser stärker in den Vordergrund gerückt. Wassersparen, Kreislaufsysteme und alternative Nutzungskonzepte werden intensiver diskutiert als noch vor wenigen Jahren. Diese beiden Aspekte bestimmen derzeit viele Produktentwicklungen und Messeauftritte – sie sind Ausdruck eines grundlegenden Wandels im Verständnis von Pool- und Wellnessanlagen.
Trotz – oder gerade wegen – der jüngsten Umbrüche zeigt sich eine spürbare Aufbruchsstimmung. Die Erwartungen an die Branche sind hoch, und das Interesse an Veranstaltungen ist deutlich gestiegen. Viele Beobachter sehen sogar ein stärkeres Niveau als vor der pandemiebedingten Zäsur. Ein möglicher Nachholeffekt sorgt zusätzlich für Dynamik: Begegnungen, persönliche Gespräche und Live-Präsentationen gewinnen wieder an Bedeutung. Die Phase des Stillstands scheint überwunden, was sich in der positiven Grundstimmung vieler Marktteilnehmer widerspiegelt.
Besonders sichtbar wird diese Entwicklung auf der aquanale. Die Messe präsentiert sich internationaler denn je, mit Ausstellern und Besuchern aus zahlreichen Ländern. Diese Vielfalt wird nicht nur wahrgenommen, sondern ausdrücklich begrüßt. Die Rolle eines Partnerlands – in diesem Fall die Schweiz – unterstreicht den europäischen Charakter der Veranstaltung. Internationale Präsenz bedeutet dabei nicht nur Austausch, sondern auch Vergleich: Technologien, Konzepte und Herangehensweisen treffen aufeinander und erweitern den Blick über nationale Märkte hinaus.
Ein fester Höhepunkt im Messeprogramm ist die Verleihung der europäischen Schwimmbadpreise, der sogenannten EUSA Awards. Hier werden besonders gelungene private Schwimmbäder aus ganz Europa ausgezeichnet. Die eingereichten Projekte zeigen, wie vielfältig Gestaltung, Technik und Nutzung moderner Pools sein können. Dass sich Beiträge aus zahlreichen Ländern beteiligen, verdeutlicht den hohen Stellenwert dieser Auszeichnung und den Anspruch, Qualität international sichtbar zu machen.
Neben Auszeichnungen und Netzwerken stehen vor allem konkrete Lösungen im Mittelpunkt. Besonders auffällig ist, wie stark sich viele Anbieter mit Energie- und Wassereffizienz beschäftigen. Beispiele reichen von Systemen zur Regenwassernutzung über intelligente Aufbereitungstechniken bis hin zu multifunktionalen Poolabdeckungen. Letztere erfüllen längst mehr als nur eine Schutzfunktion.
Für den Bundesverband steht dabei weniger der Wettbewerb zwischen einzelnen Ausstellern im Vordergrund, sondern das gemeinsame Weiterentwickeln der Branche. Alle Akteure werden als Teil einer großen Gemeinschaft verstanden. Entscheidend ist nicht, welcher Stand der beste ist, sondern wer zukunftsfähige Antworten auf zentrale Fragen liefert. Energiesparen und Wassermanagement sind dabei nicht nur technische Herausforderungen, sondern Ausdruck eines veränderten Selbstverständnisses. Der Blick richtet sich nach vorn – auf nachhaltige Konzepte, internationale Zusammenarbeit und eine Branche, die Verantwortung übernimmt.