Im Mittelpunkt der gezeigten Anwendung steht ein Ansatz, der sich bewusst von klassischem Dehnen oder reinem Krafttraining absetzt. Faszienarbeit und Muskellängentraining zielen darauf ab, Bewegung nicht über maximale Reichweite, sondern über kontrollierte Aktivität, Spannung und Wahrnehmung zu entwickeln. Vorgestellt wird diese Arbeitsweise anhand des Geräts Trunk, das bei Mindzmove im therapeutischen wie auch im privaten Umfeld eingesetzt wird.
Die Grundübung ist bewusst einfach gehalten. Der Unterschenkel wird auf ein gepolstertes Kissen abgelegt, das je nach individueller Mobilität verschoben werden kann. Bereits hier zeigt sich ein zentrales Prinzip: Die Bewegung passt sich dem Menschen an, nicht umgekehrt. Wer weniger Beweglichkeit mitbringt, wählt einen kleineren Winkel und bleibt näher an der Ausgangsposition. Entscheidend ist nicht, wie weit das Bein nach vorne geführt wird, sondern ob die Spannung kontrolliert gehalten werden kann.
Nach der Positionierung folgt die aktive Phase. Das Bein wird nach vorne gebracht, der Oberkörper leicht verlagert, die Spannung bewusst aufgebaut und für mehrere Atemzüge gehalten. Diese Haltephase ist zentral für die Übung. Sie sorgt dafür, dass nicht nur einzelne Muskeln, sondern ganze fasziale Ketten aktiviert werden. Erst danach wird die Position wieder aufgelöst. Das Training folgt damit keinem dynamischen Rhythmus, sondern einem ruhigen, bewussten Ablauf. Wichtig ist, dass der Bewegungsumfang jederzeit angepasst werden kann. Der Winkel muss nicht groß sein, das Bein kann eng geführt werden, und es ist jederzeit möglich, in einer Zwischenposition zu verbleiben. Fortschritt entsteht über Zeit, nicht über Druck. Gerade im therapeutischen Alltag ist dieser Ansatz relevant, da er Überforderung vermeidet und dennoch eine hohe Wirksamkeit entfaltet.
Ein wesentliches Merkmal des Trunk ist die Höhenverstellbarkeit. Sie ermöglicht es, das Gerät auf sehr unterschiedliche Körpergrößen und Beweglichkeitsniveaus einzustellen. Sehr große Menschen, etwa Basketballer, können das Kissen deutlich höher positionieren und entsprechend arbeiten. Gleichzeitig lässt sich für Personen mit eingeschränkter Hüftbeweglichkeit in der untersten Stufe beginnen. Diese Skalierbarkeit macht das Gerät für verschiedene Zielgruppen nutzbar. Menschen mit funktionellen Einschränkungen können behutsam einsteigen, während sportlich sehr flexible Nutzer anspruchsvollere Varianten wählen. Der therapeutische Einsatz profitiert besonders davon, da individuelle Ausgangslagen berücksichtigt werden können, ohne das Übungskonzept zu verändern.
Die Faszienarbeit mit dem Trunk wird häufig im therapeutischen Bereich genutzt, etwa in der Rehabilitation oder in der begleitenden Behandlung muskulärer Einschränkungen. Gleichzeitig eignet sich das Training auch für den privaten Einsatz. Gerade im Büroalltag, der von langem Sitzen geprägt ist, spielt die Mobilität der Hüfte eine zentrale Rolle. Die vorgestellte Übung adressiert genau diesen Bereich. Durch die Kombination aus aktiver Spannung und kontrollierter Bewegung wird der Körper aus statischen Mustern herausgeführt. Die Übung ist dabei nicht spektakulär, aber wirkungsvoll. Sie verlangt Aufmerksamkeit, Körpergefühl und Geduld – Eigenschaften, die im Alltag oft zu kurz kommen.
Ergänzend zum Trunk kommt das multifunktionale Gerät Basic Grove Light zum Einsatz. Es erlaubt mehrere Übungen innerhalb eines Systems und erweitert den Trainingsfokus auf weitere fasziale Ketten. Gezeigt wird eine Übung aus der vorderen faszialen Kette, die im Sitzen beginnt. Der Fußspann bleibt am Boden, der Oberkörper wird kontrolliert nach hinten geführt. Zentral ist auch hier die aktive Beteiligung des Körpers. Das Gesäß wird angespannt, das Becken nach vorne gebracht, bevor eine Rückbeuge eingeleitet wird. Diese erfolgt nur so weit, wie es der Körper an diesem Tag zulässt. Eine Rückenlehne kann unterstützend genutzt werden, insbesondere bei den ersten Versuchen, um Sicherheit zu geben. Die Übung lässt sich variieren, etwa durch zusätzliche Rotationen. Gleichzeitig kann sie jederzeit abgebrochen oder vereinfacht werden. Diese Offenheit im Bewegungsablauf ist kein Mangel, sondern Teil des Konzepts. Bewegung wird nicht erzwungen, sondern angeboten.
Die meisten Abnehmer der Geräte kommen aus dem therapeutischen Umfeld. Physiotherapeuten, Trainer und Einrichtungen nutzen die Systeme, um Menschen wieder schrittweise in aktive Bewegung zu führen. Gleichzeitig werden die Geräte weltweit eingesetzt, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Ländern wie Mexiko oder Bulgarien. Das deutet darauf hin, dass der Ansatz unabhängig von regionalen Trainingskulturen funktioniert. Die modulare Zusammenstellung der Systeme erlaubt unterschiedliche Einstiegspunkte. Neben Einzelgeräten wie dem Basic Grove Light stehen Pakete mit mehreren Einheiten zur Verfügung. Dadurch lassen sich Trainings- und Therapieräume individuell ausstatten, ohne auf ein starres Konzept festgelegt zu sein.
Faszienarbeit und Muskellängentraining, wie sie hier vorgestellt werden, setzen auf eine andere Logik als klassische Fitnessprogramme. Es geht nicht um Tempo, Wiederholungen oder maximale Belastung, sondern um kontrollierte Aktivität, Spannung und bewusste Bewegung. Der Trunk und das Basic Grove Light dienen dabei als Werkzeuge, nicht als Selbstzweck. Gerade im therapeutischen Alltag bietet dieser Ansatz die Möglichkeit, Menschen dort abzuholen, wo sie stehen. Bewegung wird nicht bewertet, sondern begleitet. Das macht die Übungen nicht nur wirksam, sondern auch langfristig integrierbar – im Therapieumfeld ebenso wie im Alltag.