770 Millionen Euro für nachhaltige Messe-Infrastruktur

von Bastian Velonavy - 2025-05-05
770 Millionen Investition Nachhaltigkeit Messeplätze Deutschland
Bild: Besucher auf einem Messeplatz in Deutschland © Deutsche Messefilm & Medien GmbH

Die deutsche Messewirtschaft investiert kräftig in ihre Zukunft. Bis zum Jahr 2029 planen die deutschen Messeplätze bundesweit Investitionen in Höhe von 770 Millionen Euro, um ihre Infrastruktur zu modernisieren, Serviceangebote weiterzuentwickeln und konsequent in Nachhaltigkeit zu investieren. Die Zahlen gehen aus einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands AUMA hervor und verdeutlichen den hohen Stellenwert, den nachhaltige Entwicklung inzwischen für den Messeplatz Deutschland einnimmt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die bauliche Erneuerung von Hallen und Veranstaltungsflächen, sondern eine langfristige strategische Ausrichtung. Ziel ist es, Messe-Infrastruktur leistungsfähiger, ressourcenschonender und zugleich zukunftssicher aufzustellen. Damit reagieren die Messeplätze auf steigende Anforderungen von Ausstellern, Besuchern und politischen Rahmenbedingungen.

Fokus auf Energieeffizienz und digitale Standards

Ein wesentlicher Teil der Investitionen fließt in Maßnahmen zur Energieeffizienz. Geplant sind unter anderem energetische Sanierungen bestehender Gebäude, der Ausbau von Photovoltaikanlagen, moderne Heiz- und Kühlsysteme sowie die Begrünung von Dachflächen. Auch Ladeinfrastruktur für E-Mobilität spielt eine zunehmend wichtige Rolle, da nachhaltige An- und Abreise für Aussteller und Fachbesucher an Bedeutung gewinnt. Die Branche verfolgt damit konsequent ihre Klimaziele, die bereits 2022 formuliert wurden. Ziel ist eine weitgehende Klimaneutralität der Messeplätze bis 2040. Die geplanten Investitionen sollen helfen, CO₂-Emissionen zu senken und den Energieverbrauch dauerhaft zu reduzieren. Nachhaltigkeit wird dabei nicht als kurzfristiger Trend verstanden, sondern als strukturelles Element der Standortentwicklung. Parallel dazu investieren die Messeplätze verstärkt in digitale Standards. Moderne IT-Infrastruktur, leistungsfähige Netzwerktechnik und intelligente Gebäudesteuerung sind zentrale Bausteine. Bereits im Jahr 2024 flossen über 130 Millionen Euro in entsprechende Projekte, darunter LED-Beleuchtung, neue Lüftungsanlagen und digitale Services für Aussteller und Veranstalter. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur Energieeinsparung bei, sondern verbessern auch den Service und die Flexibilität der Veranstaltungsformate.

Investitionen als Signal für Wettbewerbsfähigkeit

Mit dem Investitionsprogramm setzen die Messeplätze ein klares Signal an den internationalen Markt. Deutschland gilt seit Jahrzehnten als führender Messeplatz weltweit, und diese Position soll durch gezielte Investitionen gesichert werden. Der Begriff Messe-Infrastruktur umfasst dabei längst mehr als Hallenflächen. Gefragt sind multifunktionale Veranstaltungsorte, die hybride Formate, digitale Erweiterungen und nachhaltige Konzepte gleichermaßen ermöglichen. Die Investitionen sollen dazu beitragen, dass deutsche Messeplätze auch künftig attraktiv für internationale Leitmessen bleiben. Gerade im globalen Wettbewerb mit aufstrebenden Messemetropolen in Asien und im Nahen Osten ist die kontinuierliche Modernisierung ein entscheidender Faktor. Die Bereitschaft, hohe Summen in die Zukunft zu investieren, unterstreicht den Anspruch, langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Einladung an neue Bundeswirtschaftsministerin

AUMA-Geschäftsführer Jörn Holtmeier bringt die strategische Bedeutung der Investitionen auf den Punkt: „Deutschland ist Messeplatz Nummer eins in der Welt – wir wollen, dass das so bleibt.“ Vor diesem Hintergrund richtet sich der Verband auch an die künftige Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Die Messewirtschaft versteht sich als Rückgrat vieler Branchen und erwartet, dass ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung weiterhin politisch begleitet und unterstützt wird. Die Investitionen in Millionenhöhe sind dabei auch als Angebot an die Politik zu verstehen: Die Branche ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und aktiv in Nachhaltigkeit und Innovation zu investieren. Gleichzeitig bleibt sie auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen – etwa bei Genehmigungsverfahren, Energiepreisen oder Förderprogrammen.

Ein Rückgrat für Wirtschaft und Standortattraktivität

Mit rund 3,25 Millionen Quadratmetern Hallenfläche verfügt Deutschland über eines der größten Messeangebote weltweit. Etwa zwei Drittel aller globalen Leitmessen finden hier statt. Von den rund 70 deutschen Messeplätzen gelten 24 als von nationaler oder internationaler Relevanz. Diese Struktur macht deutlich, welche Bedeutung der Messewirtschaft für den Wirtschaftsstandort insgesamt zukommt. Laut AUMA sichern Messen in Deutschland rund 230.000 Arbeitsplätze und bringen Millionen Fachbesucher mit ausstellenden Unternehmen zusammen. Sie fungieren als Plattform für Innovation, Export und internationalen Austausch. Die geplanten Investitionen in Nachhaltigkeit, digitale Standards und moderne Infrastruktur sind damit nicht nur betriebswirtschaftlich relevant, sondern auch ein zentraler Beitrag zur Standortattraktivität Deutschlands. Mit den 770 Millionen Euro bis 2029 investieren die deutschen Messeplätze gezielt in ihre Zukunft – und stärken damit ihre Rolle als Motor für Wirtschaft, Innovation und nachhaltige Entwicklung.

Einzelne Angaben basieren auf einer Presseinformation des AUMA e.V. – Verband der deutschen Messewirtschaft, Mai 2025