Auf der Therapro 2026 rückt ein Trainingsgerät in den Mittelpunkt, das sich bewusst von klassischen Kraft- oder Ausdauerlösungen absetzt. Mit dem T-CAGE präsentiert Stolzenberg ein System, das Koordination als zentralen Baustein von Therapie, Prävention und leistungsorientiertem Training versteht. Der Ansatz ist dabei ebenso medizinisch fundiert wie praktisch gedacht: Das Gerät ist als Medizinprodukt einsetzbar, lässt sich in therapeutische Konzepte integrieren und spricht zugleich Zielgruppen an, die weit über den Reha-Bereich hinausreichen.
Der T-CAGE ist nicht als weiteres Fitnessgerät konzipiert, sondern als Trainingsumgebung, in der Bewegung, Gleichgewicht und kognitive Anforderungen gleichzeitig zusammenspielen. Genau darin liegt seine Besonderheit. Während viele Trainingssysteme isoliert Kraft oder Ausdauer adressieren, setzt dieses Gerät an der Schnittstelle von motorischer Kontrolle und neuronaler Aktivierung an. Koordination wird nicht als Nebeneffekt verstanden, sondern als eigenständiger Trainingsschwerpunkt.
Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten ist auffällig groß. Der T-CAGE richtet sich an neurologische Patienten, etwa Menschen mit Parkinson oder Multipler Sklerose, ebenso wie an Personen nach orthopädischen Eingriffen. Gleichzeitig findet das System Anwendung im Hochleistungssport, wo komplexe Bewegungsabläufe, Reaktionsfähigkeit und Stabilität entscheidend sind. Der gemeinsame Nenner dieser sehr unterschiedlichen Zielgruppen liegt im koordinativen Anspruch. Bewegungen finden auf einer instabilen Unterlage statt, die bewusst so gestaltet ist, dass kein Bein die Führung übernehmen kann. Im Gegensatz zu einem klassischen Trampolin, bei dem das stärkere Bein unbewusst kompensiert, zwingt das System beide Körperseiten zur aktiven Mitarbeit. Diese Beinunabhängigkeit ist ein zentrales Merkmal des Geräts.
Ein wesentliches Element des Trainings ist die Kombination aus instabiler Standfläche und zusätzlichem Widerstand durch Bänder. Während einfache Gehbewegungen bereits koordinative Anforderungen stellen, wird das Training durch gezielte Zug- und Wechselbewegungen deutlich komplexer. Arme und Beine arbeiten nicht synchron, sondern in wechselnden Mustern. Genau hier beginnt der eigentliche Trainingseffekt. Das Gehirn wird permanent gefordert, bekannte Bewegungsmuster zu verlassen. Typische Automatismen werden unterbrochen, neue Impulse gesetzt. Dieser bewusste Ausstieg aus der Komfortzone ist kein Nebeneffekt, sondern Kern des Konzepts. Gerade im neurologischen Bereich gilt diese Form der Reizsetzung als entscheidend, um neue Bewegungsstrategien zu entwickeln oder verloren gegangene Fähigkeiten wieder anzubahnen.
Ein weiterer Aspekt, der den Einsatz in der Rehabilitation erleichtert, ist die reduzierte mechanische Belastung. Das Training erfolgt mit deutlich geringerem Widerstand als auf festem Untergrund. Dadurch können Patienten nach Knie- oder Hüftoperationen frühzeitig wieder in aktive Bewegungen eingebunden werden. Der Übergang von passiver Behandlung hin zu funktionellem Training gelingt schneller, ohne die Strukturen zu überlasten. Gerade in der frühen Reha-Phase ist diese Eigenschaft entscheidend. Patienten können vom Behandlungstisch in ein aktives Trainingsumfeld wechseln, ohne das Risiko einer Überforderung einzugehen. Die reduzierte Belastung schafft Sicherheit, während die koordinativen Anforderungen gleichzeitig hoch bleiben.
Neben Therapie und Reha spielt der Präventionsbereich eine zentrale Rolle. Sturzprävention ist ein klassisches Anwendungsfeld, insbesondere bei älteren Menschen. Koordination, Gleichgewicht und Reaktionsfähigkeit gelten hier als entscheidende Faktoren, um Stürze zu vermeiden. Der T-CAGE bietet dafür ein strukturiertes Trainingsumfeld, das gezielt auf diese Fähigkeiten abzielt. Auch im Fitness- und Sportbereich setzt das System bewusst andere Schwerpunkte als herkömmliche Geräte. Während Kraft- und Ausdauertraining in vielen Studios dominieren, bleibt koordinatives Training häufig unterrepräsentiert. Genau hier setzt das Konzept an und ergänzt bestehende Trainingsangebote sinnvoll. Typische Einsatzbereiche lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Zum System gehört eine Software, die Trainingsabläufe dokumentiert und sichtbar macht. Damit lassen sich Fortschritte nachvollziehen, Übungen strukturieren und Trainingsprozesse transparenter gestalten. Gerade im therapeutischen Umfeld ist diese Form der Rückmeldung ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. Preislich ist der T-CAGE im oberen Segment angesiedelt. Mit einem Einstiegspreis von rund neunzehntausend Euro richtet sich das System klar an professionelle Anwender wie Reha-Zentren, Praxen, Kliniken oder ambitionierte Trainingszentren. Angesichts der Vielseitigkeit und der medizinischen Einsetzbarkeit ist diese Positionierung nachvollziehbar.
Der Therapiemarkt befindet sich im Wandel. Training gewinnt gegenüber rein passiven Behandlungsformen an Bedeutung, nicht zuletzt durch veränderte Zulassungs- und Abrechnungsmodelle. Geräte, die aktive Bewegung fördern und zugleich therapeutische Anforderungen erfüllen, rücken stärker in den Fokus. Der T-CAGE greift diesen Trend auf, ohne sich auf eine einzelne Zielgruppe festzulegen. Sein Ansatz, Koordination als verbindendes Element zwischen Therapie, Prävention und Sport zu verstehen, unterscheidet ihn von vielen spezialisierten Einzelgeräten. Genau darin liegt seine Stärke – und vermutlich auch der Grund, warum das System auf der Therapro 2026 besondere Aufmerksamkeit auf sich zieht.