Mit 406 ausstellenden Unternehmen und rund 7.500 Besucherinnen und Besuchern hat sich die Real Estate Arena 2025 in Hannover als feste Größe innerhalb der deutschen Bau- und Immobilienwirtschaft etabliert. Zwei Tage lang wurde das Messegelände zum Treffpunkt für Entscheider aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und kommunaler Praxis. Die Messe zeigte neue Impulse für eine Branche, die sich zwischen strukturellem Wandel, wirtschaftlichem Druck und steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Digitalisierung neu positionieren muss. Im Zentrum der Veranstaltung stand weniger die klassische Produktpräsentation als vielmehr der fachliche Dialog. Die Real Estate Arena verstand sich erneut als Arbeitsmesse, auf der Lösungen diskutiert, Partnerschaften angebahnt und strategische Perspektiven entwickelt wurden. Gerade in einem Marktumfeld, das von Unsicherheit und Investitionszurückhaltung geprägt ist, gewann dieser Ansatz deutlich an Bedeutung.
Ein prägendes Element der Real Estate Arena 2025 war die enge Verzahnung von Wirtschaft und kommunaler Ebene. Auf der Messe Hannover trafen Projektentwickler, Investoren und Dienstleister direkt auf Vertreter von Städten, Gemeinden und kommunalen Wohnungsunternehmen. Diese Form des Austauschs wurde gezielt gefördert und spiegelte den Anspruch wider, Immobilienentwicklung nicht isoliert, sondern im Kontext öffentlicher Interessen zu denken. Besonders sichtbar wurde dieser Ansatz beim größten PropTech-Pitch-Event Europas. Mehr als 170 junge Unternehmen präsentierten digitale Lösungen für Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung von Immobilien. Themen wie Datenmanagement, KI-gestützte Analyse, Prozessautomatisierung und digitale Genehmigungsverfahren standen dabei im Mittelpunkt. Die hohe Zahl an Pitches verdeutlichte, wie stark Digitalisierung inzwischen als Schlüssel zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung wahrgenommen wird. Parallel sorgte die Kombination mit dem Deutschen Städtetag für zusätzliche Relevanz. Diskussionen zu Kreislaufwirtschaft, sozialem Wohnungsbau und nachhaltiger Stadtentwicklung profitierten vom direkten Austausch zwischen kommunalen Entscheidern und privatwirtschaftlichen Akteuren. Die Real Estate Arena zeigte damit, dass kommunale Kooperation nicht nur ein Schlagwort ist, sondern zunehmend zum strukturellen Bestandteil erfolgreicher Projektentwicklung wird.
Neben Digitalisierung rückte die Transformation der Immobilienwirtschaft in den Mittelpunkt. Die Real Estate Arena 2025 griff zentrale Herausforderungen auf, darunter steigende Baukosten, regulatorische Anforderungen und der Druck, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. In Panels und Fachgesprächen wurde deutlich, dass klassische Geschäftsmodelle vielerorts an ihre Grenzen stoßen und neue Ansätze erforderlich sind. Die REAL Future Conference, organisiert von blackprint, ergänzte das Messeprogramm mit Keynotes, Panels und Masterclasses. Themen wie Künstliche Intelligenz, resiliente Stadtstrukturen und neue Finanzierungsmodelle wurden aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dabei ging es weniger um kurzfristige Trends als um langfristige Strategien für eine widerstandsfähige Immobilienwirtschaft. Die Verbindung von Messe, Konferenz und kommunalem Dialog machte die Real Estate Arena zu einer Plattform, auf der komplexe Zusammenhänge ganzheitlich betrachtet wurden. Das Format ermöglichte es, technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte miteinander zu verknüpfen.
Trotz der angespannten Marktlage zeigte sich auf der Real Estate Arena eine spürbare Aufbruchstimmung. Aussteller berichteten von hoher Besucherqualität und zielgerichteten Gesprächen. Unternehmen wie Schindler, Züblin und die Bünting Gruppe hoben hervor, dass die Messe konkrete Geschäftsanbahnungen ermöglicht habe und weniger von unverbindlicher Laufkundschaft geprägt sei. Auch die Wohnungswirtschaft nutzte die Plattform intensiv. Das sogenannte WoWi-Quartier bot Raum für den Austausch zu bezahlbarem Wohnraum, Quartiersentwicklung und langfristiger Bestandsstrategie. Vertreter kommunaler und genossenschaftlicher Wohnungsunternehmen nutzten die Messe, um sich über neue Kooperationsmodelle und technische Lösungen zu informieren. Die positive Resonanz zeigte, dass der Bedarf an praxisnahen, dialogorientierten Messeformaten wächst. Die Real Estate Arena hat sich als Ort etabliert, an dem nicht nur Probleme benannt, sondern konkrete Lösungsansätze diskutiert werden.
Die nächste Ausgabe der Real Estate Arena ist bereits angekündigt. Vom 20. bis 21. Mai 2026 wird die Messe erneut in Hannover stattfinden. Angesichts der positiven Entwicklung und der wachsenden Bedeutung kommunaler und digitaler Themen ist davon auszugehen, dass die Messe ihren Stellenwert weiter ausbauen wird. Die Real Estate Arena 2025 hat gezeigt, dass die Bau- und Immobilienwirtschaft bereit ist, neue Impulse aufzunehmen und sich aktiv mit den Herausforderungen der kommenden Jahre auseinanderzusetzen. Hannover hat sich dabei erneut als geeigneter Standort für einen branchenübergreifenden Dialog erwiesen, der Wirtschaft, Kommunen und Innovation zusammenführt.
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